RSV Rotation Greiz: Wieder überzeugender Sieg der Greizer Ringer

2.Bundesliga Nord: RSV Rotation Greiz gegen RSK Gelenau endet 26:4
Sebasrian Wendel (rotes Trikot) bezwingt den Gelenauer Lucas Kästel mit 11:0 Punkten.

RSV Rotation Greiz besiegt den RSK Gelenau klar mit 26:4

GREIZ. Mit dem Vorkampfsieg in Gelenau begann die Siegesserie des RSV Rotation Greiz in der 2.Bundesliga der Ringer. Am Samstag beim Rückkampf gegen den Tabellenletzten aus dem Erzgebirge gelang nun der zehnte Erfolg in Serie.
Alle Gegner der Staffel wurden nacheinander bezwungen. Die bereits vor einer Woche in Markneukirchen mit nach Hause gebrachte Tabellenführung wurde diese Woche sogar noch ausgebaut.
Alles lief am 12.Kampftag für den Greizer Ringerverein, die beiden ärgsten Verfolger mussten Niederlagen einstecken.
Die Hackordnung in der Rückrunde scheint durch den Stilartwechsel auf den Kopf gestellt. Markneukirchen – Tabellenführer bis zum Reformationstag – unterlag 11:17 in Thalheim, die WKG Pausa/Plauen brachte sogar das Kunststück fertig, mit 18:12 in Lübtheen zu gewinnen.

In der Tabelle liegt Greiz nun zwei Punkte vor Markneukirchen und drei vor Aue und Thalheim (wenn man von einem normalen Ausgang der Nachholekämpfe gegen Pausa ausgeht). Und Greiz muss sowohl noch in Thalheim (nächste Woche) als auch in Aue antreten. Schwere Auswärtsaufgaben, die nur mit der Unterstützung der Greizer Anhänger zu lösen sind.

Leicht hatten es die Greizer Trainer im Vorfeld gegen den RSK Gelenau nicht. Eigentlich wäre es geboten gewesen, gegen die Erzgebirger dem einen oder anderen Nachwuchssportler eine Chance zu geben.
Tino Hempel und Swen Lieberamm verzichteten aber darauf, um die bereits durch viele Ausfälle ins Trudeln geratene Regionalligamannschaft nicht noch weiter zu schwächen. Die beiden polnischen Schwergewichtler ließen sie allerdings pausieren. Am Ende erwiesen sich ihre Überlegungen als goldrichtig. Die Bundesligamannschaft siegte vor 340 zufriedenen Zuschauern mit 26:4, die Reserve schlug die WKG Leipzig/Großlehna mit 21:12. Und die Nachwuchskader erhalten am nächsten Sonntag die Möglichkeit in Kleinostheim, beim wohl am stärksten besetzten Nachwuchsturnier in Deutschland ihr Können zu beweisen.

Normalerweise schafft jeder Ringer das mit dem Trainer vereinbarte Gewicht. Es ist nur eine Frage der Ernährung und der Länge der Laufstrecke. Pech hatte in dieser Beziehung diesmal allerdings Dustin Nürnberger (57 kg/g), der von einer starken Erkältung heimgesucht an körperlicher Betätigung gehindert wurde und am Freitag das Gewichtmachen abbrechen musste.
Da auch der Trainer der Gäste, Björn Lehnert, Übergewicht hatte, konnten in dieser Klasse vom Bamberger Schiedsrichter Björn Goller, der bei allen Kämpfen viel Fingerspitzengefühl bewies, keine Punkte vergeben werden.

Zur Pause stand es zwischen Sebastian Wendel (130 kg/f) und dem fünf Jahre jüngeren, aber 15 kg schwereren Lucas Kästel 1:0, dann besann sich der Greizer auf die Möglichkeit, mit Beinangriffen zum Erfolg zu kommen und siegte überzeugend mit 11:0. (Kampfstand 3:0)

Vladimir Codreanu (61 kg/f) war nach elf Siegen in elf Kämpfen klarer Favorit gegen Daniel Franke. Doch der Routinier bewies zum wiederholten Male, dass er auch im freien Stil zu beachten ist. Der deutsche Meister der Veteranen wehrte eine ganze Reihe von schnellen Angriffen ab, konnte nach der Pause sogar mit einem Beinangriff zwei Punkte erkämpfen, musste sich aber am Ende mit 16:0 geschlagen bekennen. (7:0)

Konstantin Sommer war eigentlich für die 98 kg-Klasse vorgesehen, konnte sich aber nicht zum Kampf stellen, so dass die Punkte an den Gästestarter Rico Richter gingen, der bei Nachwuchsmeisterschaften schon Gold und Silber gewonnen hatte. (7:4)

Auch der junge Erik Löser, vom Bundestrainer Maik Bullmann im Sommer zur Kadetten-EM geschickt, machte es Brian Tewes (66 kg/g) nicht leicht. Der Greizer, der mit einem Wurf 4:0 in Führung ging, erarbeitete sich hauptsächlich am Boden seinen 10:0 Erfolg. (10:4)

Die Gäste hatten den polnischen Meister Andrzej Sokalski zu Hause gelassen, so dass Martin Obst (86 kg/f), kürzlich in einer sächsischen Zeitung als bester deutscher Freistilringer bezeichnet, sich mit Dustin Löser auseinandersetzen musste. Der zwanzigjährige Erzgebirger war mit dieser Aufgabe überfordert und lag nach nicht einmal einer Minute schon 0:10 in Rückstand liegend auf beiden Schultern. (14:4)

Zum dritten Mal traf Vladimir Gotisan (66 kg/f) auf Stefan Saul und wurde wiederum seiner Favoritenrolle gerecht. Der Moldawier holte sich im neunten Kampf den neunten Sieg. Obwohl er es etwas lockerer anging, war er sowohl physisch als auch technisch klar überlegen, was er mit seinem Konter in der dritten Minute bewies, als er sich schon 14:0 führend die Siegpunkte erkämpfte. (18:4)

Tom Linke (86 kg/g) (20:4) ging gegen den in Frankfurt/Oder ausgebildeten Kevin Mehlhorn im Standkampf 4:0 in Führung, bestimmte eindeutig das Geschehen auf der Matte, kam allerdings im Bodenkampf diesmal nicht zum Erfolg. Sein 6:0 Sieg war mehr als verdient. (20:4)

Der 7:0 Erfolg von Mannschaftskapitän Toni Stade (75 kg/g), der auf den ehemaligen Dritter bei den Junioren Eric Engel traf, hingegen beruhte hauptsächlich auf im Bodenkampf erkämpfte Punkte. (22:4)

Daniel Sartakov (75 kg/f) brachte zum Abschluss noch einmal Schnelligkeit auf die Matte. Mit Beinangriffen und Rollen am Boden hatte er nach gut zwei Minuten Michel Breidel 16:0 bezwungen.

Stimmen zum Kampf:

Björn Lehnert, Trainer Gelenau:
„Wir sind mit einer sehr jungen Mannschaft in Greiz angetreten. Gegen den Tabellenführer war nicht mehr möglich. Wer aber die Kämpfe gesehen hat, wird mir recht geben, dass unsere Ringer trotz des Ergebnisses ihre Haut teuer verkauft haben.

Swen Lieberamm, Trainer RSV: „Unsere Mannschaft hat ihre Aufgabe voll erfüllt. Jetzt müssen wir uns gezielt auf die Kämpfe in Thalheim und das Vogtlandderby gegen Pausa/Plauen vorbereiten.“

Steffen Meinhardt, Geschäftsführer vom RSV-Sponsor Dachdecker GmbH „Hammer und Brücke“: „Wie im Vorjahr hatten wir einen schlechten Saisonstart. Aber dann kamen die Siegesserien. Ich glaube, in diesem Jahr ist das Team durch Martin Obst und einen sehr starken Daniel Sartakov noch besser als beim Staffelsieg im Vorjahr.“

Erhard Schmelzer @06.11.2016

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