RSV Rotation Greiz: Gelungene Generalprobe im Erzgebirge

Regionalliga Mitteldeutschland: Ringerverein Eichenkranz 1908 Lugau gegen RSV Rotation Greiz endet 9:26
57kg Freistil: Moritz Frey, Ringerverein Eichenkranz 1908 Lugau gegen Sven Cammin (blaues Trikot), RSV Rotation Greiz - 0:4/TÜ/0:16/00:52

RV Eichenkranz Lugau verliert daheim gegen den RSV Rotation Greiz mit 9:26

LUGAU/GREIZ. Der RSV Rotation Greiz wurde seiner Favoritenrolle gerecht und kam mit einem 26:9 Erfolg aus Lugau zurück. Die junge Mannschaft des Ringervereins Eichenkranz Lugau stellte eine engagierte kampfstarke Mannschaft, die drei der zehn Einzelkämpfe für sich entschied. 247 Zuschauer, darunter 30 Schlachtenbummler aus Greiz, boten ein ansprechendes Ambiente in der engen Sporthalle beim Traditionsverein aus dem Erzgebirge.

Der deutsche Vizemeister der Männer Sven Cammin (57 kg/f) wurde vom 15-jährigen Moritz Frey wie erwartet nicht gefordert. Nach einem Knöchelgriff schon nach fünf Sekunden und folgenden Rollen am Boden benötigte der Routinier nicht einmal eine Minute zum 16:0 Sieg mit technischer Überlegenheit. (Mannschaftsstand aus Greizer Sicht: 4:0)

Für Martin Hopf (130 kg/g) wurde es der erwartete schwere Kampf. Zwar brachte der Greizer 12 kg Körpergewicht mehr auf die Waage als sein Widersacher Alexander Tyschkowski, doch der aus der Lugauer Nachwuchsabteilung hervorgegangene Lokalmatador brachte die Erfahrung unzähliger Trainingsstunden an der Sportschule und in der Nationalmannschaft mit auf die Matte. Im Standkampf fielen keine Punkte, doch nach 90 Sekunden erhielt der Greizer vom aufmerksam leitenden Pausaer Kampfrichter Benjamin Stark die zweite Verwarnung wegen passiver Ringweise und wurde in den Bodenkampf geschickt. Hier konnte der fünfmalige Medaillengewinner bei deutschen Meisterschaften und amtierende DM-Dritte seine Stärken ausspielen und kam durch Rollen und Ausheber zur 14:0 Führung. Ein Verlassen der Matte durch den Greizer führte kurz vor der Pause zum gefeierten Abbruchsieg des Lugauers (4:4)

Die Anhänger der Gastgeber hatten aber noch weiteren Grund zum Jubeln. Der Tscheche Libor Milichovsky, seit 2013 die Nummer Eins seines Landes bei Kadetten, Junioren und der U23 schnürte Dustin Nürnberger (61 kg/g) am Kopf und führte seinen Rückreißer aus, den in Ostdeutschland sonst so keiner beherrscht. Wie im Vorjahr gegen Norman Heisig war die technische Überlegenheit schnell erreicht. (4:8)

Auf Sebastian Wendel (98 kg/f) ist Verlass. Der Junioren-Vizemeister Jonathan Ettrich vom KFC Leipzig war ohne Chance zum Sieg. Der Greizer sammelte im Standkampf durch diverse Techniken Punkt um Punkt und konnte, obwohl sich sein Gegner am Boden geschickt verteidigte, nach fünf Minuten einen verdienten 15:0 Erfolg feiern. (8:8)

Der Lugauer Kadetten-Vizemeister Tim Hamann hatte vor zwei Wochen noch im 57 kg-Limit gekämpft. Gegen Greiz trat er zwei Klassen höher gegen Abdul Galamatov (66 kg/f) an. Vor einer Woche im Kampf gegen Thalheim hatte er gegen den rumänischen Sportsoldaten Ion Donu bei seiner 6:15 Niederlage bewiesen, dass er in dieser Klasse auch gegen starke Gegner mithalten kann. (12:8) Gegen Galamatov gelang dies nicht, der Greizer agierte technisch sehr stark, kämpfte jede Situation aus. Besonders beeindruckt war Trainer Swen Lieberamm von den doppelten Beinangriffen, die zweimal zu vier Punkten führten. Schon vor der Halbzeit stand der 16:0 Sieg des Greizers fest. (16:8)

Tom Linke (86 kg/g) musste sich mit dem jüngsten Spross der Ringerfamilie Peprny auseinandersetzen. Der 18-jährige Toni war ein unbequemer Widersacher, der hauptsächlich im Bodenkampf mit 4:1 besiegt wurde. (18:8)

Ron Watzek (71 kg/g) und der Berliner Deward Stier sind nicht nur fast gleich alt, sie brachten auch das gleiche Gewicht auf die Waage. Der Greizer ging im angeordneten Bodenkampf durch zwei Rollen 4:0 in Führung, vergab aber diese Führung durch einen Armdrehschwung. Zur Pause stand es 5:4 für den Greizer, am Ende hatte aber Stier mit 8:6 die Nase vorn. (18:9)

Martin Obst (80 kg/f) wurde gerade von dem von der Kadetten-EM zurückgekommenen Anton Vieweg mit einer Zweierwertung überrascht. Dann punktete in gewohnter Manier nur noch der Meister, der nach 2:18 min mit einem doppelten Beinangriff den Schlusspunkt zum 18:2 setzte. (22:9)

Der Lugauer Mathias Nürnberger konnte Routinier Vladimir Gotisan (75 kg/f) nicht in Gefahr bringen. Der Moldawier leistete sich einige Kabinettstückchen und konnte bereits nach zwei Minuten als 16:0 Sieger von der Matte gehen.

Für Mannschaftskapitän Toni Stade (75 kg/g) stellten die Gastgeber keinen Gegner.

So stand am Ende ein verdienter 26:9 Erfolg für Greiz auf der Anzeigetafel.

Stimmen zum Kampf:

Swen Lieberamm, Greizer Trainer: „Für uns war es der letzte Test vor dem vorentscheidenten Kampf in der nächsten Woche gegen Thalheim. Am Samstag wird es ganz spannend.“

Katrin Peprny, gab im Auftrag ihres bereits abgereisten Gatten Jan (1.Vorstand und Trainer des RVE Lugau in Personalunion) folgendes Statement ab: „Wir haben mit unserer jungen Truppe gegen die beste ostdeutsche Mannschaft des Vorjahres und den diesjährigen Staffelfavoriten drei Kämpfe gewonnen. Mehr war nicht drin. Die Greizer haben sich sehr fair verhalten.“

Erhard Schmelzer @25.09.2017

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