Greizer Ringer siegen nach zehn Jahren wieder in Aue

FC Erzgebirge Aue gegen RSV Rotation Greiz endet 10:19

Ersten 5 Kämpfe

Genau zehn Jahre ist es her, dass der RSV Rotation Greiz beim FC Erzgebirge Aue wieder einmal einen Sieg landen konnte. In der Zwischenzeit gab es einige knappe aber auch einige deftige Niederlagen. Oftmals häuften sich gerade im Erzgebirge Ausfälle und Verletzungen, so dass die Trainer das Greizer Team umstellen mussten. Daniel Sartakov musste z.B. auch schon mal drei Gewichtsklassen höher im griechisch-römischen Stil kämpfen. Diesmal gab es keine tiefgreifenden Ausfälle im Greizer Team, dafür knirschte es bei den Gastgebern, die sich den Saisonstart etwas anders vorgestellt hatten. Aber nicht nur die Aktiven waren bei Greiz an
Deck. Unter den 520 offiziell angegebenen Zuschauern, Greiz war wieder an der Rekordzuschauerkulisse aller Staffeln der Bundesliga beteiligt, befanden sich zahlreiche Schlachtenbummler aus dem Thüringer Vogtland. Der alte Auer Aktive, der meinte: „Es ist immer das Gleiche, wenn Greiz kommt: Es sind mehr Greizer Anhänger in der Halle als Auer“; hat zwar übertrieben, doch kaum eine Ringermannschaft in Deutschland wird so von ihren Anhängern unterstützt wie der RSV.
Und die Greizer Fans hatten bereits beim Auftaktkampf allen Grund zum Jubeln als Vladimir Codreanu (57 kg/f) auf Routinier Pierre Vierling traf, den ehemaligen Juniorenmeister sofort zu Boden brachte und nach einer Rollenserie sofort 12.0 führte. Bereits in der zweiten Minute stand der 16:0 Sieg des Greizers fest. (Mannschaftsstand aus Greizer Sicht: 4:0) Der rumänische EM-Dritte Alin Alexuc-Ciurariu (130 kg/g) musste sich mit dem langjährigen ehemaligen deutschen Auswahlringer Nico Schmidt auseinandersetzen, der seit 2002 bei den Erzgebirgern nicht zu ersetzen ist. Die beiden Athleten schenkten sich nichts, egalisierten sich meist bei ihren Aktionen. Auch nach zwei erkämpften Verwarnungen konnte der Rumäne außer dem obligatorischen Punkt im Bodenkampf keinen Vorteil erkämpfen. Als er den Auer, der 2009 sein stärkstes Jahr hatte, als er EM-Dritter wurde und bei der WM nur auf Grund, dass er auf Grund seiner Trikotfarbe als Erster zu Boden musste, die Bronzemedaille hauchdünn verpasste, aus dem Gleichgewicht brachte, erkämpfte er die einzigen technischen Punkte zum 4:0. (6 0) Alexander Grebensikov war diesmal nicht einsatzfähig. Das Greizer Eigengewächs Dustin Nürnberger (61 kg/g) musste deshalb in die Presche springen und gegen den ehemaligen Vizeeuropameister Mariusz Los antreten. Zur Halbzeit lag der Greizer gegen Polen, der im Vorjahr mit Burghausen Mannschaftsmeister geworden war und vorher drei Jahre für den Spitzenverein Aalen gekämpft hatte, 0.3 zurück. Danach drehte der Auer, dessen Gegner auf Grund des Gewichtmachens nun abbaute, auf und kam zwei Sekunden vor Schluss zum 16:0 Sieg. (4:6) Die Erzgebirger hatten gegen Sebastian Wendel (98 kg/f) vier Punkte eingeplant, doch so sah es nicht aus, der U23-Vizeeuropameister von 2016 Mateusz Filipczak davon weit entfernt. Eine Minute vor Schluss stand es 3:0, dann gelangen dem Polen allerdings noch 5 Punkte. (6:7) Vladimir Gotisan (66 kg/f) kam kampflos zu den Punkten, da Philipp Herzog am Kampftag erkrankte und sogar kurzzeitig ins Krankenhaus eingewiesen werden musste. (Halbzeitstand 10:7) Die Entscheidung zwischen Thomas Löffler (86 kg/g) und Jacek Tomaszewski fiel in der zweiten Minute im Bodenkampf als dem Polen eine Rolle gelang. Der Greizer kam trotz Endspurt nur noch zur Resultatsverbesserung von 1:3. (10:8) Dawid Karecinski (71 kg/g) war dem A-Jugendlichen Maximilian Becher klar überlegen und landete mit Stand-und Bodentechniken schon nach gut zwei Minuten den vorzeitigen 16:0 Sieg.(14:8) Martin Obst (80 kg/f) und der drei Jahre jüngere Franco Büttner, die sich vom intensiven Training kennen, lieferten sich schon oft große Kämpfe, die ganz knapp ausgingen. Der Auer ging mit einem Armdrehschwung 2:0 in Führung. Der Greizer wollte mit einem Beinangriff punkten. Als alles schon nach einem Punktgewinn aussah, entzog sich der Modellathlet mit akrobatischer Dynamik der Situation, was die Zuschauer mit einem Beifallssturm honorierten. Eine Minute später kam der Greizer mit der gleichen Technik zum 2:2 Sein Gegner zog sich dabei aber eine Knieverletzung zu, musste sich behandeln lassen, stellte sich wieder zum Kampf, musste aber feststellen, dass er so nicht weiterkämpfen konnte und gab enttäuscht den Kampf auf. (18:8) Auch zwischen Daniel Sartakov (75 kg/f) und Brian Bliefner stand der Kampf auf des Messers Schneide. Der Greizer ging 3:0 in Führung und lies den aufkommenden Widersacher nur noch auf 3:2  herankommen. (19:8) Toni Stade (75 kg/g) hielt sich gegen den DM-Dritten Niklas Ohff wacker. Im Bodenkampf erhielt er vom fehlerlosen Stendaler Kampfrichter Christopher Krumrey eine Strafe von zwei Punkten. Als der Greizer im Schlussspurt, 0:4 in Rückstand liegend, noch einmal alles auf eine Karte setzte, wurde er von der Matte gedrängt und unterlag mit 0:5.
Nach zehn Jahren gelang nun wieder ein Sieg in Aue, der sogar mit 19:10 recht deutlich ausfiel. Greiz bleibt nach zwei Siegen vorerst punktgleich vor dem deutschen Meister Burghausen Tabellenführer. In der nächsten Woche hat Greiz auf Grund des Rückzuges von Bindlach kampffrei. Am Sonnabend, den 29.September, ist beim Vogtlandderby gegen die WKG Pausa/Plauen Spannung, Dramatik und Stimmung angesagt.

Weitere Ergebnisse des Tages:
SV Wacker Burghausen – SV Siegfried Hallbergmos 19:7
TSV Westendorf – WKG/Pausa/Plauen 13:16
kampffrei: SV Johannis Nürnberg

Stimmen zum Kampf:
Björn Schöniger (Trainer Aue): „Glückwünsche an die Greizer
Mannschaft, die verdient gewonnen hat. Wir hatten mit Krasznai, Jäger und Herzog zu viele
Ausfälle. Hoffentlich fällt Franco Büttner jetzt nicht auch noch aus.“

Tino Hempel (Trainer des RSV Rotation Greiz): „Bei unserem Team passt alles zusammen. Wir sind super in die Saison gestartet. Wenn Pausa in der nächsten Woche gut gegen Aue kämpft, wird es doch noch etwas mit 1000 Zuschauern beim Vogtlandderby am 29. September in Greiz.“ Alin Alexuc-Ciurariu, Greizer Ringer in der 130 kg-Klasse: „Ich hatte heute nach einer Woche Trainingslager in den Karpaten bei Poiana Brasov doch einige Schwierigkeiten.“ Nico Schmidt, (Aue, 130 kg): „Ich glaube, ich habe mich bei meinem Alter gegen den EM-Dritten ganz gut gehalten. Die neue Regeln im griechisch-römischen Stil werden nicht für mehr
Aktionen sorgen.“

Erhard Schmelzer @15.09.2018

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