Ringen: Jugendliga – Chancenlos im Thüringer Wald

Jugendmannschaft des RSV Rotation Greiz gewann mit 6:0 Punkten
Anton Struchalin (rotes Trikot), RSV Rotation Greiz/Jugend

AV Jugendkraft/Concordia Zella-Mehlis – RSV Rotation Greiz 22:19

ZELLA_MEHLIS. In einer Gewichtsklassensportart, wo jeder Sportler ein bestimmtes Gewichtslimit aufweisen muss, das nicht unter- oder überschritten werden darf, sind Ausfälle besonders schwer zu verkraften. Der Autor dieser Zeilen, der auf fast ein halbes Jahrhundert Erfahrung in dieser Sportart zurückblicken kann, hat in diesem Zeitraum noch nie eine solche Pechsträhne von objektiv bedingten Ausfällen von Sportlern erlebt, wie es in dieser Woche beim Jugendligateam des RSV Rotation Greiz geschah. Nachdem in der Vorwoche nach Heimerfolgen über Lugau/Thalheim und Leipzig/Taucha der zweite Tabellenplatz am Ende der Saison gesichert wurde, sollte mit einem Sieg in Zella-Mehlis eine gute Ausgangsposition für den Endkampf am 15. Dezember in der Jahnturnhalle gegen den Tabellenführer WKG Pausa/Plauen gesichert werden. Daraus wurde leider nichts.

Aus den unterschiedlichsten Gründen mussten gegenüber der Vorwoche die Aktivposten Norman Heisig, Ron Watzek, Dustin Nürnberger und Maximilian Kahnt ersetzt werden. Dazu fielen noch einige Ersatzleute aus, so dass die Mannschaft, erstmals in den letzten drei Jahren, im Thüringer Wald nur mit neun Sportlern antreten konnte. Symptomatisch für das deutsche Schulsystem scheint auch zu sein, dass trotz chronischen Bewegungsmangels, Übergewichtigkeit und ständig größer werdender Konzentrationsprobleme bei der Mehrzahl der Schüler, manche Bildungseinrichtungen auf die sportliche Jahresbilanz eines rührigen Sportvereins keine Rücksicht nehmen.
Die Zella-Mehliser, die die kurzfristige Absage des Thüringenligakampfes durch die zweite Greizer Männermannschaft zu verkraften hatten, feierten mit großen Aufwand ihren Saisonabschluss und führten den Jugendligavergleich nach Bundesligaregeln, abwechselnd in den leichten und schweren Gewichtsklassen ringend, durch. Außerdem wurde ein Rahmenprogramm mit Thüringer Meisterformationen im Tanzen geboten, dass es bei einem Jugendkampf wohl selten gegeben hat. Die beiden jüngsten Greizer, Lucas Hanke (28 kg) und Maximilian Böttger (31 kg), bekamen schwerere bzw. ältere Gegner vorgesetzt. Im Vorkampf in Greiz waren sie noch schnell auf den Schultern gelandet. Diesmal machten sie es ihren Kontrahenten, obwohl sie entscheidende Niederlagen nicht verhindern konnten, sehr schwer und konnten sie mehrmals aus gefährlichen Situationen befreien.

Der schwerste Greizer, Maurice Steinmüller (+62 kg), landete erwartungsgemäß gegen den drei Jahre älteren Tobias Würzberger auf den Schultern. Die ersten Pluspunkte für die Vogtländer holte Josua Greschok (62 kg), der den nach Punkten führenden Max Dietzmann mit einem Konter bezwang. Schnelle Erfolge verbuchten Anton Struchalin (34 kg), sowie die Brüder Boalem (38 kg) und Omar Derradji (55 kg). Zehn Minuten musste Lucas Kahnt (42 kg) kämpfen bevor er Dustin Richter mit 3:2 Punkten bezwungen hatte. Da die Gastgeber in den Gewichtsklassen 46 und 50 kg jeweils vier Punkte holten, musste Greiz eine knappe 19:22 Niederlage hinnehmen. Die Verantwortlichen des Gastgebers hatten, als sie die Aufstellung der Greizer sahen, mit einem leichten Sieg gerechnet. Das ist ja doch noch sehr knapp geworden, atmete der Zella-Mehliser Trainer Andre Schedler nach Ende des Kampfes erleichtert auf, was als Kompliment für die ersatzgeschwächten Gäste zu werden war.

Auch Pausa/Plauen verliert

Mit der Greizer Niederlage in Zella-Mehlis wäre normalerweise die Meisterschaft zu Gunsten der WKG Pausa/Plauen entschieden gewesen. Die nur auf einer Position gegenüber der 16:24 Niederlage in Greiz veränderte Mannschaft der WKG Lugau/Thalheim fügte aber Tabellenführer Pausa/Plauen mit 21:20 die erste Saisonniederlage zu. Die Kombination Pausa/Plauen, die noch einen Kampf bei den sieglosen Werdauern austragen muss, führt in der Tabelle mit 14:2 Punkten vor Greiz mit 14:4.

Erhard Schmelzer @10.12.2012

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