14. Oktober 2019

Deutliche Niederlage beim deutschen Vize-Mannschaftsmeister

75B Greco Fabian Fritz, Red Devils Heilbronn gegen Igor Besleaga (blaues Trikot), RSV Rotation Greiz 0:4/TÜ/0:15/05:49
75B Greco Fabian Fritz, Red Devils Heilbronn gegen Igor Besleaga (blaues Trikot), RSV Rotation Greiz 0:4/TÜ/0:15/05:49 Foto: Konstanze Konstanze Warmuth

Red Devils Heilbronn gegen RSV Rotation Greiz endet 20:7

GREIZ. Mit gedämpften Optimismus sahen die Greizer Ringkampfanhänger dem Duell des RSV Rotation beim deutschen Vizemeister Red Devils Heilbronn entgegen. Doch bereits im Vorfeld fiel auf Grund gesundheitlicher Probleme mit dem deutschen Meister Martin Obst (80 kg/f) einer der Stärksten des Teams aus. Ersatzmann Konstantin Sommer, Trainer der zweiten Mannschaft, unterlag dem Russen Khusey Suyunchev in zwei Minuten 0:16. Der nächste Schock dann bereits beim Wiegen, als Alexander Grebensikov (61 kg/g) mit 300 Gramm Übergewicht auf die Waage ging. Von den weiteren acht Kämpfen konnten die Greizer nur drei siegreich gestalten. Der frischgebackene WM- Dritte Mohammedgadji Nurov (98 kg/f) bezwang den früher auch für Greiz aktiven Patryk Dublinowski mit 7:1. Im Kampf zweier Routiniers bezwang Dawid Karecinski (71 kg/g) den zweimaligen EM-Medaillengewinner Christian Fetzer mit 2:1. Mateusz Wolny (86 kg/g) unterlag dem DM-Dritten Marius Braun mit 0:2. Wie gegen Aue setzte der Greizer Neuzugang Igor Besleaga (75 kg/g) einen attraktiven Schlusspunkt. Nach zwei Würfen zu Kampfbeginn besiegte er ständig in Angriff liegend den Dritten der deutschen Meisterschaften Fabian Fritz mit 15:0. Neben Sommer mussten auch die beiden Freistilringer Sven Cammin (57 kg) und Abdul Galamatov (66 kg) vorzeitige Niederlagen mit 0:16 hinnehmen. Cammin unterlag dem moldawischen WM-Teilnehmer Anatolii Buruian, Galamatov zog gegen den rumänischen WM-Fünften des Vorjahres, George Bucur, den Kürzeren. Wieder einen sehr guten Kampf lieferte Daniel Sartakov (75 kg/f) gegen den türkischen WM-Teilnehmer Haydar Yavuz. Zur Halbzeit 1:0 führend stand es eine Minute vor Schluss 3:5. Im Bemühen wie im Heimkampf gegen Aue den Kampf unter Einsatz aller Kräfte noch zu drehen wurde er gekontert und unterlag 3:9. Die 25 mitgereisten Greizer Ringkampfanhänger unter den 400 Zuschauern in der Römerhalle in Heilbronn haderten mit Kampfrichter Robert Reitmeir. Wie auch im vom Gastgeberverein in hervorragender Qualität angebotenem Video zu erkennen ist, verwarnte er unverständlicherweise sowohl Schwergewichtler Alin Alexuc als auch Dawid Karecinski in deren aktivsten Phasen wegen passiver Ringweise. Der Rumäne unterlag so dem Lokalmatadoren und gerade für Olympia qualifizierten Eduard Popp 1:2 und der Pole musste sich mit einem Mannschaftspunkt begnügen. Das sich im Netz befindliche Video setzt sicher Maßstäbe, man denke nur an die Zeitlupen. Wenn noch – wie wohl geplant – der Punktstand und die Kampfzeit angezeigt werden, hat man ein Weltklasseprodukt. Die Schwaben können ja bekanntlich alles – außer hochdeutsch. Dass die beiden schwäbischen Moderatoren, die wo den Kampf kommentierten, Probleme mit östlichen Namen hatten, wie bei Magomedgadji Nurov, bei dessen Vornamen es sich um die russifizierte Form des moslemischen Namens Mohamed-Hadschi handelt, sei ihnen verziehen. Warum Einer 30 Jahre nach der Grenzöffnung aber nicht in der Lage war, das Wort GREIZ, das nun wahrlich kein Zungenbrecher ist, auszusprechen, überrascht nun doch. Er sagte mehrmals: „Greis.“ Das erinnert sehr an die Hofer Ringer, die auch Jahre nach der Grenzöffnung beharrlich ihren neuen Nachbarverein Marktneukirchen nannten. Der 20:7 Erfolg der Heilbronner fiel trotz der gewachsenen Klasse des deutschen Vizemeisters etwas zu hoch aus, wie auch der Heilbronner Trainer Patric Nuding bestätigte: „Als wir beim Wiegen die Greizer Mannschaft auf dem Papier gesehen haben, wussten wir, dass es eigentlich einen sehr schweren Kampf geben würde. Das Ergebnis ist zwar hoch ausgefallen, aber das war so nicht zu erwarten.“

Erhard Schmelzer

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