RSV-Saisonfinale: Spannender gehts nicht

Finale RLMD: RSV Rotation Greiz gegen AV-Germania Markneukirchen endet 16:13
75A Freistil: Vladimir Gotisan (rotes Trikot), RSV Rotation Greiz gegen Denny Latzke, AV-Germania Markneukirchen - 4:0/SS-4:0/01:36

Beim allerletzten Kampfabend wird beim Saisonfinale über den ersten und zweiten Platz in der zweithöchsten deutschen Ringerliga entschieden

GREIZ/MARKNEUKIRCHEN. Ein spannenderes Drehbuch hätte auch Hollywood, das für seine dramatischen Sportfilme bekannt ist, nicht schreiben können. Beim allerletzten Kampfabend der Regionalligaringer aus Mitteldeutschland wird über den ersten und zweiten Platz in der zweithöchsten deutschen Ringerliga entschieden.
Im Vorjahr, als die zweithöchste Ringkampfklasse sich noch 2.Bundesliga nennen durfte, machten auch die gleichen beiden Vereine aus dem Vogtland im Endeffekt den Staffelsieg unter sich aus.
Doch damals kämpfte der RSV Rotation Greiz und der AV Germania Markneukirchen in einer einfachen Hin- und Rückrunde mit zehn Mannschaften um den Sieg. Die Thüringer behielten damals knapp die Oberhand gegen den langjährigen Rivalen aus der Musikstadt.

In diesem Jahr ist alles etwas anders. Gekämpft wurde in zwei Gruppen mit Überkreuzvergleichen der jeweils beiden Staffelersten als Halbfinale. Und wie im Vorjahr treffen – nun erstmals in zwei wirklichen Finalkämpfen – die Greizer und die Markneukirchener wieder aufeinander.

Im ersten Finalkampf vor einer Woche siegten die Greizer zu Hause vor der imponierenden Kulisse von 850 Zuschauern knapp mit 16:13.

Am Samstag kommt es nun zum Rückkampf mit dem obligatorischen Wechsel der Stilarten in Markneukirchen.
Das Interesse der Ringkampfanhänger von beiden Seiten ist bei dem noch immer völlig offenen Ausgang der Meisterschaft riesengroß.

Doch die Sache hat einen Haken. Der Rückkampf, der vom sächsischen Kampfrichterreferenten Jörg Jähnichen aus Gelenau zur gewohnten Zeit um 19:30 Uhr angepfiffen wird, findet in der Ringerhalle des Vereinsheimes der Markneukirchener in der Schützenstraße 49 statt.
Und das Fassungsvermögen des mit sehr viel Eigeninitiative von Vereinsmitgliedern errichteten Baues ist bei weitem nicht so groß wie in der Greizer Halle.
Wer also von den Greizer Anhängern daran interessiert ist, in den entscheidenden Minuten der Saison seine Mannschaft zu unterstützen, sollte sich zeitig auf den Weg machen, um noch einen Platz mit guten Sichtmöglichkeit auf die Matte zu ergattern und sich auf ein großes Gedränge vorbereiten.
Die wenigen Sitzplätze sind fast vollständig schon im Vorverkauf weggegangen. Die Markneukirchener organisieren aber eine Liveübertragung in die nur wenige Meter entfernte Trainingshalle, in der es Sitzmöglichkeiten gibt.

Die Trainer auf beiden Seiten stehen vor der schwierigen Wahl, ihr Team für den Endkampf richtig zu positionieren. Im Gegensatz zum Vorjahr sind ihre Kader allerdings etwas geschrumpft.
Nicht jede Stilart und jede Gewichtsklasse kann mit einem Spezialisten besetzt werden. So werden einige Sportler, die schon in Greiz auf der Matte standen, nun in einer anderen Stilart ran müssen oder eine Gewichtsklasse rauf oder runter rücken.
Bei den beiden Kämpfen, die im 75 kg-Limit ausgetragen werden, dürfte das im Normalfall nicht zutreffen, doch was ist bei dieser Sportart schon normal.
Im freien Stil dürfte hier durchaus der in Greiz wegen einer Erkrankung fehlende Markneukirchener Johann Steinforth antreten.

Fällt die Entscheidung erst im letzten Kampf?

Es ist durchaus möglich, dass erst in seinem Kampf, dem letzten der Saison, voraussichtlich gegen den Moldawier Vladimir Gotisan, die Entscheidung über die Verteilung der Gold- und Silbermedaillen für die Saison 2017 fällt.
Beide Seiten sind optimistisch.
Markneukirchens Trainer Andre Backhaus, der nun wahrscheinlich doch nicht mehr aktiv als Kämpfer eingreift, meinte: „Wir haben in Greiz mit einer bravourösen Mannschaftsleistung die Chancen auf den Titelgewinn gewahrt. Nun wollen wir vor heimischer Kulisse die drei Punkte aufholen.“
Sein Kontrahent auf der Greizer Trainerbank, der für seine Motivationskünste bekannte Tino Hempel hatte sich in Greiz ein paar mehr Punkte erhofft: „Ehrlich gesagt, ist es in Greiz nicht so gut gelaufen. Unser Ziel heißt aber weiter Titelverteidigung. Mit der Leistungsstärke und der Erfahrung unserer routinierten Kämpfer können wir das schaffen. Und die jungen Ringer können beweisen wie sie in so einem Hexenkessel zurechtkommen.“

Erhard Schmelzer @14.12.2017
Video: Finale Regionalliga Mitteldeutschland: RSV Rotation Greiz gegen AV-Germania Markneukirchen

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