18. November 2019

In Hallbergmos war mehr als Remis möglich

Igor Besleaga EU (5), RSV Rotation Greiz
Igor Besleaga EU (5), RSV Rotation Greiz

SV Siegfried Hallbergmoos gegen RSV Rotation Greiz endet 16:16

GREIZ/HALLBERGMOOS. Im Vorjahr unterlagen die Greizer Bundesligaringer im Auswärtskampf in Hallbergmoos mit 10:22 Punkten. Trotz Aufstellungsproblemen für den Greizer Trainer Tino Hempel war diesmal mehr als ein Remis möglich. Die Mannschaftsumstellungen waren diesmal nicht gänzlich gewollt. Nachdem mit Sebastian Wendel ein für die Verteilung der Ringerpunkte wichtiges Eigengewächs ausgefallen war, musst am Donnerstag auch noch Alexander Grebensikov aus beruflichen Gründen absagen. Kurzfristig sprangen Stefan Lippke – trotz mehr als 800 km langer Anreise aus Hamburg– und Rasul Galamatov ein und stellten sich in den Dienst der Mannschaft.
Der Kampf vor der unerwartet bescheidenen Kulisse von nur 250 Besuchern begann hoffnungsvoll für die Gäste. Sven Cammin (57 kg/f) geriet zwar gegen den Olympiasiebenten von London, der mit seinem fünften Platz bei der EM im Vorjahr noch einmal in die internationale Spitze vorstieß, erwartungsgemäß in Rückstand, hatte aber das bessere Ende für sich und konnte auf 4:14 verkürzen. (Mannschaftsstand aus Greizer Sicht: 0:3) Der EM-Dritte Alin Alexuc-Ciurariu (130 kg/g) wurde seiner Favoritenrolle gegen den jungen Mathias Wimmer vollauf gerecht und gewann in der dritten Minute mit technischer Überlegenheit 17:2. (4:3) Gegen den sehr erfahrenen Litauer Justas Petravicius, der seit 2013 zu den ständigen Teilnehmern bei Welt-und Europameisterschaften der Männer gehört, stand der Grebensikov-Ersatz Rasul Galamatov (61 kg/g) erwartungsgemäß vor einer unlösbaren Aufgabe. Er verkaufte sich aber sehr gut, gab kämpferisch sein Bestes, musste aber in der vierten Minute eine 2:17 Niederlage einstecken. (4:7) Gegen den Türken Ahmed Bilici kam Stefan Lippke (98 kg/f) beim Stande von 0:8 bereits in der ersten Runde um eine Schulterniederlage nicht herum. (4:11) Im letzten Kampf vor der Pause war der Moldawier Vladimir Gotisan (66 kg/f) (10:4) klarer Favorit gegen das Hallbergmooser Eigengewächs Thomas Kopp. Doch mit dem erwarteten 4 Punkten wurde es nichts. Der Moldawier hatte nicht seinen besten Tag erwischt und der Luckenwalder Kampfrichter Thomas Hausmann zog sich die Kritik der Greizer zu, da er den passiven Gegner nicht entsprechend sanktionierte. Erst kurz vor Schluss sicherte sich der Greizer beim Endstand von 9:1 die drei Siegpunkte. (7:11)
Ein hervorragender Kampf gelang Mateusz Wolny (86 kg/g) gegen den schwedischen Vizeweltmeister Alexandros Kessidis. Zur Halbzeit 0:1 zurückliegend, führte der Greizer nach vier Minuten mit 2:1. Dann wieder Aufregung im Greizer Lager wegen einer umstrittenen Vierer-Wertung für den Schweden, der sich am Ende mit 7:2 durchsetzte. (7:13) Überragend kämpfte Dawid Karecinski (71 kg/g), der auf Vladislavs Jakubovics traf. Beim ersten angeordneten Bodenkampf kam er bereits 30 Sekunden später durch Bodenrollen nach beiden Seiten zum vorzeitigen15:0 Sieg. (11:13) Der deutsche Meister Martin Obst (80 kg/f) dominierte zwar die ganze Kampfzeit gegen den DM-Dritten Andreas Walter, doch fielen kaum Wertungen. Am Ende setzte sich der Routinier aus Berlin mit vier Einser-Wertungen durch. (13:13) Daniel Sartakov (75 kg/f), der diesmal auf Vizemeister Ergün Aydin traf, hatte wieder einige Schwierigkeiten in der Hallberghalle, da seinem Gegner u.a. zwei Vierer-Wertungen gelangen. „Bei Daniels risikoreichem Ringkampfstil ist alles möglich“, meinte sein mitgenommener Trainer Tino Hempel: „Er kann immer siegen, hätte heute aber auch 2 oder auch 4 Punkte abgeben können.“ Am Ende hieß es 3:12 (13:16) Bei einem vorzeitigen Sieg von Igor Besleaga (75 kg/g) gegen den Hallbergmooser Vereinspräsidenten Michael Prill wären die Greizer als Sieger nach Hause gefahren. Ein Vorhaben, dass nicht ganz aussichtslos schien. Doch der Hallbergmooser, der Deutschland als Junior international vertrat, kämpfte sehr überlegt und hielt seine passive Marschroute ein. Der Greizer Trainer, der das nach seiner Ansicht fehlende sanktionierende Eingreifen des Kampfrichters mehrmals monierte, erhielt darauf hin die gelb/rote Karte. Am Ende fehlten dem Moldawier drei Punkte zum 15:0 Sieg. Man kann nun darüber streiten, ob Greiz beim 16:16 in Hallbergmoos einen Punkt verloren oder einen Punkt gewonnen hat. Mit 5:3 Punkten liegt Greiz nach vier Kämpfen auf den vierten Tabellenplatz.
Unter den Zuschauern befand sich auch mit Herrn Richter von Glasfasertechnik München mit Sitz in Dachau einer der Hauptsponsoren des Vereins.

Erhard Schmelzer

Mehr vom RSV Rotation Greiz