RSV Rotation: Greiz beendet Thalheimer Siegesserie mit Bravour

2.Bundesliga Nord: RV Thalheim gegen RSV Rotation Greiz endet 7:20
86Bkg Freistil: Benjamin Opitz, RV Thalheim gegen Martin Obst (blaues Trikot), RSV Rotation Greiz 0:3/PS/2:10/06:00

RV Thalheim wird vom RSV Rotation Greiz mit 7 : 20 besiegt

THALHEIM/GREIZ. Nach den Erfolgen des Ringervereins Thalheim – nach sieben Siegen in Folge wurde auch gegen das Spitzenteam von Markneukirchen gewonnen – waren die Greizer Ringer gewarnt.
Die Trainer Tino Hempel und Swen Lieberamm veränderten ihr Team gegenüber der Vorwoche gleich auf mehreren Positionen.
In den schweren Gewichtsklassen griffen sie wieder auf die beiden polnischen Gastringer zurück, so dass Sebastian Wendel für die zweite Mannschaft frei wurde.

Auch in den beiden leichten Klassen gab es Veränderungen. Hier tauschten Dustin Nürnberger und Vladimir Codreanu sowohl Stilart als auch Gewichtsklasse. Der sich seit Wochen in hervorragender Form befindliche Tom Linke konnte allerdings wegen einer Prüfung an der Universität nicht mitwirken. Der aus Berlin angereiste Kampfrichter Thomas Hausmann leitete die faire Partie vor fast 300 Zuschauern, darunter wieder viele Greizer Anhänger, ohne Probleme. Die Erzgebirger hatten ihre letzte Niederlage beim Vorkampf in Greiz einstecken müssen und gingen mit breiter Brust in den Kampf gegen den Spitzenreiter. Allerdings mussten die Thalheimer mit dem Rumänen Ion Donu, der an seinen nationalen Meisterschaften der U 23 teilnahm, einen ihrer Stärksten ersetzen.

Vladimir Codreanu (61 kg/g) ist auch im griechisch-römischen Stil eine Bank. Als der ehemalige Jugendmeister aus Lugau Patrick Baumann nach gut einer Minute erstmals in den Bodenkampf musste, startete der Moldawier in Greizer Diensten eine Rollenserie und siegte in 1:50 Minuten mit 15:0 (Mannschaftsstand aus Greizer Sicht: 4:0)

Der fast 20 kg schwerere Marcel Böhme, der Deutschland im Sommer bei der Junioren-WM vertrat, ging zwar 2:0 in Führung, doch dann punktete nur noch der Greizer Sebastian Jezierzanski (130 kg/f) Schneller und technisch gekonnt kam er durch Beinangriffe zum 5:2 Sieg. (6:0)

Der Nachwuchsringer Dustin Nürnberger (61 kg/f) musste sich mit dem dreimaligen deutschen Meister im Nachwuchsbereich Peter Haase auseinandersetzen. Der Greizer geriet nach einem Armdrehschwung in die Brücke konnte sich aber mit einer kämpferisch vorbildlichen Leistung befreien und kam am Ende mit einer 0:9 Niederlage davon. (6:3)

Lukasz Konera (98 kg/g) kommt am Ende der Saison immer besser in Form. Mit einem wie im Lehrbuch beschriebenen Schulterschwung nahm er den starken Tschechen Ondrej Dadak, von dem er sich in Greiz 6:6 trennte, vier Punkte ab und baute diesen Vorsprung zu einem 7:1 Erfolg aus. (8:3)

Auch Brian Tewes (66 kg/g) kam diesmal mit Alexander Grebensikov besser zurecht und siegte mit 2:1. Beide sind erfahrene Ringer, die sich durch hunderte Trainingskämpfe kennen und so in dieser Stilart kam überraschen können. (9:3)

Bereits im Vorkampf musste sich Martin Obst (86 kg/f) mit dem Thalheimer Lokalmatadoren Benjamin Opitz auseinandersetzen. Der Greizer punktete mit seinen Beinangriffen. Als aber Opitz beim Stande von 0:6 mit einem Konter um zwei Punkte verkürzte, wurde er von seinen Anhängern frenetisch gefeiert. Der deutsche Meister ließ sich davon nicht beeindrucken und siegte mit 10:2. (12:3)

Der Pole Dawid Takunov war gegen Vladimir Gotisan (66 kg/f), der ruhig und selbstsicher auf seine Möglichkeit zum Kontern wartete, chancenlos. Mit einem wunderschönen Spaltgriff, der vier Zähler brachte, beendete er den Kampf noch in der ersten Hälfte mit 17:0. (16:3)

Das Pech gepachtet zu haben, scheint in dieser Saison Thomas Leffler (86 kg/g), gerade wieder genesen, verletzte er sich beim Aufwärmen und musste schon bald den Kampf aufgeben. Enttäuscht waren natürlich die einheimischen Zuschauer, die so ihren Besten, den ungarischen U 23-Europameister Erik Szilvassy nicht kämpfen sehen konnten. (16:7)

Mannschaftskapitän Toni Stade (75 kg/g) konnte nun gegen den Deutsch-Polen Krzysztof Banczyk locker aufringen. Mit einem seiner Kopf-Hüft-Schwünge und Rollen am Boden ging er 8:0 in Führung und siegte am Ende sicher mit 8:1. (18:7)

Daniel Sartakov (75 kg/f) war gesundheitlich etwas angeschlagen und fuhr so seine Aktivitäten nach einer 6:0 Halbzeitführung gegen den aktuellen DM-Dritten William Stier etwas zurück. Den Kampf kontrollierend siegte er mit 7:2 Punkten.

Am Ende stand unter dem Jubel der mitgereisten Greizer Ringkampfanhänger ein 7:20 an der Anzeigetafel. Der 13.Kampftag am 12.11. erwies sich als gutes Omen für die Greizer. In der Tabelle mit drei Punkten vor Aue und vier vor Mansfelder Land und Lübtheen liegend, muss der RSV zur Titelverteidigung noch fünf Kämpfe bestreiten. Und am nächsten Samstag kommt Pausa.

Stimmen zum Kampf:

Dr. Holger Hähnel (1.Vorsitzender RV Thalheim): „Wir haben bei Superstimmung einen Spitzenkampf erlebt, auch dank der Greizer Zuschauer. Diese Staffel muss unbedingt erhalten bleiben! Ich hoffe, der Deutsche Ringer-Bund kann sich noch an die Aussage erinnern: Die zweite Liga ist unantastbar.“

Swen Lieberamm (Trainer RSV): „Wir haben die Siegesserie der Thalheimer gestoppt. Lukasz Konera war heute mit seinem stärksten Saisonkampf unser Bester. Nächste Woche erwarten wir die immer besser in Form kommende WKG Pausa/Plauen zum Vogtlandderby.“

Erhard Schmelzer @12.11.2016

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