21. Juli 2019

RSV Rotation: Junge Greizer Mannschaft überzeugt in Weischlitz

Regionalliga Mitteldeutschland: WKG Pausa-Plauen II gegen RSV Rotation Greiz endet 7:24
Der Greizer Nachwuchsringer Ron Watzek (blaues Trikot) baut hier seine Führung gegen Florian Frank aus.

WKG Pausa/Plauen II unterliegt in Weischlitz dem RSV Rotation Greiz mit 7 : 24

WEISCHLITZ/GREIZ. Der RSV Rotation Greiz ist auf den Weg zum Staffelsieg in der zweithöchsten deutschen Ringerliga. Die Auswärtshürde WKG Pausa/Plauen II wurde in Weischlitz mit einer stark verjüngten Mannschaft locker genommen.
Mit drei Jugendlichen und zwei Sportlern, die gerade ein bzw. zwei Jahre dieser Altersklasse entwachsen sind, stellte man den Tabellenletzten vor nicht zu lösende Aufgaben.
Die Greizer gewannen sieben der zehn Gewichtsklassen, wobei allein fünfmal die Höchstpunktzahl vier erreicht wurde. Man muss aber auch berücksichtigen, dass die Gastgeber, die in der engen Vereinsturnhalle Weischlitz vor 100 Zuschauern antraten, auf fünf verletzte Stammkräfte verzichten mussten. Dass die mögliche Verstärkung vom DRB-Bundesligisten und WKG-Partner KSC Pausa – bis auf Janik Rausch – wiederum ausblieb, soll an dieser Stelle nicht thematisiert werden.

Den Auftakt machte diesmal auf Wunsch der Gastgeber Lucas Kahnt (71 kg/f), der wieder einmal auf Jonas Valtin traf, einen Gegner, der ihm gar nicht liegt. Bereits in der Vorrunde in Greiz musste er eine deutliche Niederlage hinnehmen. Der geschickt und pfiffig kämpfende Plauener ging mit einer Beinschleuder in Führung, ausschlaggebend für seinen 14:7 Sieg waren aber die beiden gekonterten Beinangriffe des Greizers, die ihm zusammen mit der Beinschleuder in Sekundenschnelle insgesamt 12 Punkte brachten. Dem Greizer sei gesagt, dass es auch für den – wenn auch zur Zeit nicht oft angewendeten – Kampfstil des Plaueners wirksame Gegenmittel gibt. (Kampfstand aus Greizer Sicht:0:2)

Der 15-jährige Rasul Galamatov (57 kg/g) hatte es gegen den 24 Jahre älteren Publikumsliebling Pierre Vierling wie erwartet schwer, seine bei dem Altersunterschied natürlichen physischen Nachteile zu kompensieren. Im Standkampf ließ der Greizer nichts zu, brachte den Gegner beim ersten angeordneten Bodenkampf sogar in die Nähe einer Schulterniederlage. Vierling, der ab nächster Woche in der DRB-Bundesliga kämpfen wird, nutzte seine Chance beim zweiten Bodenkampf durch drei Aufreißer zum 10:2 Sieg. (0:5)

Der diesmal als Mannschaftskapitän fungierende Sebastian Wendel (130 kg/g) brauchte sehr lange, bis er herausgefunden hatte, wie er den körperlich starken Greco-Spezialisten Kevin Drehmann bezwingen konnte. Nach der Pause siegte der Greizer mit acht Beinangriffen sicher mit 15:0. (4:5)

Der in allen sechs Bundesligakämpfen der Pausaer eingesetzte Janik Rausch stand gegen Sven Cammin (61 kg/f) auf verlorenem Posten. Als der tapfer kämpfende Rehauer einmal vor einem Punktgewinn stand, gelang dem Greizer ein Konter, den der gut leitende Frankfurter Kampfrichter Thomas Hausmann mit vier Punkten bewertete. Schon nach zwei Minuten war der Kampf mit 15:0 beendet. (8:5)

Auch Thomas Leffler (98 kg/g) war Stefan Schulz in allen ringerischen Belangen überlegen. Mit Runterreißern und Rollen am Boden hatte er den Kampf schon vor der Pause mit 16:0 für sich entschieden. (12:5)

Abdul Galamatov (66 kg/g) gelang gegen Julian Jahn gleich zu Beginn durch einen wunderschönen Wurf eine Fünferwertung. Sein Meisterstück machte er allerdings, als er sich kurz vor der Pause 12:0 führend an der Hüfte fassen ließ, sich aber, als alle Zuschauer mit einer hohen Wertung des Plaueners rechneten, mit unglaublicher Gewandtheit in der Luft drehte und den überraschten Gegner in die Brücke geförderte, aus der sich dieser nicht mehr befreien konnte. (16:5)

In der 86 kg-Klasse stellten die Gastgeber keinen Gegner, so dass Martin Obst kampflos zu den Punkten kam. (20:5)

Martin Zeuner (80 kg/g) rechtfertigte seine Nominierung mit einer couragierten Leistung gegen Ludwig Höfer. Der ehemalige Zella-Mehliser, bewies, dass man auch mit 33 Jahren, wenn man körperlich gut in Schuss ist, schwer zu bezwingen ist. Am Ende stand für ihn ein im Stand- und Bodenkampf errungener 8:0 Erfolg zu Buche. (23:5)

In Greiz ließ sich Ron Watzek (75 kg/g) vom erfahrenen Florian Frank überraschen. Diesmal brachte er den Plauener nach 0:2 Rückstand mit einem Kopf-Hüft-Schwung an den Rand einer Schulterniederlage. In der Schlussphase hielt er den aufkommenden Gegner mit einem zweiten Wurf auf Abstand. Der 6:4 Sieg dürfte dem Sportschüler in Jena weiteren Auftrieb geben. (24:5)

Norman Heisig (75 kg/f) trat als zwanzigster RSV-Ringer in dieser Saison auf die Matte. Er ging zwar 2:0 in Führung, der fünf Jahre ältere physisch stärkere Pausaer erarbeitete sich ein 8:2. Der sehr clever ringende Greizer scheiterte mehrmals knapp an Punktgewinnen, setzte kurz vor Schluss noch einmal alles auf eine Karte und hätte mit einem doppelten Beinangriff mehr als eine Resultatsverbesserung zum 4:8 erreichen können.

Mit 24:7 festigten die Greizer vor zahlreichen mitgereisten Ringkampfanhängern aus der Perle des Vogtlandes mit ihrem verjüngten Team ihre Tabellenführung.

Stimmen zum Kampf:

Thomas Fähndrich, RSV-Präsident: „Unsere Trainer haben die Chance genutzt, die dadurch entstand, dass die zweite Mannschaft heute kampffrei war, und junge Nachwuchskräfte eingesetzt. Und dieses Experiment ist voll geglückt.“

Udo Woratsch, Präsident des gastgebenden ASV Plauen. „Gegen Greiz haben wir von vorn herein keinen Sieg erwartet. Mit einem oder zwei Erfolgen mehr hätten wir aber schon gerechnet. Im nächsten Jahr muss ein Umbau des Ligensystems erfolgen. Unserer Strategie hauptsächlich mit eigenen Sportlern zu kämpfen, werden wir treu bleiben. “

Beim Deutschen Ringertag in Bad Mergentheim wurde zwar das Präsidium des Deutschen Ringer-Bundes in seiner Funktion bestätigt, allerdings fanden zahlreiche vom Präsidium eingereichte Satzungsänderungen bei den Abstimmungen keine Mehrheit. So ist die Regionalliga Mitteldeutschland auch weiterhin in ihrer Existenz nicht von einer Zustimmung des DRB abhängig.

Erhard Schmelzer @23.10.2017

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