RSV Rotation Greiz: Niederlage in Nürnberg war nicht zu vermeiden

SV Johannis Nürnberg gewann gegen den RSV Rotation Greiz mit 19 : 12

NÜRNBERG/GREIZ. Der letzte Auswärtskampf der Saison des Greizer Ringervereins in der Bundesliga ist Vergangenheit. Die nur noch theoretisch bestehende Möglichkeit, die Endrunde der besten acht deutschen Mannschaften zu erreichen, konnte nicht realisiert werden.
Vor 426 Zuschauern in der Nürnberger Vereinssporthalle siegten die Gastgeber vom SV Johannis Nürnberg mit 19:12 Punkten.
Wie Greizer Vereinsmitglieder recherchierten, waren auch 53 Greizer Ringkampfanhänger angereist.
Beide Mannschaften mussten auf einige ihrer Stammkräfte verzichten. Bei den Nürnbergern fehlten mit dem türkischen Europameister Demirtas und dem Tschetschenen Bataev zwei Aktivposten, die für ihre Landesverbände bei Turnieren aktiv waren.
Die Gastgeber setzten sechs aus der eigenen Nachwuchsabteilung hervorgegangene Sportler ein. Bei den Greizer waren es vier, von denen allerdings nur Sebastian Wendel zum Sieg kam. Beide Mannschaften hatten somit nicht die geringsten Probleme, das vom Deutschen Ringer-Bund festgelegte Punktlimit für den Einsatz von Sportlern, das auch in der nächsten Saison wieder 28 Punkte betragen wird zu erfüllen.

Die Besetzungsprobleme des Greizer Ringervereins in der 57 kg-Klasse im griechisch-römischen Stil sind bekannt. Der sechzehnjährige Greizer Nachwuchsringer Maximilian Böttger (57 kg/g) bestritt seinen dritten Kampf in der Rückrunde. Gegen den sechs Jahre älteren viermaligen Medaillengewinner bei deutschen Nachwuchsmeisterschaften Marcel Sandeck, der in der Vorrunde einen hervorragenden Kampf gegen Vladimir Codreanu gezeigt hatte, war er chancenlos und unterlag mit 0:16. (Mannschaftsstand aus Greizer Sicht: 0:4)
Der erstmals in der Rückrunde eingesetzte Sebastian Wendel (130 kg/f) dominierte den Kampf gegen den 15 kg schwereren Tobias Nendel und kam durch Beinangriffe zu 7 Punkten. Der Versuch, durch weitere Attacken drei Mannschaftspunkte zu erreichen, scheiterte knapp. (2:4)
Mit dem Bulgaren Stoyan Iliev, der mit acht Siegen bei zehn Kämpfen in der Punktwertung der Staffel auf Rang sechs liegt, hatte Vladimir Codreanu (61 kg/f) einen erfahrenen Gegner erhalten, der aber an diesem Tag chancenlos war. Der Greizer bestimmte das Geschehen auf der Matte mit Beinangriffen und Bodenaktionen und hatte bereits nach etwas mehr als vier Minuten einen 16:0 Vorsprung erkämpft. (6:4)
Thomas Leffler (98 kg/g) wird sich wohl selten so geärgert haben. Gegen den erfahrenen Philipp Vanek führte er bis 45 Sekunden vor Schluss mit 5:2, musste dann aber nach einer Ermahnung im angeordneten Bodenkampf eine Viererwertung abgeben und unterlag mit 5:6. (6:5)
Als letzter Greizer Kämpfer vor der Pause ging Abdul Galamatov (66 kg/g) auf die Matte. Zur Halbzeit lag er nach starker Leistung gegen den langjährigen deutschen Auswahlringer Deniz Menekse 3:5 zurück. In der zweiten Hälfte spielte der Nürnberger seine bei dreizehn internationalen Meisterschaften erworbene Erfahrung aus, kam immer besser in Fahrt und konnte nach vier Minuten beim Stande von 9:3 einen Schultersieg feiern. (6:9)
Martin Obst (86 kg/f) traf auf einen Gegner, den sich jeder Trainer in seinem Team wünscht. Der Freistilringer kämpfte in dieser Saison in den Gewichtsklassen von 80 bis 130 kg. Gegen den auch nach neun Runden noch immer ungeschlagenen Greizer Topringer brach eine alte Knieverletzung wieder auf, so dass sich der umsichtig leitende Stuttgarter Kampfrichter Manuel Senn gezwungen sah, den Kampf nach gut zwei Minuten beim Stande von 3:1 für den Greizer abzubrechen. (10:9)
Vladimir Gotisan (71 kg/f) ging zwar gegen Tim Stadelmann 1:0 in Führung, doch dann punktete nur noch der taktisch klug kämpfende deutsche Vizemeister, der am Ende mit 8:1 siegte. (10:11)
Der diesmal mit Sebastian Kessel das Team betreuende Konstantin Sommer (80 kg/g) trat selbst an und war stilartfremd kämpfend gegen den Spezialisten Sven Dürmeier klar im Nachteil. Beim angeordneten Bodenkampf ließ sich der Greizer zweimal mit einem Ausheber überraschen und geriet bis zur Pause 2:11 in Rückstand. In den nächsten beiden Minuten band der ehemalige EM-Starter den Sack dann beim 17:2 Sieg zu. (10:15)
Einen ähnlichen Verlauf gab es im nächsten Kampf, als Toni Stade (75 kg/g) gegen Zoltan Levai mit 0:15 unterlag. Der ungarische U23-Europameister des Vorjahres nutzte seine technischen und physischen Vorteile und kam bereits in der vierten Minute zum vorzeitigen Erfolg. (10:19)
Wie gegen Hallbergmoos konnte Daniel Sartakov (75 kg/f) den Mannschaftssieg nicht mehr sichern. Trotzdem kämpfte er gegen den erfahrenen Mario Besold von der ersten Minute an engagiert und sicherte sich im elften Saisonkampf mit einem 8:2 Erfolg den zehnten Sieg. Trotz der gelb/roten Karte für den Nürnberger Trainer Christoph Pscherer war es ein sehr fairer und sportlicher Kampf.

Stimmen zum Kampf:

Dino Noth (Vorstand SV Johannis): „Respekt vor dem Aufsteiger aus Greiz. Beide Mannschaften haben heute auf Stammringer verzichten müssen. Wir sind nun Dritter in der Tabelle und müssen hoffen, durch Losentscheid noch die Endrunde zu erreichen. Aber Greiz war leistungsmäßig nicht so weit weg. Da wird gute Arbeit geleistet.“

Thomas Fähndrich (Greizer Präsident): „Beide Mannschaften mussten auf wichtige Stützen verzichten. Im griechisch-römischen Stil haben wir alle fünf Kämpfe, vier leider sehr hoch verloren. Am nächsten Samstag zum Saisonschluss gegen Burghausen möchten wir uns von unseren treuen Zuschauern mit einer starken Leistung verabschieden.

Der Kampf wird bereits um 18 Uhr beginnen.“

Statistik

Zuschauer: 426
Kampfrichter Manuel Senn
57kg Greco: Marcel Sandeck, SV Johannis Nürnberg gegen Maximilian Böttger, RSV Rotation Greiz – 4:0/ÜG/16:0/01:20
61kg Freistil: Stoyan Iliev, SV Johannis Nürnberg gegen Vladimir Codreanu, RSV Rotation Greiz – 0:4/TÜ/0:16/04:11
66kg Greco: Deniz Menekse, SV Johannis Nürnberg gegen Abdul Galamatov, RSV Rotation Greiz – 4:0/SS/9:3/03:59
71kg Freistil: Tim Stadelmann, SV Johannis Nürnberg gegen Vladimir Gotisan, RSV Rotation Greiz – 2:0/PS/8:1/06:00
75Akg Greco: Zoltan Levai, SV Johannis Nürnberg gegen Toni Stade, RSV Rotation Greiz – 4:0/TÜ/15:0/03:20
75Bkg Freistil: Mario Besold, SV Johannis Nürnberg gegen Daniel Sartakov, RSV Rotation Greiz – 0:2/PS/2:8/06:00
80kg Greco: Sven Dürmeier, SV Johannis Nürnberg gegen Konstantin Sommer, RSV Rotation Greiz – 4:0/TÜ/17:2/03:19
86kg Freistil: Marc Pöhlmann, SV Johannis Nürnberg gegen Martin Obst, RSV Rotation Greiz – 0:4/AS/1:3/02:11
98kg Greco: Philipp Vanek, SV Johannis Nürnberg gegen Thomas Leffler, RSV Rotation Greiz – 1:0/PS/6:5/06:00
130kg Freistil: Tobias Nendel, SV Johannis Nürnberg gegen Sebastian Wendel, RSV Rotation Greiz – 0:2/PS/0:7/06:00

Erhard Schmelzer @09.12.2018

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