Vier Medaillen bei „Mitteldeutscher“ für Greizer Nachwuchsringer

Greiz. Drei Wochen nach den Mitteldeutschen Meisterschaften im freien Stil der Altersklassen Jugend C und D in Pausa, reisten die besten ostdeutschen Nachwuchsringer dieser Altersklassen nach Plauen zu den Titelkämpfen im griechisch-römischen Stil. Der Athletik-Sport-Verein Plauen war bereits zum dritten mal innerhalb von fünf Jahren Ausrichter dieser Meisterschaften. Leider waren die Teilnehmerzahlen im Vergleich zu den Freistilmeisterschaften doch signifikant geringer. Mag das auch etwas verwundern, so muss man die Corona-Pandemie doch im wesentlichen für den Teilnehmerrückgang im Vergleich zu den Zahlen von 2015 bis 2018 verantwortlich machen. Vor allem in der jüngsten Altersklasse fanden in den letzten beiden Jahren auf Grund der ungünstigen Bedingungen in ganz Ostdeutschland weniger Kinder den Weg zum gezielten Ringkampftraining. Mit nur 32 Startern bei der D-Jugend erreichte die Teilnehmerzahl bei mitteldeutschen Meisterschaften ein Allzeittief.
Trotz großer Bemühungen beim RSV Rotation Greiz – diese Aktivitäten werden sich sicher in überschaubarer Zeit niederschlagen – sah es in dieser Hinsicht in Plauen nicht anders aus. Von den sechs RSV-Startern ging als einziger Walther Reim bei der D-Jugend über die Waage. Allerdings gehörte der Greizer Verein unter den 24 teilnehmenden Teams zu den mit den meisten Aktiven. Nur drei Vereine, Mannschaftssieger Preußen Berlin, der Zweite FC Erzgebirge Aue und Henningsdorf, brachten mehr Sportler auf die Matten.
Eine progressive Neuerung sollte unbedingt erwähnt werden, erstmals wurde bei mitteldeutschen Meisterschaften mit dem Videobeweis gearbeitet. Bei strittigen Kampfrichterentscheidungen konnten die Trainer eine Überprüfung des Ergebnisses verlangen. Das Experiment wurde von allen Beteiligten positiv bewertet und dürfte in den nächsten Jahren zum Allgemeingut werden. Zu den Kampfrichtern, die diesmal im Gegensatz zur Veranstaltung in Pausa nicht unter Kritik standen, gehörte auch der Greizer Stefan Hetzheim.
Die Greizer Mannschaft schnitt mit vier Medaillen und je einem vierten und fünften Platz positiv ab. In der Vereinswertung belegten sie mit 24 Punkten Rang vier hinter Preußen Berlin (40 Punkte), Aue (38 Punkte) und HAC Stralsund (29 Punkte), wo der ehemalige Greizer Bundesligaringer Tom Linke hervorragende Arbeit leistet.
Silas Warmuth (C-Jugend/31 kg) konnte leider seinen Meistertitel vom freien Stil nicht verteidigen, besiegte zwei Gegner, unterlag aber im Kampf um Gold dem Auer Gleb Fink. In der gleichen Gewichtsklasse ist ihm mit seinen Vereinskollegen Hassan Bersanukaev ein starker Widersacher herangewachsen, der den dritten Platz belegte. Auch Leon Weller (C/46 kg) drang wieder mit zwei Siegen in den Finalkampf vor, unterlag aber dort dem Stralsunder Jonathan Matzky nach Punkten.
In der Gewichtsklasse 38 kg der C-Jugend starteten mit Dominik Gasser und Arthur Reim zwei Greizer. Dominik Gasser erreichte den Kampf um die Bronzemedaille, bei dem er gegen den Thalheimer Felix Strunz nach Punkten unterlag. Arthur Reim musste das Turnier im zweiten Kampf wegen einer Verletzung aufgeben, er kam auf Rang fünf. Walter Reim (D/29 kg) kämpfte sich mit zwei Schultersiegen gegen Gegner aus Frankfurt/Oder und Plauen ins Finale. Hier unterlag er allerdings dem Thüringer Arthur Hofmann (Mühlberg).

Erhard Schmelzer