18. September 2019

Eyleen Sewina: Bei Vizeeuropameisterin geht es im Leistungssport zielgerichtet weiter

Eyleen Sewina: Bei Vizeeuropameisterin geht es im Leistungssport zielgerichtet weiter
Eyleen Sewina

Das Jahr 2018 war das bisher erfolgreichste im noch jungen Leben von Eyleen Sewina

GREIZ. Das Jahr 2018 war das bisher erfolgreichste im noch jungen Leben von Eyleen Sewina. Die zwanzigj├Ąhrige Sportlerin des RSV Rotation Greiz schloss mit sehr guten Noten ihr Abitur ab, erk├Ąmpfte mit der Juniorenmeisterschaft ihre neunte Medaille bei nationalen Titelk├Ąmpfen und qualifizierte sich f├╝r die Europameisterschaften dieser Altersklasse.
Hier gelang ihr mit dem Gewinn der Silbermedaille ein spektakul├Ąrer Erfolg nicht nur f├╝r ihren Verein, sondern auch f├╝r den Th├╝ringer Ringerverband, dessen internationale Erfolge in den letzten Jahren eher Mangelware waren.
Nicht zu vergessen ist ihr Auftritt bei den Weltmeisterschaften, wo sie zwar gegen die WM-Dritte aus Russland ausschied, aber wie von vielen anwesenden deutschen Fachleuten best├Ątigt, einen grandiosen Kampf lieferte und nur hauchd├╝nn 1:2 unterlag.
Eyleen Sewina, die nie den Verein wechselte, begann 2005 in der ersten Klasse im St├╝tzpunkt der Lessingschule in Greiz mit dem Ringkampfsport. Ab der f├╝nften Klasse trainierte sie dann, auch wieder unter Trainer Andreas Mattern, in der damaligen Haupttrainingsst├Ątte des Greizer Ringervereins, in der traditionsreichen Jahnturnhalle.
Nach 13 K├Ąmpfen im Kreisma├čstab startete sie im September 2008 erstmals au├čerhalb des Landkreises und erk├Ąmpfte in K├Âlleda eine Silbermedaille.
Zehn Jahre sp├Ąter eroberte sie bei den Europameisterschaften der Junioren als erfolgreichste deutsche Starterin ebenfalls eine silberne Plakette.
Der Weg dorthin war nicht leicht. Sie sch├Ątzt selbst ein: ÔÇ×Es gab viele H├Âhen und Tiefen. Aber ich habe immer einen Weg gefunden, engagiert weiter zu trainieren.ÔÇť
Schon in der Jahnturnhalle z├Ąhlte sie, wie ihr langj├Ąhriger Trainer Andreas Mattern best├Ątigt, zu den Flei├čigsten im Training. Als erstes M├Ądchen, das den Ringkampfsport in Greiz intensiv betrieb, war das gewiss nicht immer leicht.
Da auch die sportliche Leistung stimmte ÔÇô die schulische sowieso ÔÇô war 2010 der Gang an die Sportschule Jena nur folgerichtig.
Schon als Dreizehnj├Ąhrige stand sie 2011 bei ihrer ersten Teilnahme bei den deutschen Meisterschaften als Bronzemedaillengewinnerin auf dem Siegertreppchen.
Seit 2013 brachte sie das Kunstst├╝ck fertig, jedes Jahr bei deutschen Titelk├Ąmpfen eine Medaille zu erobern.
Nat├╝rlich blieben R├╝ckschl├Ąge nicht aus, lief nicht alles nach Plan. Als sie 2014 zum ersten mal den Meistertitel bei der weiblichen Jugend eroberte, fuhr eine von ihr bezwungene Athletin zu Welt- und Europameisterschaften. Doch sie gab nie auf, strebte immer nach H├Âherem, auch wenn dies mit mehr Aufwand verbunden war.
So wechselte sie im April 2016 auf eigenem Wunsch von Jena nach Frankfurt/Oder. Am dortigen Bundesst├╝tzpunkt trainieren die leistungsst├Ąrksten deutschen M├Ądchen und Frauen. Hier findet in Deutschland das optimale Training im weiblichen Bereich statt. Und auch dieser Schritt hat sich gelohnt. Bereits 2017 startete sie als Juniorenmeisterin bei der EM, musste aber – noch sehr nerv├Âs – Lehrgeld zahlen. Schon ein Jahr sp├Ąter gelang ihr aber mit EM-Silber der gro├če Wurf.
Wie geht es nun weiter? Es ist symptomatisch f├╝r das bundesdeutsche Sportsystem, dass nach Absolvierung der Sportschule die wenigsten Sportler ad├Ąquate Trainingsm├Âglichkeiten erhalten, um ihre leistungssportliche Laufbahn zielgerichtet fortsetzen zu k├Ânnen.
Auch hier scheint Eyleen Sewina, durch eigene Initiative und wie immer unterst├╝tzt durch ihre Mutter, die aktiv im Greizer Verein mitarbeitet, eine L├Âsung gefunden zu haben. Eyleen studiert seit Oktober 2018 an einer der elf deutschen Eliteuniversit├Ąten, an der Freien Universit├Ąt in Berlin ÔÇô Dahlem, Sonderp├Ądagogik und Philosophie.
In Zusammenarbeit mit dem Olympiast├╝tzpunkt Frankfurt (Oder) und dem Bereich Unisport an der Freien Universit├Ąt ist es gelungen, ein optimales Trainingskonzept auf die Beine zu stellen, das gew├Ąhrleistet, das Studium zu absolvieren und ihren geliebten Ringkampfsport in hoher Intensit├Ąt weiter aus├╝ben zu k├Ânnen.
W├Âchentlich sieben Trainingseinheiten mit dem brandenburgischen Landestrainer Michael Kothe werden in Frankfurt absolviert.
Die n├Ąchsten Wettk├Ąmpfe sind auch schon geplant. Im Februar geht es zum traditionellen Klippan-Cup nach Schweden, danach zum deutschen Grand Prix nach Dormagen. Die Nominierung zur U 23-EM in Serbien scheint greifbar nah.
Bei allem Stolz ├╝ber ihre Erfolge vergisst sie nicht zu erw├Ąhnen, dass diese nur durch die Unterst├╝tzung durch den Greizer Ringerverein, den Th├╝ringer Landesverband und den Bundesst├╝tzpunktes Frankfurt/Oder m├Âglich waren. Auch ihre private Sponsorin, die Psychotherapeutin Kathrin Etzold, sollte hier Erw├Ąhnung finden.
Nach einigen Anl├Ąufen bei der Wahl der Sportlerin des Jahres im Landkreis Greiz d├╝rfte nun auch hier eine vordere Platzierung m├Âglich zu sein.

Erhard Schmelzer @31.01.2019

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