RSV Rotation Greiz: Ringer mit Derbysieg in die Medaillenränge

2.Bundesliga Nord: AC Germania Artern gegen RSV Rotation Greiz 8:20
98kg Freistil: Maximilian Heft, AC Germania Artern gegen Sebastian Jezierzański (blaues Trikot), RSV Rotation Greiz 0:4/TÜ/0:16/00:41

AC Germania Artern gegen RSV Rotation Greiz – 8:20

ARTERN/GREIZ. Die Siegesserie der Greizer Ringer in der 2. Bundesliga Nord hält weiter an. Beim Thüringenderby in Artern erkämpfte sich die leicht veränderte Mannschaft des RSV Rotation Greiz den fünften Sieg in Folge. Der AC Germania Artern unterlag in der gefürchteten Unstruthalle mit 8:20.
Am Samstag lief auch in den anderen Ringerhallen alles für Greiz. Tabellenführer Lübtheen unterlag ersatzgeschwächt in Thalheim, der Tabellendritte Aue musste sich dem KAV Mansfelder Land geschlagen geben.

Zwei Runden vor Schluss der Vorrunde ist die Meisterschaft nun wieder völlig offen.
Greiz hat schon vor dem kommenden Spitzenkampf gegen Aue den dritten Tabellenplatz erkämpft und der Vorsprung der Spitzenteams Lübtheen und Markneukirchen ist auf ganze zwei Zähler geschrumpft.
Hervorragende Voraussetzungen für das Duell mit dem FC Erzgebirge Aue am Samstag zum 85-jährigen Vereinsjubiläum in der Sporthalle in Greiz-Aubachtal sind nun gegeben.

Der Arterner Trainer Michael Getschmann hatte seine Stammmannschaft auf vier Positionen verändert, ohne dabei das Team zu schwächen. Knappe Resultate sind meist nicht das Ding von Vladimir Codreanu (57 kg/f). Doch diesmal führte er gegen den jungen Bulgaren Genadi Marinov zur Pause nur 6:5. Der Greizer ließ sich aber nicht verunsichern, zeigte sein wahres Können und hatte nach 3:49 Minuten mit 20:5 mit technischer Überlegenheit den Fünften der Junioren-EM bezwungen. (Kampfstand aus Greizer Sicht:4:0)

Der frühere Pausaer Plamen Tashev scheint in seinem siebenten Bundesligajahr immer stärker zu werden. Der allerdings mehr als 10 kg leichtere Lukasz Konera (130 kg/g) wurde in die Defensive gedrängt und unterlag – wenn in der Höhe auch etwas unglücklich durch nicht gegebene eigene Griffaktionen –mit 0:9. (4:3)
Seine ersten beiden Zweitligakämpfe hatte der siebzehnjährige Abdul Galamatov (61 kg/g) gegen namhafte Gegner gewonnen und so gegen die Mansfelder den Greizer Sieg gesichert. Diesmal musste er gegen den Freistiler Stephan Knopf, einen nicht so bekannten aber routinierten Widersacher und konditionsstarken Triathleten, Lehrgeld zahlen und unterlag nach einer mit zwei Punkten bestraften Aktion mit 2:4. (4:4)

Der erstmals nach dem Gewinn seines polnischen Meistertitels wieder aufgebotene Sebastian Jezierzanski (98 kg/f) beherrschte Maximilian Heft in allen Belangen, brachte den Gegner mit einem Beinangriff zu Boden und siegte nach sieben Beinschrauben schon nach 41 Sekunden mit 16:0. (8:4)
Der wieder einmal für Vladimir Gotisan ins Team gerückte zweite Siebzehnjährige Joel Wrensch (66 kg/f) musste gegen Steve Brylla erfahren, dass Routine auch mit Kampfgeist nicht immer zu kompensieren ist und unterlag mit 1:8. (8:6)

Nach einer Minute führte der unorthodox kämpfende Michal Pietrzak gegen Tom Linke (86 kg/g) bereits 4:0. Mit einer starken kämpferischen Leistung konnte der in dieser Woche etwas kränkelnde Greizer noch einen 5:4 Sieg herausholen. (9:6)

Der Kampf gegen Marco Scherf wurde eine eindeutige Angelegenheit für Brian Tewes (66 kg/g), der seinem Gegner technisch und taktisch überlegen war und mit 14:0 Punkten gewann. (12:6)
Der deutsche Meister Martin Obst (86 kg/f) erwischt oftmals die stärksten Gegner. So war es auch in Artern, als er auf den Aalener Markus Knobel, immerhin Dritter der nationalen Meisterschaft und Fünfter des Großen Preises von Dortmund – hier bezwang er den polnischen Meister Sokalski (Gelenau) – traf. Mit ständigen Beinangriffen zermürbte er seinen Gegner und hatte in der fünften Minute sein Tagesziel beim 15:0 wieder einmal vorzeitig erreicht. (16:6)

Daniel Sartakov (75 kg/f) traf nicht wie erwartet auf Juan Nguyen sondern auf den zwanzigjährigen Tim Walther, der zwar 1:0 in Führung ging, aber damit sein Pulver verschossen hatte. Schon nach vier Minuten stand nach schnellen Angriffsaktionen der 16:1 Erfolg des Greizers fest. (20:6)

Im Vorjahr ging der Kampf zwischen Toni Stade (75 kg/g) und Jan Zizka ganz knapp an den Prager. Diesmal wirkte der tschechische EM-Teilnehmer dieses Jahres stärker. Er bestimmte den Kampf, führte zur Pause bereits 3:0 und bezwang den Greizer, der dreimal als Untermann in den Bodenkampf musste, schlussendlich mit 7:0.

Der von dem Nordthüringer Verein gut organisierte Kampf fand in sportlicher und fairer Atmosphäre statt, an der auch die ungefähr 20 mitgereisten Greizer Ringkampfanhänger ihren Anteil hatten. Die aus dem Rheinland angereiste Kampfrichterin Laura Ferdinand leitete ohne Probleme.

Stimmen zum Kampf:

Trainer Swen Lieberamm, Greiz: „Wir sind früher auf Platz drei gerückt, als erwartet. Das Team ist fit für den Jubiläumskampf in der nächsten Woche.“
Trainer Michael Getschmann Artern: „Das Ergebnis spiegelt die Tabellensituation wieder. Wir müssen unsere Punkte gegen andere Mannschaften holen. Unsere umgestellte Mannschaft hat gegen den Favoriten topp gekämpft.“

Erhard Schmelzer @09.10.2016