Deutliche Derbysiege für Greizer Ringer

2.Bundesliga Nord: RSV Rotation Greiz gegen WKG Pausa/Plauen endet 24:4
75B kg Freistil: Daniel Sartakov (rotes Trikot), RSV Rotation Greiz gegen Eryk Maj, WKG Pausa/Plauen - 3:0/PS-9:0/06:00

RSV Rotation Greiz gegen WKG Pausa/Plauen: 24:4

GREIZ. Der RSV-Motor läuft auf Hochtouren. Wieder drei Mannschaftserfolge für die Greizer Ringer. Am Samstag bezwangen sowohl die Jugendmannschaft als auch die Zweitbundesligaringer vom RSV Rotation Greiz die Konkurrenten von der WKG Pausa/Plauen recht eindeutig. Die Jugendringer blieben auch zum Saisonabschluss ungeschlagen, gewannen 26:8 und holten so den dritten Staffelsieg in Folge. Die Männer revanchierten sich für die vorjährige Derbyniederlage mit einem 24:4 Erfolg. Dazwischen besiegte die Regionalligamannschaft die enttäuschenden Auerbacher 29:8.
Die 567 offiziell angegebenen Derbyzuschauer bildeten einen würdigen Rahmen für die von Anne Lenz und Saskia Buchwald vom für die Jugendliga Mitteldeutschland federführenden Jugendausschuss des Ringerverbandes Sachsen durchgeführte Siegerehrung.

Der Fanfarenzug Greiz unter Leitung von Michael Lippert, der die Veranstaltung musikalisch begleitete, gratulierte mit zündenden Rhythmen.
Sven Cammin (57 kg/greco), selbstbewusst nach sieben Siegen in Folge, wurde seiner Favoritenrolle gegen den A-Jugendlichen Nils Buschner, immerhin Vierter der Deutschen Meisterschaft, gerecht. Nach gut einer Minute kam es beim Stande von 14:2 zum Schultersieg für den Greizer. (Gesamtstand: 4:0) Die Angabe der Gewichtsklasse beim Duell zweier polnischer Auswahlringer täuscht. Sowohl Sebastian Jezierzanski (130 kg/frei) als auch der U 23-Meister und Achte der EM Dawid Peplowski hätten mit etwas Abtrainieren auch zwei Gewichtsklassen tiefer kämpfen können. Der Greizer, der wegen eines Trainingslagers seines Nationalteams im russischen Machatschkala acht Wochen pausierte, begann entschlossen und führte nach 45 Sekunden bereits 6:0. Mit blitzschnellen Beinangriffen über die ganze Matte baute er seinen Vorsprung auf 9:0 aus. Trotz starken Bemühens gelang dem Gästeringer keine Resultatsverbesserung. (7:0) Wie im Vorjahr trafen Vladimir Codreanu (61 kg/frei) und der polnische Meister 2014 Adam Slowinski aufeinander. Wieder dominierte der Moldawier, der sich mit Beinangriffen und am Boden mit Aufreißern und Rollen schon in der vierten Minute einen 16:1 Sieg sicherte. (11:0) Lukasz Konera (98 kg/greco) traf auf den acht Kilogramm leichteren Felix Kästner.

Trotz seines Gewichtsrückstandes kämpfte der Junior, der in Pausa das Ringen erlernte, bereits zum fünften Mal im Rückrundenteam. Er musste zwar gegen den polnischen Meisterschaftsdritten die vierte Niederlage einstecken, doch diese war beim 3:0 wiederum sehr knapp. (13:0) Brian Tewes (66 kg/greco) ging gegen Werner Schellenberg 4:0 in Führung, doch der in Bayern tätige Plauener („Mir fehlt das spezielle Mattentraining“) verkürzte geschickt. Durch den Greizer 5:2 Sieg ging es mit einem unerwarteten Mannschaftsergebnis von 15:0 in die Pause. Der in den letzten Wochen sehr erfolgreiche Dagestaner Zalik Sultanov fand in Adam Sobieraj (86 kg/frei) seinen Meister. Immer wieder entzog sich der Pole mit bewundernswertem Geschick den erfolgversprechendsten Angriffen des Gegners um dann mit blitzschnell vorgetragenen Angriffen wie aus dem Lehrbuch selbst zu punkten. Er siegte 5:1. (17:0) Gegen Vladimir Gotisan (66 kg/frei) haben es auch internationale Spitzenringer schwer, der Griechisch-Römisch-Spezialist aus Weißwasser Moses Stoppira war völlig überfordert und hätte sich nicht beschweren können, hätte der Stendaler Kampfrichter Christoph Krumrey bereits nach 8 Sekunden auf Schultersieg entschieden. Nach 27 Sekunden war aber dann doch schon alles entschieden. (21:0) Thomas Leffler (86 kg/greco) hatte den stärksten Widersacher erwischt. Der Syrauer Maximilian Schwabe, Vizemeister im 71kg-Limit, erkämpfte beim Team Europacup in Moskau Siege gegen die Auswahlringer aus der Ukraine und der Türkei und musste nur eine Niederlage gegen Russland einstecken. Der Greizer hielt gut mit, wurde aber im angeordneten Bodenkampf gerollt, und gab eine weitere Wertung nach Verwarnung ab. Hatte bisher der Greizer Fanclub die akustische Hoheit, wurde der 3:0 Sieg von den zahlreichen mitgereisten Gästefans enthusiastisch gefeiert. (21:2)

Der ehemalige tschechische Auswahlringer Karel Hanack, früher in Jena aktiv, spielte in der zweiten Minute gegen Toni Stade (75 kg/greco) seine Stärken im Bodenkampf aus und ging 4:0 in Führung, bei der es bis zum Abpfiff blieb. Die Gäste hofften auf den dritten Sieg als ihr polnischer U 23-Vizemeister Eryk Maj Daniel Sartakov (75 kg/frei) herausforderte. Daraus wurde nichts da der Greizer eine weitere Leistungssteigerung nachwies und in einem bis zum Schluss heißumkämpften Gefecht Sekunden vor dem Abpfiff den 9:0 Sieg sicherstellte. Höhepunkt war die fünfte Minute als sich der Greizer von einem Beinangriff des Polen befreite und mit einem Achselwurf sofort 4 Punkte einfuhr. Es spricht für die charakterlichen Stärken des gerade dem Juniorenalter Entwachsenen, dass er, als Lobeshymnen auf ihn einprasselten, als erstes davon sprach, dass sein Widerpart eine Klasse aufgerückt war. Die Greizer Fans feierten begeistert den 24:4 „Derbysieg“, aber auch die Gästeanhänger hatten einen interessanten Kampf in vorbildlich fairer Atmosphäre und erstmals auch in ansprechender Umgebung erlebt. Wer weiß, wie es nächstes Jahr ausgeht!

Stimmen zum Kampf:

Silvio Hoffmann (Trainer WKG): „Uns war von vornherein klar, dass in den unteren Gewichtsklassen für uns nichts zu holen ist. Da ist Greiz von niemand zu schlagen. Wir sind nicht von unserem Weg abgewichen und haben auf unsere vier Eigengewächse gesetzt.“

Andreas Schwabe, Jugendleiter Pausa und Vater von Maximilian Schwabe: „In Greiz gibt es jetzt optimale Bedingungen fürs Ringen. Die Tribüne bietet hervorragenden Sichtmöglichkeiten auf die Matte. Die Verpflegung ist okay. Unsere 50 bis 70 Fans werden nächstes Jahr wiederkommen.“

Swen Lieberamm (Trainer RSV Rotation Greiz): „Wir wurden unserer Favoritenrolle gerecht. Für mich war Daniel Sartakov der Mann des Tages.“

Wettkampfstätte Sporthalle an der Eisbahn, An der Eisbahn 10, 07973 Greiz
Kampfrichter Christoph Krumrey

57 kg Gr.-röm.: Sven Cammin, RSV Rotation Greiz gegen Nils Buschner, WKG Pausa/Plauen – 4:0/SS-14:2/01:03
61 kg Freistil: Vladimir Codreanu, RSV Rotation Greiz gegen Adam Slowinski, WKG Pausa/Plauen – 4:0/TÜ-16:1/03:28
66A kg Gr.-röm.: Brian Tewes, RSV Rotation Greiz gegen Werner Schellenberg, WKG Pausa/Plauen – 2:0/PS-5:2/06:00
66B kg Freistil: Vladimir Gotisan, RSV Rotation Greiz gegen Moses Stoppira, WKG Pausa/Plauen – 4:0/SS-6:0/00:27
75A kg Gr.-röm.: Toni Stade, RSV Rotation Greiz gegen Karel Hanak, WKG Pausa/Plauen – 0:2/PS-0:4/06:00
75B kg Freistil: Daniel Sartakov, RSV Rotation Greiz gegen Eryk Maj, WKG Pausa/Plauen – 3:0/PS-9:0/06:00
86A kg Gr.-röm.: Thomas Leffler, RSV Rotation Greiz gegen Maximilian Schwabe, WKG Pausa/Plauen – 0:2/PS-0:3/06:00
86B kg Freistil: Adam Sobieraj, RSV Rotation Greiz gegen Zalik Sultanov, WKG Pausa/Plauen – 2:0/PS-4:1/06:00
98 kg Gr.-röm.: Lukasz Konera, RSV Rotation Greiz gegen Felix Kästner, WKG Pausa/Plauen – 2:0/PS-3:0/06:00
130 kg Freistil: Sebastian Jezierzanski, RSV Rotation Greiz gegen Dawid Peplowski , WKG Pausa/Plauen – 3:0/PS-9:0/06:00

Erhard Schmelzer @28.11.2015

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