Knappe Niederlage im Derby

2.Bundesliga Nord: RSV Rotation Greiz gegen AV Germania 06 Markneukirchen endet 19:21
84A kg Griechisch-Römisch: Edgar Babayan (rotes Trikot), RSV Rotation Greiz gegen Anton Noack, AV Germania 06 Markneukirchen – 4:0/SS-5:0/00:46

Markneukirchen gewinnt vogtländisches Duell in Greiz – 2.Bundesliga Nord: RSV Rotation Greiz gegen AV Germania 06 Markneukirchen endet 19:21

GREIZ. Beide Mannschaften konnten je eine Gewichtsklasse nicht besetzen, Markneukirchen die Gewichtsklasse 55 kg Klassisch und Greiz die 66 kg Klassisch. Der Greizer Edgar Melkumov war bei einem internationalen Turnier in Litauen für Polen im Einsatz.
Auf Greizer Seite setzte der Greizer Trainer Falk Schlehahn Konstantin Sommer (74 kg/F) und Edgar Babayan (84 kg/K) wieder ein.
Der Markneukirchener Trainer Andre Backhaus verzichtete gegenüber dem Sieg gegen den KAV Mansfelder Land auf David Boros (55kg Klassisch) und Filip Köszeghy (96 kg Klassisch), baute seine Mannschaft etwas um und war damit erfolgreich.

Vor dem Kampf wurde vom Greizer Verein eine Stellungnahme gegen aufkommende Tendenzen der Ausländerfeindlichkeit vom Greizer Trainer Falk Schlehahn verlesen, in der man sich von dieser Tendenz deutlich distanziert.
Anschließend wurde von den Greizer Ringern Michael Völkel und Radoslaw Kisiel ein Ehrenkodex der Mannschaft verlesen.
Die Greizer Fans honorierten diese Aktion mit starkem und lang anhaltendem Beifall.

Erklärung der Sportler der I. Mannschaft des RSV Rotation Greiz e.V. gegen rechte Gewalt:

Ein Grundsatz der Tätigkeit des Vereins ist, dass er offen für alle sportinteressierten Bürgerinnen und Bürger, unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit, Rasse, Religion, Weltanschauung, Parteizugehörigkeit und gesellschaftlicher Stellung ist. Jeder, der sportinteressiert ist, kann also Mitglied in unserem Verein werden. Unser Verein ist Mitglied im Thüringer Ringerverband und dem Deutschen Ringerbund. Mit unseren Mannschaften ringen wir in den von den genannten Verbänden organisierten Ligen. In diesen Ligen ringen eine Vielzahl ausländischer Sportler. In der Mannschaft des RSV Rotation Greiz e.V. haben in der Vergangenheit und werden auch in Zukunft Sportler aus anderen Nationen unseren Verein unterstützen und hier ringen.

Beispielhaft möchte ich hier einige nennen:
Kim Holk, Schweden
Nikolaos Sofianidis, Griechenland
Christos Polyonidis, Griechenland
Francesco Miano Petto, Italien
Francisco Sanchez Parra, Spanien
Evgeni Buslovic, Ukraine
Anders Hanson, Dänemark
Ake Lindgren, Schweden
Ivan Djorev, Bulgarien
Roberto Pira, Italien
Felix Polianidis, Griechenland
Guiseppe Guinta, Italien
Petr Klikos, Tschechien
Vladimir Gotisan, Moldawien
Evgeni Valentir, Bulgarien
Lukas Niewidomski, Polen
Radoslaw Baran, Polen

und unser aller Held
Viktor Peikow, Moldawien

Zu unserer Mannschaft gehören aktuell unsere polnischen Sportsleute:
Mateusz Bierzanowski, Polen
Patryk Dworzyk, Polen
Radoslaw Kisiel, Polen
Edgar Melkumow, Armenien
Radoslaw Horbick, Polen
Edgar Babayan, Armenien

Die Sportler untereinander respektieren und schätzen die Leistung der anderen.

Alle unserer ausländischen Ringer haben ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu unserem Verein. Wir haben diese Sportler in den vergangenen Jahren auch durch das intensive Verhältnis und die faire Auseinandersetzung mit der Leistung mit unseren treuen Fans an unseren Verein binden können.
Wir werden es daher nicht zulassen, dass dieses Verhältnis durch ausländerfeindliche Äußerungen missachtet und angegriffen wird. Um dies zu unterstreichen, gibt unser Mannschaftskapitän Michael Völkel im Namen der Mannschaft folgenden Ehrenkodex ab:

„Wir unterstreichen das nachdrückliche Bekenntnis der Sportler des RSV Rotation Greiz e.V. gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Extremismus jeder Art für Toleranz, Freundschaft, Partnerschaft, Fair Play und Integrationsbereitschaft.“

Stellvertretend für unsere polnischen Sportler Radoslaw Kisiel (Kodeks Zachowania):
„My podkre’sla’c ktöre uznanie zawodnik tam RSV Rotation Greiz przeciw ksenofobia, rasizm ekstremizm wszelkiej masci dla tolerancja, przyazn, partnerstwo, fair play i gotowosc integracja.“

Wir bedanken uns für Eure Unterstützung und wünschen Euch einen spannenden Mannschaftskampf.

Falk Schlehahn 26.11.2011

Auch wenn die Fans in der sehr gut gefüllten Greizer Jahnturnhalle nur acht Kämpfe sahen, brauchten sie ihr Kommen nicht zu bereuen, denn erst im letzten Kampf wurde das Vogtlandderby entschieden. Die Ringer beider Mannschaften verließen vier Mal die Matte siegreich.
Falk Schlehahn bemängelte nach dem Kampf, dass seine Sportler bei Niederlagen zu wenig Runden gewonnen hätten und vier Mal die volle Punktzahl nicht ausreichte.

In der Gewichtsklasse 55 kg Klassisch kam der Pole Mateusz Bierzanowski kampflos zu vier Mannschaftspunkten.

Wie schon in Markneukirchen standen sich Sebastian Wendel und der zweifache Europameister Andre Backhaus gegenüber, nur dieses Mal in der Gewichtsklasse 120 kg Freistil. Beim Hinkampf verlor der junge Greizer glatt mit 0:3 Runden. Er unterlag zwar auch in diesen Kampf, konnte dem Routinier aber wenigstens eine Runde abnehmen.

Merlin Sewina (60 kg/F) traf auf den körperlich überlegenen Bruce Brommnitz. Nach dem 0:1 im Hinkampf merkte Sewina, dass gegen seinen Gegner etwas gehen könnte, riskierte aber in der zweiten Runde zu viel, wurde gekontert und lag auf den Schultern.

In der Gewichtsklasse 96 kg Freistil traf Michael Völkel auf den Zehnten der diesjährigen Weltmeisterschaft, den Slowaken Marian Mihalik. Eine Rolle genügte dem Slowaken, um diesen Kampf mit 3:0 Runden zu gewinnen.

In der Gewichtsklasse 66 kg Klassisch konnte Markneukirchen kampflos den Vorsprung auf 14:5 ausbauen.

Radoslaw Horbik (84 kg/F) lag nach einer Aktion seines Gegners mit 0:3 im Rückstand. Diese Unachtsamkeit stachelte den Polen an. Durch Beinangriffe und Rollen ließ er seinem Gegner keine Chance und gewann mit technischer Überlegenheit.

Radoslaw Kisiel (66 kg/F) hatte sich der stürmischen Angriffe des jungen Filip Dubsky zu erwehren. Dies schaute er sich eine Weile an, dann zeigte er seine ganze Klasse und mit seiner ersten ernsthaften Aktion legte er seinen überraschten Gegner auf die Schultern.

Wie schon in Markneukirchen trafen in der Gewichtsklasse 84 kg Klassisch Edgar Babayan und Anton Noack aufeinander, und wieder hatte der Markneukirchner keine Chance. Die erste Aktion des Greizers wurde noch wegen angeblicher Beinarbeit abgepfiffen, aber der nachfolgende Wurf brachte die Entscheidung, den Schultersieg des Greizers, und der RSV ging beim 17:14 erstmals in Führung.

Es folgte der kämpferische Höhepunkt des Abends zwischen Toni Stade und Francis Weinhold über fünf Runden mit einem glücklichen 2:3-Rundensieg der Musikstädter. Beide gaben alles und wurden mit lang anhaltendem Beifall bedacht.

Nun lag es an Konstantin Sommer (74 kg/F). An diesem Abend traf er auf einen bis in die Haarspitzen motivierten Andrzej Grzelak. Trotz tapferer Gegenwehr musste der Greizer die technische Überlegenheit, vor allem durch Rollen anerkennen. So kamen vier Punkte auf das Gästekonto, die damit den Sieg feiern durften.

Durch die gleichzeitigen Niederlagen der WKG Pausa/Plauen (17:18 gegen WKG Leipzig/ Taucha) und KAV Mansfelder Land (19:21 gegen KG Küstenringern) bleibt Greiz an der Tabellenspitze.

Der RSV Roation Greiz II besiegte im Kampf der Oberliga Thüringen den KSC Apolda mit 18:13.

Stimmen zum Vogtlandderby

André Backhaus (Trainer AV Markneukirchen): „Mit diesem Sieg konnten wir unsere Position festigen. Es war ein etwas glücklicher, aber verdienter Sieg. Die Fans, so glaube ich, konnten zufrieden sein, denn sie haben gute Kämpfe gesehen.“

Falk Schlehahn (Trainer RSV Rotation Greiz): „An diesem Abend waren die kleinen Punkte entscheidend. Trotz unserer Niederlage haben die Zuschauer einen guten und sehr spannenden Mannschaftskampf gesehen.“

Wettkampfstätte: Jahnturnhalle, Fritz-Reuter-Str.8, 07973 Greiz
Kampfrichter Mario Baumeister
Anzahl Zuschauer: 378

55 kg Griechisch-Römisch: Mateusz Bierzanowski, RSV Rotation Greiz gegen (kein Gegner), AV Germania 06 Markneukirchen- 4:0/KL/0:0
60 kg Freistil: Merlin Sewina, RSV Rotation Greiz gegen Bruce Brommnitz, AV Germania 06 Markneukirchen – 0:4/SS-0:3-0:5/03:36
66A kg Griechisch-Römisch: (kein Gegner), RSV Rotation Greiz gegen Heiko Holzapfel, AV Germania 06 Markneukirchen – 0:4/KL-0:0
66B kg Freistil: Radoslaw Kisiel, RSV Rotation Greiz gegen Filip Dubsky, AV Germania 06 Markneukirchen – 4:0/SS-6:1/01:44
74A kg Griechisch-Römisch: Toni Stade, RSV Rotation Greiz gegen Francis Weinhold, AV Germania 06 Markneukirchen – 2:3/PS-1:1-1:0-0:1-7:0-0:1/09:32
74B kg Freistil: Konstantin Sommer, RSV Rotation Greiz gegen Andrzej Grzelak, AV Germania 06 Markneukirchen – 0:4/TÜ-0:7-0:6-0:5/04:09
84A kg Griechisch-Römisch: Edgar Babayan, RSV Rotation Greiz gegen Anton Noack, AV Germania 06 Markneukirchen – 4:0/SS-5:0/00:46
84B kg Freistil: Radoslaw Horbik, RSV Rotation Greiz gegen Björn Hauck, AV Germania 06 Markneukirchen – 4:0/TÜ-5:3-6:0-4:1/04:38
96 kg Freistil: Michael Völkel, RSV Rotation Greiz gegen Marian Mihalik, AV Germania 06 Markneukirchen – 0:3/PS-0:2-0:1-0:1/06:00
120 kg Freistil: Sebastian Wendel, RSV Rotation Greiz gegen Andre Backhaus, AV Germania 06 Markneukirchen- 1:3/PS-4:1-0:2-2:3-0:2/08:00

Dietmar Wolf @26.11.2011