Deutscher Vizemeister wurde in Greiz fast bezwungen

RSV Rotation Greiz gegen Red Devils Heilbronn endet 17: 19

GREIZ. Die Hölle ist nicht gefroren. Aber als um 21:26 Uhr der Schlusspfiff der Schiedsrichterin Saskia Buchwald aus Leipzig erfolgte, stürzten fünf, sechs in Rot gekleidete jubelnde Teufel auf die Matte in der Greizer Ringerhalle und umarmten ihren letzten Kämpfer Haydar Yavuz, der drei Sekunden vor Schluss durch seinen 16:1 Sieg den Erfolg des deutschen Vizemeisters Red Devils Heilbronn gesichert hatte. Nach neun hochklassigen und spannenden Kämpfen hatte der RSV Rotation Greiz noch mit 17:15 geführt und die größte Sensation der diesjährigen Bundesligasaison lag in der Luft. Am Ende wurde nichts daraus, die Hackordnung blieb erhalten. Der Favorit setzte sich durch, die Hölle ist nicht gefroren, den Teufeln, die auch nur mit Wasser kochen, wurde aber ganz schön zugesetzt, wie man unschwer an ihrem Jubel nach dem für sie erlösenden Ende feststellen konnte.

Einige Anmerkungen seien erlaubt:
Fairness: In letzter Zeit wird in den Medien ständig über Disziplinverstöße von Sportlern und Zuschauern berichtet, besonders in einer Sportart, die täglich durch die Medien gehypt wird. Wenn man diese, teilweise schockierende, Ereignisse im Hinterkopf hat, könnte man nach dem Lesen des Wettkampfprotokolls völlig falsche Schlüsse über die Ringkampfveranstaltung in Greiz ziehen: Eine rote und zwei gelbe Karte wurdenn vergeben und ein in teuflisches Gästerot gewandeter Zuschauer (oder Betreuer ) wurde der Halle verwiesen und machte sich flugs auf den Weg in die Katakomben.
Am Ende waren sich aber alle Fachleute einig. Das war ein Superkampf, fair und anständig von beiden Seiten geführt. Ringkampf ist nun mal ein Kampfsport, da geht es hart aber fair zur Sache. Manchmal treffen Sportler mit unterschiedliche Kampfesweisen aufeinander, wo beide sich mit unterschiedlichen Mitteln durchzusetzen versuchen. Da kann es mal etwas ruppig werden. Wie sagte das Greizer Ringeridol Viktor Peikov immer: „Ringen ist kein Ballet.“ Übrigens beschäftigen sich immer mehr Mädchen mit Ringkampf – auch in Greiz – , so schlimm kann es also nicht sein.

Zuschauer: Ringkampf ist in Greiz und Umgebung in. Auch beim fünften Heimkampf der Saison konnte Greiz auf den größten Zuschauerzuspruch bundesweit verweisen. Diesmal waren es 905 Besucher, die den deutschen Vizemeister mit seinem hochklassigen Team erleben wollten. Und die Zuschauer kamen auf ihre Kosten. Klasse Aktionen bei hervorragender Stimmung. Am Ende jubelten die von vornherein favorisierten Gäste, deren Hauptsponsoren auch in Greiz täglich (bis auf sonntags) Gewinne erwirtschaften. Die Zuschauer erlebten einen spannenden emotionalen Abend. Bei den restlichen beiden Heimkämpfen der Hauptrunde – am 7.Dezember gegen Hallbergmoos und dem vielleicht alles entscheidenden Kampf gegen Nürnberg am 21.Dezember – werden wohl alle wieder kommen und sicher einige Neulinge mitbringen. Der Ringkampf in Greiz ist der sportliche Höhepunkt Ostthüringens und des umgebenden sächsischen Raumes. (Ich wurde übrigens von zwei unabhängig voneinander agierenden Personen, die sich nicht kennen, gebeten, diesen Sachverhalt anzusprechen.)

Punktwertung des Deutschen Ringer-Bundes (28-Punkte-Regel) : Vor zwei Jahren führte der Deutsche Ringer-Bund, nachdem sich die Bugdet-Begrenzung auf 150 000,-Euro, wie von allen Fachleuten erwartet, als nicht kontrollierbar erwiesen hatte, die 28 Punkte-Regel betreffs des Einsatzes der Ringer ein. Sportler werden hinsichtlich ihrer bisherigen Erfolge mit Punkten bewertet. Jede Mannschaft darf pro Kampf nur Ringer mit zusammen 28 Punkten einsetzen. Damit soll neben der Begrenzung auf einen ausländischen Ringer und drei weitere Ringer aus EU-Ländern (oder vier EU-Ringer) eine gewisse Chancengleichheit zwischen Vereinen mit unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten geschaffen werden.
Am Sonnabend brachte es das Greizer Team bei vier ausländischen Ringern auf 22 Punkte, die Gäste aber auf 27 Punkte. Heilbronn war dabei gezwungen zwei aus dem eigenen Nachwuchs hervorgegangene Sportler aufzustellen, die mit Minus zwei Punkten in die Rechnung eingehen, um überhaupt startberechtigt zu sein. Die beiden Sportler unterlagen jeweils 0:4. Den Greizer Galamatov-Brüder erging es übrigens nicht anders. Hätte Heilbronn die 28 Punkte überschritten, wäre ihr Punktbester, in diesem Falle der letzte Kämpfer, der Türke Haydar Yavus mit sieben Zählern, aus der Aufstellung gestrichen wurden.
Ein Allheilmittel ist die 28-Punkte-Regelung sicher nicht. Sie sorgt aber für eine gewisse Chancengleichheit. Ohne diese Regel wäre es wohl sehr einseitig geworden am Sonnabend in Greiz.

Tabellenstand und Endrunde: Der deutsche Meister Burghausen dürfte in der Staffel Südost nicht zu bezwingen sein, es sei denn sie setzt einmal ihr Bayernligateam (zweithöchste Liga in Bayern) ein. Dann würden sie trotzdem als Tabellenerster in die Endrunde einziehen und entsprechend gesetzt werden. Obwohl Heilbronn in der Rückrunde durch einige Ausfälle einige Probleme haben könnte, dürfte ihnen der zweite Platz, bei derzeit fünf Punkten Vorsprung, nicht mehr zu nehmen sein. Der Kampf um Platz drei, der zur Endrundenteilnahme reichen könnte (Modus wurde in der Vorschau Heilbronn beschrieben), wird wohl unter drei oder vier Mannschaften ausgetragen. Nach der unerwarteten Niederlage der Schorndorfer in Nürnberg blieb Greiz weiter auf den dritten Platz. Dahinter lauern Schorndorf, Nürnberg und Hallbergmoos. Nürnberg und Hallbergmoos müssen noch nach Greiz. Schorndorf hat am Ende noch Heilbronn und Burghausen vor der Brust. Burghausen muss am letzten Kampftag nach Heilbronn. Da könnte aber alles schon entschieden sein an der Spitze.

Kampfrichter(in): Bei allen Kämpfen die knapp ausgehen, sollte man erst einmal die Schuld für eine Niederlage bei den sportlichen und taktischen Leistungen der Aktiven suchen und nicht beim Referee. Nach dem Kampf wurde lange, übrigens sehr freundschaftlich, über den Kampf und die Kampfrichterin diskutiert. In der Halle waren neben den Zuschauern auch zahlreiche ehemalige Ringer anwesend, die früher teilweise auf sehr hohem Niveau, gekämpft hatten. Und die hatten entschieden weniger Fehler gesehen, als der Durchschnittszuschauer. Übrigens habe ich es bei diesem fairen Greizer Team schon mehrmals erlebt, das Sportler selbst – manchmal als einzige – der landläufigen Meinung widersprochen und gesagt haben: „Da ist mir ein Fehler unterlaufen.“ oder „Die kritisierte Wertung ging in Ordnung.“

Als Autor dieser Zeilen möchte ich anmerken, dass ich die auf der Homepage abrufbaren Videos erst nach dem Niederschreiben des Textes sehen kann. Fehlinterpretationen sind da nicht ausgeschlossen, sondern sogar zwangsläufig. Die kritischen Szenen sind im Video abrufbar (stand Yavuz bei seinem ersten Konter gegen Sartakov (Wertung: vier) schon im Aus oder hatte er den Griff bereits in der Matte gefasst?

Kampfverlauf: Beide Vereine hatten nach dem ersten Rückrundenkampf ihre Mannschaften verändert. Zum Auftritt des dreimaligen Weltmeisters Frank Stäbler kam es nicht. Der Chef des deutschen Ringkampfsportes scheint selbst zu bestimmen, wann er in die Mannschaftskämpfe eingreift. Auch der in der Vorwoche aktive (und in der Greizer Vorschau angekündigte) Saba Bolagi fehlte wegen einer MMA-Veranstaltung, bei der er eine Funktion als Nichtaktiver ausüben musste. Das zwang den Heilbronner Trainer Patric Nuding zu weiteren Umstellungen in der Mannschaft. Bolagi tritt mit der hervorragenden Punktzahl von Eins an, da der Ringer des Jahres 2011 seit fünf Jahren keinen Ringkampf mehr betrieben hat. Dafür startete der rumänische Leistungssport-Soldat George Bucur, der aber vier Punkte beansprucht. Dadurch musste der Gästetrainer weitere Veränderungen im Team vornehmen, um seine Mannschaft mit 27 Punkten an der Start zu bringen. Die Greizer starteten mit 22 Punkten.

Beim Ringen müssen auch rote Teufel auswärts in Blau antreten während für die Gastgeber der Georgier Zurab Matcharashvili (57 kg/g) in Rot antrat. Der Serbe Sebastian Kolompar hätte fünf Punkte gekostet, deshalb meldeten die Heilbronner den Jugendlichen Damian Macun (Minus zwei) beim DRB nach, der von vornherein unterlegen war. Die Entscheidung fiel bereits im Bodenkampf in der zweiten Minute, als der Greizer seinen Gegner durch Rollen am Boden mit 16:0 bezwang. (Mannschaftsstand 4:0)

Magomedgadji Nurov (130 kg/f) traf auf einen der routiniertesten Ringer Deutschlands. Der Nordbadener Stefan Kehrer war elfmal deutscher Meister, davon sechsmal bei den Männern. Der 34-jährige Olympiateilnehmer von Peking, der mit EM-Bronze 2006 sein bestes internationales Resultat erkämpfte, hat zu seinen früher 96 kg gut zehn Kilogramm zugelegt. Der Greizer griff an, der Heilbronner beschränkte sich ausschließlich auf die Defensive, die er geschickt beherrschte. Und gegen einen defensiv eingestellten Ringer im Schwergewicht, da geht nicht viel. Der Greizer, immerhin amtierender WM-Dritter und für die Olympischen Spiele qualifiziert, führte durch Beinangriffe bis kurz vor Schluss 8:1, dann nahm er noch einmal alle Kraft zusammen, kam nach einen Beinangriff in der Sägebockstellung bei Kehrer hinten ran. Mit der Viererwertung wurde es zwar nichts, aber die „Zwei“ brachte das 10:1 und drei Punkte. (7:0)

Der Georgier Levan Metreveli Vartanov beschloss 2009 Spanier zu werden. Er lebt jetzt in Mallorca und wird vom früher auch für Greiz kämpfenden Francesco Sanchez Parra trainiert. Rasul Galamatov (61 kg/f) hielt sich in der ersten Hälfte, da tasteten sich beide meist nur ab, relativ gut. In letzter Sekunde fiel eine Zweierwertung. In der zweiten Runde drehte der Neuspanier auf, der seit 2013 regelmäßig für sein neues Land an internationalen Meisterschaften teilnimmt. 2017 und 2018 kam er bei Europameisterschaften auf den fünften Platz. Jetzt spielte er vor allem seine ungeheure Schnelligkeit aus, die dazu führte, dass er immer wieder die Beine des Greizers erwischte. Nach 5:19 hatte er 15:0 gewonnen. (7:4)

Thomas Leffler (98 kg/g), der locker das darunter liegende Gewichtslimit schafft, hatte wieder einmal eine undankbare Aufgabe. Sein Gegner, der deutsche Vizemeister Jan Zirn hatte volles Gewicht und wirkte sehr durchtrainiert. Als der Greizer nach 90 Sekunden zu Boden musste, gelangen dem Heilbronner zwei Rollen zum 5:0. Nach der Pause gerieten die Kontrahenten etwas aneinander, der sehr ungestüm angreifende Gästeringer erhielt eine Verwarnung. Nachdem der Greizer sich in der Zone zum Angriff eingedreht hatte, aber auf den Bauch fiel, erhielt sein Gegner regelgerecht zwei Punkte. Beinahe wäre es Thomas Leffler gelungen mit 0:2 Punkten über die Runden zu kommen. Doch nach der zweiten angeordneten Bodenrunde kam der Heilbronner – hier möchte ich mich auch ohne Video festlegen – mit einem verbotenen Griff zu zwei weiteren Rollen. Im griechisch-römischen Stil sind Griffe an die Beine des Gegners verboten. Jan Zirn faßte mit seinem rechten Arm bei seinen beiden Rollen an den rechten Oberschenkel des Greizers. Beide Aktionen zum Endstand von 2:12 hätten nicht zählen dürfen. Der Endstand wäre so 2:8 gewesen. Frage an die Fachleute: Ist die Grifffassung Zufall oder wird das speziell trainiert? Auch die Auswahlringer Hannes Wagner (Lichtenfels) und Roland Schwarz (Burghausen) fuhren, wenn auch nicht so deutlich auf dieser Schiene. Zirn war übrigens 2017 Dritter der Junioren-WM. (7:7)

Abdul Galamatov (66 kg/g) ließ sich vom dreifachen deutschen Männermeister aus Westendorf bereits in den Anfangssekunden im Stand überraschen und geriet schon nach 20 Sekunden 0:6 ins Hintertreffen. Nach einem Kopf-Hüft-Schwung des Greizers, der übernommen wurde, stand es nach 80 Sekunden zwar 4:8, doch dann punktete nur noch der Gästeringer. Zur Halbzeit stand es nach Rollen mit Armeinschluss schon 4:16. Nach der Pause brachte der angeordnete Bodenkampf das vorzeitige Ende nach fünf Minuten, als dem Gästeringer nach angesetzten Ausheber eine Rolle am Boden zum 19:4 gelang. (7:11)

Nach der Pause wurde es noch einmal hektisch. Martin Obst (86 kg/g) traf auf seinen Vorgänger im Greizer Team Partyk Dublinowski, den Mann mit der deutschen und polnischen Staatsbürgerschaft. Es begann ein intensiver Kampf, bei dem beide allerdings das letzte Risiko scheuten. Die erste 30- Sekunden-Strafe ging an den deutschen Meister und die folgende 1:0 Führung an den jüngsten der drei in Deutschland ringenden Dublinowski-Brüder. Doch Martin Obst schlug sofort zurück, mit einem Beinangriff kam er noch vor der Pause zum 2:1. Nach der Pause griff er sofort wieder an, kam aber nicht zur Wertung. Der Greizer Trainer Tino Hempel sah in dieser Phase die gelbe Karte. Seinen Heilbronner Kollegen erwischte es kurz darauf. Als der Heilbronner den Greizer ohne erkennbare Absicht einen Griff auszuführen von der Matte schob, gab es regelgerecht keinen Punkt. Das empörte nun die Gästebank. Der Greizer hatte dreimal die Gelegenheit hinten ran zu gehen, verpasste aber die Chancen. Dafür erhielt er nach einem Foul des Gegners einen Punkt. In der letzten Minute versuchte Dublinowski noch einmal Alles, konnte aber keinen Zähler erringen. Schlusspfiff. Und dann vor der Siegerverkündung die rote Karte für den Gästeringer. „Er hat mir einen Vogel gezeigt“, erläuterte die Kampfrichterin später ihr Handeln. So wurde aus dem 3:1 Sieg des Greizers, durch die Bestrafung noch ein Sieg mit vier Mannschaftspunkten für Greiz. (11:11)

Doch schon im nächsten Kampf geriet Greiz wieder ins Hintertreffen als Joel Wrensch (72 kg/f) auf den Rumänen George Bucur traf. Der WM-Fünfte des Vorjahres aus Rumänien, der im letzten Jahr 11 seiner 13 Bundesligakämpfe gewann, bestimmte das Geschehen. Auch wenn der Greizer in der ersten Hälfte offensiv mitrang und alle Beinschrauben abwehrte, stand es zur Pause bereits 0:7. Zwei Beinangriffe und zwei Rollen brachten nach vier Minuten bei 0:15 den vorzeitigen Schluss. (11:15)

Tino Hempel hatte Igor Besleaga (80 kg/g) eine Gewichtsklasse höher eingesetzt und das zahlte sich aus. Immerhin traf er auf den amtierenden deutschen Meister, der 2016 sogar Europameister war und ein Jahr später WM-Bronze gewann. Je länger der Kampf dauerte, umso mehr setzte sich der Moldawier durch. Im angeordneten Bodenkampf konnte er aber nicht punkten. Dafür hagelte aber je eine „Zwei“ wegen Fingerfassens. Die Zuschauer mit einem Gespür für die Situation skandierten: „Blau passiv! Beim zweiten Bodenkampf Mitte der fünften Minute gab der immer mehr abbauende Heilbronner eine weitere „Zwei ab“, der am Ende froh sein konnte mit 2:6 glimpflich davon gekommen zu sein. (13:15)

Dawid Karecinski (75 kg/g) ist ein Mann für alle Fälle. In der Vorwoche noch in der 66 kg-Klasse eingesetzt, brachte er nun zwei Gewichtsklassen höher das von ihm Erwartete. Der Nachwuchsringer Erik Obert wehrte sich nach Kräften, war aber den polnischen Militärangehörigen technisch deutlich unterlegen. Auch ohne angeordneten Bodenkampf siegte der Greizer in der fünften Minute mit 15:0.(17:15)

Vor Daniel Sartakov (75 kg/f) stand nun eine schwere Aufgabe. Gegen Burghausen traf er auf die Nummer Eins der Türken in der 74 kg-Klasse, den mehrfachen Europameister Söner Demirtas. Nun traf er auf die Nummer Eins der Türken in der 70 kg-Klasse, Haydar Yavuz, der 2017 Vizeeuropameister bei der U23 war. Der Türke, zwar nicht so konsequent wie Demirtas, ging mit einem Beinangriff schon nach 15 Sekunden 2:0 in Führung. Dann schon eine wichtige Vorentscheidung nach einer Minute. Der wie immer vorbildlich kämpfende Greizer griff an, drängte mit einem Beinangriff seinen Gegner an den Mattenrand, stand vor dem 1:2. Doch der Türke konterte, der Angreifer flog im hohen Bogen durch die Luft. Rot eins oder blau vier? Die Kampfrichterin entschied sich für Letzteres. Das 0:6 nach einer Minute gegen einen Spitzenmann war eine schwere Hypothek. Eine unglückliche Angriffsaktion kurz vor der Pause führte zu einer weiteren Viererwertung für den Gegner. Ein Beinangriff des Türken und eine gekonterter Angriff des Greizers führten 30 Sekunden vor Schluss zum 1:14. Noch einmal nahm der nie aufgebende Greizer sein Herz in beide Hände und griff mit letzter Energie an. Dreimal stand er kurz vor einer Wertung, doch dreimal wehrte der Heilbronner gerade noch ab, dann griff der Türke selbst an und brachte den Greizer in die Bauchlage. Die Uhr blieb bei 5:57 Minuten stehen. Die Gäste hatten mit 17:19 gewonnen.
Es hätte eine Sensation werden können. Aber auch die knappe Niederlage gegen den deutschen Vizemeister ist aller Ehren wert.

Nachspiel: Als die Protokolle gedruckt, diesmal aber noch nicht unterschrieben waren, gab es noch einen württembergischen Protest. Nicht etwa gegen den Sieg von Heilbronn, sondern gegen die rote Karte für ihren Sportler, der sonst automatisch für den nächsten Kampf gesperrt wäre.

Erhard Schmelzer

Ergebnisse:
Kampfrichter: Saskia Buchwald

57kg Greco: Zurab Matcharashvili N (5), RSV Rotation Greiz gegen Damian Macun J (-2), Red Devils Heilbronn 4:0/TÜ/16:0/01:55
61kg Freistil: Rasul Galamatov JN4 (-2), RSV Rotation Greiz gegen Levan Metreveli Vartanov EU (5), Red Devils Heilbronn 0:4/TÜ/0:15/05:19
66kg Greco: Abdul Galamatov N4 (-2), RSV Rotation Greiz gegen Christopher Kraemer (3), Red Devils Heilbronn 0:4/TÜ/4:19/05:03
71kg Freistil: Joel Wrensch (1), RSV Rotation Greiz gegen George Bucur EU (5), Red Devils Heilbronn 0:4/TÜ/0:15/04:02
75Akg Greco: Dawid Karecinski EU (5), RSV Rotation Greiz gegen Erik Obert (-2), Red Devils Heilbronn 4:0/TÜ/15:0/04:16
75Bkg Freistil: Daniel Sartakov (1), RSV Rotation Greiz gegen Haydar Yavuz EU (7), Red Devils Heilbronn 0:4/TÜ/1:16/05:57
80kg Greco: Igor Besleaga EU (5), RSV Rotation Greiz gegen Pascal Eisele (4), Red Devils Heilbronn 2:0/PS/6:2/06:00
86kg Freistil: Martin Obst (3), RSV Rotation Greiz gegen Patryk Dublinowski (1), Red Devils Heilbronn 4:0/DQ/3:1/06:00
98kg Greco: Thomas Leffler (1), RSV Rotation Greiz gegen Jan Zirn (3), Red Devils Heilbronn 0:3/PS/2:12/06:00
130kg Freistil: Magomedgadji Nurov EU (5), RSV Rotation Greiz gegen Stefan Kehrer (3), Red Devils Heilbronn 3:0/PS/10:1/06:00

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