19. Mai 2021

RSV Rotation Greiz: Kantersieg gegen Mitkonkurrenten Thalheim

RLMD: RSV Rotation Greiz gegen Ringerverein Thalheim endet 22:6
Dustin NĂŒrnberger (rotes Trikot) baute mit seinem Sieg ĂŒber den Thalheimer Nick Löffler den Greizer Vorsprung aus.

RSV Rotation Greiz besiegt den RV Thalheim mit 22 : 6

GREIZ. Die Stimmung in der Greizer Ringerhalle konnte schon zu Beginn des Regionalligakampfes gegen den Ringerverein Thalheim nicht besser sein. Gerade hatte das Greizer Reserveteam TabellenfĂŒhrer Thalheim II im letzten an Dramatik kaum zu ĂŒberbietenden Einzelkampf mit 10:7 bezwungen.
Nun im Hauptkampf wurden den 513 Besuchern spannende, leidenschaftliche RingkÀmpfe geboten. Die AtmosphÀre erinnerte an die wichtigsten KÀmpfe in den Meisterjahren 2013, 2015 und 2016.
Swen Lieberamm, der den RSV Rotation Greiz betreute, hatte die Mannschaft gegenĂŒber der Vorwoche in Lugau auf drei Positionen verĂ€ndert.

FĂŒr Ron Watzek rĂŒckte wieder Routinier Brian Tewes ins Team. In den beiden schweren Gewichtsklassen kamen der polnische Spitzenringer Zbigniew Baranowski und Thomas Leffler zum Einsatz.
Vor Beginn der Veranstaltung wurden Geburtstagskinder geehrt. Kurt Blum, der jahrelang die Regie ĂŒber die ParkplĂ€tze vor der Jahnturnhalle und der Sportschule hatte, feierte in dieser Woche seinen 88.Geburtstag.

Sven Cammin (57 kg/f) traf auf den in Deutschland bisher unbekannten irakischen Kurden Siamand Pinaduz, der vier seiner fĂŒnf SaisonkĂ€mpfe vorzeitig fĂŒr sich entschieden hatte. Dem ringerischen Können des Greizers war er allerdings nicht gewachsen. Durch unterschiedlichste Techniken fĂŒhrte der Greizer 14:2 als der GĂ€steringer auf die Schultern gelegt wurde. (Mannschaftsstand: 4:0)

Der junge Tscheche Ondrej Dadak hatte im Vorjahr mit seinem Einsatz alle ĂŒberzeugt, diesmal fand er im aufgerĂŒckten „Allrounder“ Thomas Leffler (130 kg/g) seinen Meister. Die Nummer Eins der Tschechen bei Junioren und U 23 ging zwar 1:0 in FĂŒhrung doch mit zunehmender Kampfzeit wurde Leffler immer stĂ€rker und kam gegen den sich bedingungslos wehrenden Thalheimer zum 2:1 Erfolg. (5:0)

Dustin NĂŒrnberger (61 kg/g) legte den Grundstein zum Sieg, als er Nick Löffler zu Boden brachte, der Pausengong aber weitere Wertungen verhinderte. Auf Grund konditioneller Vorteile siegte er 3:0. (7:0)

Der Deutsch-Pole Radoslaw Dublinowski ist zwar schon lange nicht mehr in der Form von vor knapp zehn Jahren, als er bei den deutschen Meisterschaften den favorisierten Jenaer Markus Hamann bezwang und Vizemeister wurde, demonstrierte aber gegen Zbigniew Baranowski (98 kg/f) , dass man auch mit 37 Jahren fit und schnell sein kann. Gegen seinen Landsmann und polnischen Vereinskollegen in Bialogard, der durch blitzschnelle Beinangriffe Punkt fĂŒr Punkt bis zum 12:0 sammelte, stand er allerdings auf verlorenen Posten. (10:0)

Abdul Galamatov (66 kg/f) fand seinen Meister im rumĂ€nischen Sportsoldaten Ion Donu, der einfach nicht zu fassen war und seine Schnelligkeitsvorteile in Angriff und Verteidigung ausspielte. Beim zweiten erfolgreichen Beinangriff des unter Ă€ußerst gĂŒnstigen Bedingungen bei Steaua Bukarest Trainierenden, dem zwei Rollen folgten, war die Entscheidung gefallen. Auf Grund des sicheren Mannschaftssieges erwies es sich nicht als entscheidend, dass der Greizer diesen RĂŒckstand nicht verwaltete sondern weiter auf Angriff rang und so nach 4:17 min geschultert wurde. (10:4)

Der Taktiker Tom Linke (86 kg/g) ist die ZuverlĂ€ssigkeit in Person. In der Anfangsphase ĂŒberraschte er das Thalheimer EigengewĂ€chs Chris Schneider mit einer Zweierwertung, die er geschickt verteidigte. Der immer wieder erfolglos anrennende Thalheimer erhielt eine Minute vor Schluss wegen eines Kopfstoßes die rote Karte und wurde disqualifiziert. (14:4)

Brian Tewes (71 kg/g) lieferte sich mit dem Mecklenburger Alexander Grebensikov ein offenes Gefecht. Dominierte in der ersten Halbzeit der GĂ€steringer, ging die zweite HĂ€lfte an den Greizer. Der 3:1 Sieg des Thalheimers beruhte auf einer Aktion am Boden. (14:5)

Martin Obst (80 kg/f) traf mit Maximilian Kahnt auf einen ehemaligen Greizer, der sich gegen die Beinangriffe des Meisters anfangs gut verteidigte. Die Entscheidung zum schlussendlichen 15:0 Sieg fiel kurz nach der Pause, als Obst nach einem Angriff aufs linke Bein mit Aufreißer und Rollen den Vorsprung auf 14:0 ausbaute. (18:5)

Vladimir Gotisan (75 kg/f) musste sich mit dem unbequemen einundvierzigjĂ€hrigen Routinier Ralf Piterek, der 1:0 in FĂŒhrung ging auseinandersetzen. Als der Greizer auf Angriffsmodus schaltete und mit einer Rolle aus dem Stand in FĂŒhrung ging, unterlief dem jungen gut leitenden Luckenwalder Schiedsrichter Vladislav Grigorjev ein Fehler, denn er honorierte diese attraktive Aktion nur mit zwei Punkten. Die protestierenden Greizer Zuschauer wussten es diesmal wirklich besser. Die Vier gab es dann fĂŒr einen Beinangriff, dem Bodenaktionen folgten. Je lĂ€nger der Kampf lief, umso mehr wurde Gotisan seiner Favoritenrolle gerecht. Nach 3:43 Minuten stand sein 16:1 Sieg fest. (22:5)

MannschaftskapitĂ€n Toni Stade (75 kg/g) lieferte sich wieder einmal ein enges Gefecht mit seinem Dauerrivalen Tobias Löffler. Am Ende kam der Greizer etwas auf, konnte aber den aus einer Verwarnung und dem Verlassen der Matte resultierenden 0:2 RĂŒckstand nicht mehr verbessern.

Die Greizer Zuschauer konnten am Samstag zwei Erfolge gegen starke Gegner bejubeln. Trotz der roten Karte war auch der 22:6 gewonnene Hauptkampf von Fairness auf beiden Seiten geprĂ€gt. Die AnhĂ€nger beider Vereine hatten einen großen Anteil daran. Ohne die Gastgeber zu sehr zu loben, schienen sie in den Endphasen der einzelnen KĂ€mpfe ĂŒber die bessere Kondition zu verfĂŒgen. Nach Ende der Vorrunde liegt die „Erste“ auf dem wichtigen Platz zwei, die „Zweite“ ist zwar – bei einem Nachholekampf – nur Vierter, weist aber wie die wieder an die Spitze gelangten Werdauer nur vier Minuspunkte auf.

Stimmen zum Kampf:

Sven Lieberamm (Trainer des RSV): „Unser Plan ist voll aufgegangen. Ich hatte mit einem Ă€hnlichen Ergebnis gerechnet. Die nĂ€chsten KĂ€mpfe in Jena und gegen Markneukirchen werden aber nicht einfach.“

Falko Berthel, der mit Steffen Richter den RV Thalheim betreute: „Wir haben sehr gute KĂ€mpfe gesehen. Die Höhe des Ergebnisses tĂ€uscht etwas ĂŒber den Kampfverlauf hinweg. Dort, wo unsere Besten standen, hatten die Greizer noch Bessere. Bei Dadak hatten wir einen Sieg erwartet, bei Schneider erhofft.“

Erhard Schmelzer @01.10.2017

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