Greizer Ringer sichern mit Sieg in Aue dritten Tabellenplatz

FC Erzgebirge Aue gegen RSV Rotation Greiz endet 10:16

Wie im Vorjahr konnte sich der RSV Rotation Greiz in der Ringer-Bundesliga beim FC Erzgebirge Aue durchsetzen. Die Greizer gewannen sechs der zehn K├Ąmpfe und siegten vor der Auer Rekordkulisse von 620 Zuschauern, zu der die zahlreichen Greizer Anh├Ąnger einen wesentlichen Beitrag leisteten, mit 16:10 Punkten. Vor der Auer Sporthalle waren schon eine Stunde vor Kampfbeginn alle Parkpl├Ątze besetzt. Viele Fahrzeuge mit GRZ-Kennzeichen mussten Parkm├Âglichkeiten in den umliegenden Stra├čen suchen. Die Greizer Mannschaft zementierte mit ihrem Erfolg auch nach Beginn der R├╝ckrunde ihre Anwartschaft auf den dritten Tabellenplatz, der unter gewissen Umst├Ąnden die Teilnahme an der Endrunde zur Ermittlung des deutschen Mannschaftsmeisters erm├Âglicht.

Zu Beginn der R├╝ckrunde mussten, da die Stilarten gewechselt wurden, die Mannschaften umgestellt werden. Der Greizer Trainer Tino Hempel, der bei diesem Freitagskampf wieder einmal von Swen Lieberamm unterst├╝tzt wurde, hatte dabei ein gl├╝ckliches H├Ąndchen. Sein Plan ging voll auf.

Das ostdeutsche Derby begann nicht verhei├čungsvoll f├╝r die G├Ąste aus dem Th├╝ringer Vogtland, die den seit dem Burghausen-Kampf verletzten Spezialisten Zurab Matcharashvili weiterhin nicht einsetzen konnten. F├╝r ihn sprang Sven Cammin (57 kg) in die Bresche, der auch im griechisch-r├Âmischen Stil am Ende gegen den ehemaligen polnischen Vizeeuropameister Marius Los einen 0:7 R├╝ckstand noch auf 3:8 verk├╝rzen konnte. (Mannschaftsstand aus Greizer Sicht: 0:2)

Magomedgadji Nurov (130 kg/f) traf auf das Auer Urgestein Nico Scmidt, der sich in der Vorrunde durch st├Ąndige Eins├Ątze in der zweiten Mannschaft auf die Bundesligarunde in dieser Stilart vorbereitet hatte. Der Auer erk├Ąmpfte zwar seine zehn deutschen Meistertitel und die EM-Bronzemedaille 2009 ÔÇô bei der WM im gleichen Jahr scheiterte er nur hauchd├╝nn an einer Medaille ÔÇô ausschlie├člich im griechisch-r├Âmischen Stil, doch ein Jahrzehnt Erfahrung bei Mannschaftsk├Ąmpfen im freien Ringkampf in Verbindung mit einem 125 kg schweren trainierten K├Ârper macht ihn zu einem Fels in der Brandung. Da war schon der WM-Dritte aus Dagestan n├Âtig, um Punkte zu erhaschen. Der Auftakt geh├Ârte dem Auer. Sympathie allein f├╝r den Ringer der Gastgeber war es nicht, die den ebenfalls sehr schwergewichtigen Kampfrichter aus Stuttgart Manuel Senn schon bald zu einer 30 Sekunden-Strafe f├╝r den Greizer greifen lie├čen. Kaum aber hatte die Uhr zu laufen begonnen, als der Greizer Schmidts rechtes Knie erwischte und zwei Punkte erk├Ąmpfte. Noch drei weitere Beinangriffe gelangen dem 25 kg leichteren Greizer. Einmal als eine 30 Sekunden-Strafe f├╝r dem Auer gerade vor dem Ablaufen war, hielt Nurov im Angriff inne, wartete bis der Punkt vergeben war und setzte erst dann seinen Beinangriff, der noch einmal zwei Punkte brachte fort. 15 Sekunden vor Schluss waren beim 9:0 Sieg drei Punkte eingefahren. (3:2)

Rasul Galamatov (61 kg/f) traf auf einen der ├╝berragenden Freistilringer der Staffel, den aus Dagestan stammenden russischen Staatsb├╝rger Said Gazimagomedov, der in dieser Saison wie in der letzten, als er noch f├╝r Pausa k├Ąmpfte, wieder die Liste der Punktbesten anf├╝hrt. Der Greizer, der noch bei der A-Jugend startberechtigt ist, lag zur Pause nur 0:3 zur├╝ck, geriet aber am Ende etwas ins Schwimmen, als bei ihm die Kr├Ąfte etwas nachlie├čen und der Auer mehr riskierte. Am Ende unterlag der Greizer nach einer beachtenswerten Leistung mit 1:14. (3:5)

Thomas Leffler (98 kg/g) hatte es, eine Gewichtsklasse h├Âher k├Ąmpfend, sehr schwer gegen Routinier Rolf Linke, der f├╝r diese Gewichtsklasse schon auf das Gewicht achten muss, w├Ąhrend f├╝r den Greizer das 86 kg-Limit kein Problem ist. Und gerade im griechisch-r├Âmischen Stil macht sich der Gewichtsunterschied besonders bemerkbar. Unter diesen Umst├Ąnden sahen die Greizer Anh├Ąnger wieder eine hervorragende k├Ąmpferische Leistung des Greizers. Ausschlaggebend f├╝r die 1:6 Niederlage waren die beiden im Bodenkampf abgegebenen Rollen. In der starken Endphase des Greizers musste auch Linke zu Boden. Dem Greizer gelangen aber keine Punkte. (3:7)

Der in der Vorwoche von der Milit├Ąr-WM in China zur├╝ckgekehrte Dawid Karecinski (66 kg/g) startete gegen├╝ber dem Vorjahr zwei Gewichtsklassen tiefer. 2018 k├Ąmpfte er in der Gewichtsklasse 75 kg gegen Krisztian J├Ąger und unterlag nur 1:4. Diesmal hatte er den stilartfremd ringenden ehemaligen Nachwuchs-Auswahlringer Philipp Herzog zum Gegner, zwang diesen sofort in die Passivit├Ąt und bestimmte eindeutig das Geschehen auf der Matte.

Nach dem angeordneten Bodenkampf bei 1:35 Minuten ging alles sehr schnell. Der Greizer hob seinen Gegner aus und setzte zum Wurf an, den dieser durch Beineinsatz nur teilweise verhindern konnte. Wertung ÔÇ×VierÔÇť f├╝r den Greizer. Neben einer ÔÇ×ZweiÔÇť als Strafe ging es da auch noch einmal in den Bodenkampf. Diesmal versuchte es Karecinski erfolgreich mit Rollen am Boden und war so schon nach zwei Minuten mit 15:0 erfolgreich. (7:7)

Martin Obst (86 kg/g) traf auf seinen alten Rivalen Franco B├╝ttner aus Luckenwalde, gegen den er im Vorjahr einige Schwierigkeiten gehabt hatte. Sofort mit dem Anpfiff griff er an und holte durch einen Beinangriff die ersten beiden Punkte, die er durch eine Rolle ausbaute. Damit sollten schon alle technischen Punkte gefallen sein. Beide lieferten sich ein intensives Gefecht, ohne das letzte zu riskieren. Die weiteren Angriffe des Berliners schlugen zwar fehl, doch schienen sie weitaus mehr Gefahr zu beinhalten, als die seines allerdings nie aufsteckenden Gegners. Der 5:1 Sieg des Greizers ÔÇô beide konnten bei einer 30 Sekunden-Strafe nicht punkten – h├Ątte durchaus noch deutlicher ausfallen k├Ânnen. (9:7)

Nach seinem Superkampf in N├╝rnberg traf Vladimir Gotisan (72 kg/f) auf den polnischen EM-F├╝nften Krzystof Bienkowski. Der Greizer spekulierte mit defensiver Kampfweise auf eine knappe Niederlage, die Nummer Eins aus dem ├Âstlichen Nachbarland machte ihn aber einen Strich durch die Rechnung. Haupts├Ąchlich mit Beinangriffen kam er zum Erfolg und konnte 11 Sekunden vor Schluss das wichtige 8:0 erk├Ąmpfen, das dem Gegner drei Mannschaftspunkte brachte. (9:10)

Mateusz Wolny (80 kg/g) traf auf den am Bundesst├╝tzpunkt Frankfurt/Oder ausgebildeten ehemaligen Pausaer und Markneukirchener Francis Weinhold. Beide lieferten sich ein ganz enges Gefecht. In der ersten Halbzeit schickte der Kampfrichter den Auer und in der zweiten H├Ąlfte den Polen zu Boden. Da Mateusz Wolny eine Rolle am Boden gelang, siegte er mit 3:1 Punkten. n (10:10)

In den beiden letzten K├Ąmpfen musste nun die Entscheidung fallen. Zuerst traf Igor Besleaga (75 kg/g), der in N├╝rnberg gegen den Ungarn Zoltan Levai erstmals verloren hatte, auf dessen Landsmann Krisztian J├Ąger. Der ehemalige Auswahlringer und Studentenweltmeister geh├Ârt schon lange zum Auer Team. Bei den meisten K├Ąmpfen bei etwa gleichstarken K├Ąmpfern im griechisch-r├Âmischen Stil fallen kaum Punkte im Standkampf. So war es auch hier. W├Ąhrend der Ungar im Boden nicht zu Punkten kam, wurde er selbst vom Moldawier gerollt und unterlag mit 1:4 Punkten. (12:10)

Im letzten Kampf war Daniel Sartakov (75 kg/f) klarer Favorit, Er k├Ąmpfte gegen den 18-j├Ąhrigen ehemaligen Jugendmeister Jakob Barth, der bei der B-Jugend schon einmal deutscher Meister werden konnte. Schon nach einer Minute f├╝hrte der Greizer mit 5:0 und die Greizer Fans sangen in Vorfreude auf den Sieg; ÔÇ×RSV, oleh, oleh.ÔÇť Der junge Auer tat sein Bestes, seine eigenen Angriffe wurden allerdings gekontert und der schnelle Greizer kam zu mehreren erfolgreichen Beinangriffen. Auch die martialische Pausenmusik von Queen: ÔÇ×We will rock youÔÇť half da nicht. Auf der Matte rockte nur Daniel Sartakov, der nach vier Minuten mit 15:0 gewonnen hatte. Der Greizer Mannschaftssieg mi16:10 stand fest.

Die Greizer Anh├Ąnger feierten ihre Mannschaft enthusiastisch. Auch RSV-Pr├Ąsident Thomas F├Ąhndrich war vom R├╝ckrundenbeginn begeistert: ÔÇ×Alle Sportler haben stark gek├Ąmpft und den Ausfall in der leichtesten Gewichtsklasse kompensiert. Wir haben heute in keinem Kampf vier Punkte abgegeben. Alle eingesetzten Sportler hatten einen Anteil am Mannschaftssieg. Mein besonderer Dank gilt den vielen Greizer Zuschauern, die uns unterst├╝tzt haben. Wenn wir die Endrunde nicht erreichen, haben wir nur noch drei Heimk├Ąmpfe in Greiz. Da werden wir alles tun um unsere Zuschauer zu begeistern.ÔÇť

Bereits am Sonnabend geht es weiter in der Bundesliga, dann empf├Ąngt der Tabellendritte Greiz den deutschen Vizemeister und derzeitigen Tabellenzweiten Red Devils Heilbronn.

Erhard Schmelzer

Ergebnisse:

Kampfrichter: Manuel Senn

57kg Greco: Marius Los EU (5), FC Erzgebirge Aue gegen Sven Cammin (2), RSV Rotation Greiz 2:0/PS/8:3/06:00
61kg Freistil: Said Gazimagomedov N (5), FC Erzgebirge Aue gegen Rasul Galamatov JN4 (-2), RSV Rotation Greiz 3:0/PS/14:1/06:00
66kg Greco: Phillip Herzog (2), FC Erzgebirge Aue gegen Dawid Karecinski EU (5), RSV Rotation Greiz 0:4/T├ť/0:15/02:09
71kg Freistil: Krzystof Bienkowski EU (5), FC Erzgebirge Aue gegen Vladimir Gotisan EU (5), RSV Rotation Greiz 3:0/PS/8:0/06:00
75Akg Greco: Krisztian J├Ąger EU (5), FC Erzgebirge Aue gegen Igor Besleaga EU (5), RSV Rotation Greiz 0:2/PS/1:4/06:00
75Bkg Freistil: Jakob Barth (-2), FC Erzgebirge Aue gegen Daniel Sartakov (1), RSV Rotation Greiz 0:4/T├ť/0:15/04:04
80kg Greco: Francis Weinhold (2), FC Erzgebirge Aue gegen Mateusz Wolny (2), RSV Rotation Greiz 0:1/PS/1:3/06:00
86kg Freistil: Franco B├╝ttner (2), FC Erzgebirge Aue gegen Martin Obst (3), RSV Rotation Greiz 0:2/PS/1:5/06:00
98kg Greco: Rolf Linke (1), FC Erzgebirge Aue gegen Thomas Leffler (1), RSV Rotation Greiz 2:0/PS/6:1/06:00
130kg Freistil: Nico Schmidt (1), FC Erzgebirge Aue gegen Magomedgadji Nurov EU (5), RSV Rotation Greiz 0:3/PS/0:9/06:00

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