21. August 2019

RSV Rotation Greiz: Martin Obst erringt seine fünfte deutsche Meisterschaft

Ehrung der populärsten Sportler des Landkreises Greiz 2018
Debora Lawnitzak und Martin Obst

Am Wochenende fanden im saarländischen Riegelsberg die deutsche Meisterschaften der Frauen und Männer im Freistilringen statt – Martin Obst vom RSV Rotation Greiz mit überragender Leistung

RIEGELSBERG/GREIZ. Am Wochenende fanden im saarländischen Riegelsberg die deutsche Meisterschaften der Frauen und Männer im Freistilringen statt. Unter den Teilnehmern bei den Männern waren keine Vertreter des Thüringer Ringerverbandes. Interessant war allerdings das Abschneiden von Martin Obst, der in der Bundesliga weiterhin für den RSV Rotation Greiz auf die Matte gehen wird. Martin Obst hatte sich einiges vorgenommen. Im Vorjahr verpasste der damalige Vizeeuropameister den Einzug ins Finale durch eine Verwarnung kurz vor Schluss. Die Chance auf die vierte Meisterschaft in Folge war dahin. Am Ende war nur die Schadensbegrenzung möglich und der dritte Platz.
In diesem Jahr hatte er in der 79 kg-Klasse siebzehn Widersacher, sein vorjähriger Bezwinger Benjamin Sezgin aus Aalen war allerdings nicht am Start.
In der ersten Runde am sonnabendfrüh hatte der für seinen Stützpunktverein Luckenwalde startende Berliner ein Freilos, danach traf er auf Matthias Schmidt aus Viernheim in Nordbaden, der in diesem Jahr Deutschland bei der U23-EM vertreten hatte und siegte ohne große Schwierigkeiten nach knapp fünf Minuten mit technischer Überlegenheit mit 11:0 Punkten.
Der nächste Gegner hieß Beat Schaible und kam aus dem württembergischen Neckarweihingen. Auch der Vizemeister der Junioren war chancenlos, schon kurz nach der Halbzeit hatte Martin Obst die zum Kampfabbruch nötigen 10 Punkte Vorsprung erkämpft.
Spannend ging es beim Einzug ins Finale zu. Hier war Franco Büttner der Gegner, der in der Bundesliga für Aue kämpft und in diesem Jahr zum Saisonauftakt am 28.September in Greiz wieder der Gegner sein dürfte. Noch wichtiger ist aber, dass beide zusammen in Luckenwalde trainieren und jeder seinen Gegner aus dem Effeff kennt. Eine Situation, mit der der Favorit – und das war in den letzten Jahren immer Obst – meist schlechter zurechtkommt als der Außenseiter. Das war bereits im Vorjahr beim Kampf um Bronze so, als der Berliner mit 4:2 gewann, und ebenfalls beim Bundesligakampf in Aue. Diesmal zeigte sich Martin Obst auf die Sekunde topfit und siegte sicher mit 7:0.
Der Finalgegner hieß nun Ergün Aydin und kam aus Hallbergmoos. Auch Aydin ist ein alter Bekannter. In der Bundesliga siegte Obst in Norden von München zwar mit 8:1, in Greiz wurde es dramatisch. Erst zwei Sekunden vor Schluss gelang dem Greizer Publikumsliebling der 5:4 Sieg. Auch diesmal wurde es wieder ein hartes Gefecht gegen den vorjährigen Vizemeister in der 86 kg-Klasse.
Martin Obst kommentierte seinen siegreichen Finalkampf: „Vom Ergebnis her sieht der 3:1 Erfolg knapper aus, als es war. Ich hätte höher gewinnen können, doch nicht alle Beinangriffe waren erfolgreich, Am Ende fühlte ich mich relativ sicher, denn ich weiß, dass ich konditionell stärker bin.“
Der Vorzeigesportler aus Berlin, der beim Park-und Schlossfest in vier Wochen in Greiz dabei sein wird, erkämpfte seine fünfte deutsche Meisterschaft. Insgesamt war es seine zehnte Medaille, die er bei deutschen Titelkämpfen der Männer errang. Im Nachwuchsbereich bei Jugend und Junioren war er nie so weit vorgedrungen.
In der 70 kg-Klasse startete der für Thalheim kämpfende Ex-Greizer Lucas Kahnt erstmals bei Männermeisterschaften. In der ersten Runde unterlag er dem späteren Meister, dem Nürnberger Tim Stadelmann, auf Schultern. In der Hoffnungsrunde musste Kahnt gegen den Köllerbacher Nils Klein antreten, der bei den Juniorenmeisterschaften Dritter geworden war und siegte mit 3:2 Punkten. Im Kampf um Bronze musste er eine 0:8 Niederlage gegen den drei Jahre älteren Kai Burkon einstecken, der für den Gastgeber Riegelsberg kämpfte. Nach dem dritten Platz bei den Junioren ist sein fünfter Rang bei den Männern bisher die beste Platzierung für den Nachwuchssportler.

Silbermedaille für Maria Selmaier

Einen Erfolg für den Thüringer Ringerverband gab es dann doch noch. Die nach dem verletzungsbedingten Auswahl der Greizer Sportlerin Eyleen Sewina als einzige Thüringer Teilnehmerin übrig gebliebene fünfmalige deutsche Meisterin und Olympiateilnehmerin, Maria Selmaier kämpfte sich ins Finale vor. Im Pool besiegte sie die Vizemeisterin der Junioren Sabrina Fischer aus dem Urloffen mit 10:0 und die Juniorenmeisterin Johanna Meier (Weitenau-Wieslet) 8:4.
Im Überkreuzvergleich gegen die Zweite aus dem anderen Pool, die dreimalige Meisterin Nadine Weinauge (Furtwangen) siegte die ehemalige Magdeburgerin, die 2006 zum KSC Motor Jena kam, in dieser Saison aber zum KSC Apolda wechselte, 7:4. Gehörten alle bisherigen Gegnerinnen dem südbadischen Verband an, hat sich die hessische Titelverteidigerin und Finalgegnerin Anna Sell dem SC Unterföhring in Bayern angeschlossen. Wie im Vorjahr musste die Thüringerin gegen diese Sportlerin im Finale eine Schulterniederlage hinnehmen, diesmal allerdings erst Sekunden vor Schluss.
Zur Halbzeit bereits wegen passiver Ringweise 0:1 zurückliegend, geriet sich durch einen missglückten Beinangriff weiter in Rückstand. Der Versuch mit einer Schleuder Sekunden vor Schluss den Kampf noch zu drehen, endete mit einer Schulterniederlage.
Die silberne Plakette war bereits ihre zwölfte Meisterschaftsmedaille, seitdem sie sich mit dem Ringkampfsport beschäftigt.

Erhard Schmelzer @20.05.2019

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