4. Dezember 2020

Ringen: Keine vorderen Platzierungen bei den Meisterschaften der Jugend A

Keine vorderen Platzierungen bei den Meisterschaften der Jugend A
Maximilian Kahnt bezwingt den Saarländer Leon Schuler mit 15:0 Punkten. Foto: Erhard Schmelzer

Bei den deutschen Meisterschaften der Jugend A im freien Ringkampf in Berlin verpassten die fünf thüringischen Teilnehmer die Medaillenränge klar.

BERLIN/GREIZ. Selbst in der Vereins- und Länderwertung – seit neuem werden hier vom Deutschen Ringer-Bund nur noch die ersten sechs Plätze berücksichtigt – blieben die Starter aus Thüringen ohne Punktgewinne. Erfolgreichster Teilnehmer des Freistaates war der früher für Greiz in der Jugendliga startende Wladimir Arutunjan aus Erfurt, der in der 63kg-Klasse mit drei Siegen und zwei Niederlagen unter 22 Teilnehmern Rang 7 belegte. Die Starterfelder bei den nationalen Titelkämpfen der Jugend A erreichten in dieser Altersklasse Rekordniveau. Insgesamt gingen 170 Ringer aus 19 Landesverbänden über die Waage. Genau 99 Vereine hatten sich in die Starterlisten eingetragen. Wie bei den meisten Titelkämpfen der Ringer in den letzten Jahren zeichnet sich folgendes Bild ab: Es gibt kaum noch Spitzenvereine in Deutschland, die in der Lage sind, mehr als eine Medaille zu erkämpfen. In Berlin gingen die 30 Medaillen an 26 Vereine. Die Vereinswertung ging klar an den Gastgeber Luftfahrt Berlin, der eine Silber- und drei Bronzemedaillen erkämpfte. Die Berliner, die mit einem großen und engagierten Organisationsteam eine hervorragende Meisterschaft auf die Beine stellten, haben es geschafft, dass aus dem Jugendligateam, das 2010 in Greiz antrat, noch 7 Sportler leistungssportlich aktiv sind. Dazu kommt noch der jetzt für Werdau startende Deward Stier, der Vierter wurde. Auch die drei Greizer Starter in Berlin gehörten zum Jugendligateam von 2010.

Ohne durchaus noch vorhandene Schwächen unter den Tisch fallen zu lassen, kann man konstatieren, schlechter hätten am Freitagnachmittag beim Wiegen die Lose kaum fallen können. Die drei Rotationsringer absolvierten acht Kämpfe und trafen dabei auf fünf Medaillengewinner. Von den derzeit besiegbaren Gegnern wurden zwei bezwungen, ein Kampf ging 8:8 verloren. Die beiden Siege gingen an Maximilian Kahnt (69 kg), der sich mit 23 Gegnern auseinandersetzen musste. Erster Kontrahent war Eduard Hochhalter aus Nienburg. Der kampfstarke Niedersachse wurde hauptsächlich durch doppelte Beinangriffe 8:2 bezwungen. Im zweiten Kampf war Leon Schuler aus Köllerbach der Gegner. Hier konnte der physisch überlegene Greizer seine Fortschritte im Bodenkampf demonstrieren und siegte schon nach 3:08 Minuten mit 15:0 mit technischer Überlegenheit. In der dritten Runde wartete mit Marius Quinto (Waldkirch-Kollnau) der Titelverteidiger, der diesmal im Finale knapp unterlag. Maximilian Kahnt lieferte dem deutschen Spitzenringer aus Südbaden einen starken Kampf, musste aber mehrmals Punkte durch Beinangriffe abgeben. Bei eigenen Angriffen scheiterte der Greizer mehrmals knapp an Punktgewinnen. Der äußerst intensiv geführte Kampf ging mit 0:8 verloren. Das Ausscheiden aus dem Turnier kam nach der Niederlage gegen den späteren Bronzemedaillengewinner Julian Gebhard, der aus Hallbergmoos nach Unterföhring gewechselt ist. Der Greizer bestimmte anfangs das Kampfgeschehen und ging durch eine Verwarnung des Gegners in Führung. Der Bayer kam aber noch vor der Pause zur 2:1 Führung. Trotz intensiver Kampfesführung gelang dem Greizer keine Resultatsverbesserung mehr, der Bayer nutze hingegen seine Konterchancen und siegte 6:1. Der Greizer kam in der Endabrechnung auf Platz 10, der von ihm bezwungene Niedersachse wurde Achter.

Mit einem etwas besseren Los wäre ein Vordringen unter die ersten Sechs durchaus möglich gewesen. 29 Gegner konnte sich Ron Watzek in der 54 kg-Klasse zulosen. Er erwischte mit dem späteren Dritten Justin Eich (WKG Untere Nahe) und dem alten und neuen Meister Tim Scherer (SV Eschbach/Südbaden) unlösbare Aufgaben. Beide Kämpfe gingen durch technische Unterlegenheit bereits am Ende der ersten Runde verloren. Der Greizer hat zwar physisch in letzter Zeit viel zugelegt, musste aber daraufhin auch die Gewichtsklasse wechseln und ist noch nicht in der Lage mit der hier geforderten dynamischen und kämpferischen Ringweise mitzuhalten. Auch Dustin Nürnberger hatte in den letzten Monaten wegen seines gestiegenen Leistungsvermögens viel Lob erhalten. Man traute ihn im Zwölferfeld der 50 kg-Klasse einiges zu. Er hatte allerdings zum Auftakt am Freitag einen rabenschwarzen Tag erwischt. Mit dem Pfälzer Salomon Schreiber (AV Speyer) hatte er eigentlich eine lösbare Aufgabe erhalten, konnte aber leider kein positives Resultat erzielen. Am Ende stand es 8:8 und der Pfälzer hatte die höhere Wertung erzielt. So konnte schon im zweiten Kampf der spätere Bronzemedaillengewinner Justus Wydmuch (Berlin) den Greizer, der diesmal seine dynamische Kampfesweise vermissen ließ, mit einem 8:0 Sieg aus dem Wettbewerb werfen. Dustin Nürnberger belegte Rang 10. Was möglich gewesen wäre zeigte mit Platz vier der Mansfelder Matthias Neumann, der bei den „Mitteldeutschen“ vom Greizer bezwungen wurde.
Der fünfte Thüringer, der in Greiz geborene und für Jena startende Yoel Wrensch (58 kg) belegte im Feld mit 30 Startern nach zwei Siegen Platz 14. Insgesamt konnte der Stützpunkttrainer des Thüringer Ringerverbandes Kay Taubert, der die Thüringer Auswahl betreute, eine klare Aufwärtsentwicklung gegenüber dem Vorjahr feststellen. Zwar kamen die thüringischen Starter, wie auch die Gastschüler aus Hof, Werdau und Artern noch nicht unter die besten sechs ihrer Klassen, doch war ein klarer Aufwärtstrend sichtbar. Bei weiterer kontinuierlicher Arbeit sowie den nötigen Wettkämpfen könnte das in einem Jahr schon anders aussehen.

Erhard Schmelzer @02.04.2014

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