RSV Rotation: Greizer Ringer auf dem Sprung an die Spitze

2.Bundesliga Nord: KFC Leipzig gegen RSV Rotation Greiz endet 9:25
Lukasz Konera (blaues Trikot) erkämpftt gegen Nico Graf in Leipzig für seine Mannschaft vier Punkte.

KFC Leipzig gegen RSV Rotation Greiz endet 9:25

LEIPZIG/GREIZ. Eine Woche vor dem Superwochenende in der 2.Bundesliga der Ringer mit den Spitzenkämpfen am Samstag in eigener Halle gegen den RV Lübtheen und am Sonntag in Markneukirchen musste der RSV Rotation Greiz zum Auswärtskampf in Leipzig antreten.
Die Greizer zeigten sich, wie in den letzten Wochen sichtbar, in hervorragender Form und siegten wie im Vorjahr – vor wie üblich nur spärlicher Kulisse – nur etwa 150 Zuschauern besuchten den Heimkampf des KFC Leipzig, eindeutig mit 25:9.

Dabei hatten die Greizer Trainer Tino Hempel und Swen Lieberamm vor dem Kampf noch vor den Messestädtern gewarnt, denn ihre Mannschaft musste wiederum umgebaut werden.
Weder stand der polnische Meister Sebastian Jezierzanski zur Verfügung, noch konnte die 86 kg-Klasse im griechisch-römischen Stil besetzt werden. Nach dem gleichzeitigen Ausfall von Tom Linke und Thomas Löffler musste erstmals in dieser Saison nur mit neun Ringern gekämpft werden und der Kampf nach dem Wiegen mit einem 0:4 Rückstand aufgenommen werden.
Doch davon ließen sich die Greizer im letzten Kampf der Vorrunde nicht verunsichern, sondern riefen vor den fast 50 mitgereisten Anhängern, die zufrieden die Heimreise antraten, ihr Leistungsvermögen vollständig ab.

Dass der für hohe und schnelle Siege bekannte Vladimir Codreanu (57 kg/f) mit Adam Bienkowski so seine Schwierigkeiten hat, ist bekannt. Diesmal lag der dreimalige EM-Teilnehmer aus Polen nach 30 Sekunden bereits 4:0 in Führung. Doch dann punktete fast nur noch der Greizer, der den in der zweiten Runde nachlassenden Gegner noch mit 12:6 bezwang (Kampfstand aus Greizer Sicht: 2:4)

Nach dem Kampf war Lukasz Konera (130 kg/g) in bester Stimmung. In Leipzig holte er sich seinen dritten Saisonsieg und in der Rückrunde wird er gegen gleichschwere Gegner kämpfen können. Der ehemalige Freistil-Auswahlringer Nico Graf brachte zwar 8 kg mehr auf die Waage, doch im Bodenkampf war der Greizer eindeutig stärker und kam nach einer Rollenserie schon nach gut zwei Minuten zum 16:0 Sieg (6:4)

Für den Nachwuchsringer Dustin Nürnberger (61 kg/g) wurde es gegen den ehemaligen moldawischen Auswahlringer Ion Lefter zu der erwarteten Lehrstunde. Schon in der ersten Minute stellte der ehemalige Werdauer einen 16:0 Überlegenheitssieg sicher. (6:8)

Nach seiner beruflich bedingten Zwangspause konnte Sebastian Wendel (98 kg/f) wieder einmal zeigen, was in ihm steckt. Er dominierte den Kampf gegen Jan Richtsteig eindeutig und kam durch gezielt Angriffsaktionen zu einem 8:0 Erfolg (9:8)

Schon zum dritten Mal überstand der vorjährige U23-EM-Teilnehmer der Bulgaren Stefan Ivanov keine zwei Minuten gegen Vladimir Gotisan (66 kg/f) Nach einem 0:1 Rückstand spielte der Greizer seine körperliche und technische Überlegenheit im Bodenkampf aus und kam durch eine Rollenserie in 1:46 min zum 16:1 Abbruchsieg (13:8)

Brian Tewes (66 kg/g) hatte mit dem Fünften der Junioren-EM vom Vorjahr einen starken Gegner erhalten, gegen den er bis zur Halbzeit einen 4:0 Vorsprung ertrotzte. Am Ende kamen die Gastgeber aber noch zu ihrem zweiten Sieg auf der Matte, als ihr Vertreter im allerletzten Kampfabschnitt noch zum – aus Greizer Sicht – ärgerlichen 6:5 Sieg kam. (13:9)

Angriff auf Angriff fuhr Martin Obst (86 kg/f) gegen den ehemaligen Jenaer Gagik Egiazarian und erkämpfte sich durch Beinangriffe Punkt für Punkt. Nach vier Minuten hatte der deutsche Meister mit 15:0 gewonnen. (17:9)

Auch Daniel Sartakov (75 kg/f) beherrschte den Tschetschenen Muslim Kantaew in allen Belangen. Mit seinem bekannten angriffsorientierten Stil hatte er sich nach fünf Minuten einen 15:0 Sieg erkämpft. (21:9)

Mannschaftskapitän Toni Stade (75 kg/g) musste sich mit dem aus Luckenwalde bekannten Routinier Arne Brömme auseinandersetzen. Von Anfang an dominierte er den Kampf so überzeugend, dass Kampfrichter Mario Schmidt aus Torgelow – was im dieser Stilart selten vorkommt – ohne Verwarnung gegen ihn auskam. Der Greizer kam im Bodenkampf zu den Punkten und setzte mit einem sehenswerten Kopf-Hüft-Schwung den Schlusspunkt, sowohl zu seinem 17:0 Sieg, als auch zum Greizer 25:9 Erfolg. Fünf der sieben Greizer Erfolge standen schon vor Ende der regulären Kampfzeit fest.

Stimmen zum Kampf:

Uwe Neumeister, langjähriger Ringerchef des KFC Leipzig: „Wenn Greiz mit stärkster Aufstellung kommt, können wir zur Zeit nicht gewinnen. Zwei unserer Ausländer, die als Punktebringer geholt wurden, haben klar verloren.“

Thomas Fähndrich, Präsident Greiz: „Die Mannschaft hat in den letzten Wochen alle Voraussetzungen für den Kampf des Jahres gegen den punktgleichen RV Lübtheen am Samstag in Greiz geschaffen. Wir rechnen mit Rekordbesuch.“

Erhard Schmelzer @23.10.2016

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