Ringen: Sebastian Wendel ist Mitteldeutscher Meister

2.Bundesliga Nord: RSV Rotation Greiz gegen KSC Motor Jena endet 17:17
Sebastin Wendel (rotes Trikot) hier in einem früheren Kampf, wurde ungeschlagen Mitteldeutscher Meister im freien Stil in der Gewichtsklasse 97 kg.

Toni Stade erkämpft die Silbermedaille bei den mitteldeutschen Meisterschaften der Männer im Ringen
GREIZ/LEIPZIG. Die Greizer Delegation, die am Sonnabend zu den mitteldeutschen Meisterschaften der Männer im Ringen nach Leipzig fuhr, war kleiner als erwartet. RSV-Präsident Thomas Fähndrich und Trainer Tino Hempel begleiteten im griechisch-römischen Stil nur Toni Stade und die Freistilringer Radoslaw Kisiel sowie Sebastian Wendel in die Messestadt. Aus unterschiedlichen Gründen fielen Merlin Sewina, Konstantin Sommer und Boris Eisenstein kurzfristig aus.

Die deutschen Meisterschaften der Männer werden in diesem Jahr erstmals nach den Europameisterschaften ausgetragen. Für die meisten Ringer Ostdeutschlands waren die mitteldeutschen Titelkämpfe die letzten Wettkämpfe vor den nationalen Meisterschaften am 16. bis 18.Mai in Freiburg (Freistil) bzw. vom 23. bis 25.Mai in Witten (griechisch-römischen Stil). Dementsprechend gut vorbereitet präsentierten sich die Aktiven. Wie fast in allen Altersklassen zur Tradition geworden, stellten sich mehr Freistilringer als Griechisch-Römisch-Spezialisten zum Kampf. Im freien Stil, wo 88 Kämpfe ausgetragen wurden, traten 51 Athleten auf die Matte. Im griechisch-römischen Stil waren es zwar nur 38, hier wurde der Wettbewerb allerdings durch einige Starter aus Baden-Württemberg und aus Schweden aufgewertet. Zur Ehrenrettung der griechisch-römischen Fraktion muss allerdings angemerkt werden, dass zur gleichen Zeit ein stark besetztes internationales Turnier für Junioren in Frankfurt/Oder stattfand an dem auch einige Junioren aus dem mitteldeutschen Raum teilnahmen.

In der Gewichtsklasse 97 kg des freien Stils gingen neben Sebastian Wendel neun weitere Sportler über die Waage. Mit drei Siegen im Pool erkämpfte der Greizer die Finalteilnahme. Zum Auftakt wurde der Werdauer Martin Kretzschmar klar mit 10:0 bezwungen. Der Hamburger Lomali Hutaev wurde Sekunden vor Schluss der ersten Kampfhälfte beim Stande von 7:2 geschultert. Der größte Brocken kam im letzten Poolkampf. Hier war der für Pausa kämpfende Stefan Bonev der Gegner. Der Bulgare kämpfte mehrere Jahre sehr erfolgreich für den Greizer Staffelkontrahenten, allerdings in der Gewichtsklasse 84 kg. Auch eine Klasse höher war er ein starker Gegner, der für Sebastian Wendel nur einen 3:2 Erfolg zuließ. Damit hatte der Greizer schon die höchste Hürde genommen, im Finale konnte er sich mit 10:0 klar gegen Rico Richter vom Zweitligaaufsteiger RSK Gelenau durchsetzen. Wenn der Greizer die Zeit bis zu den deutschen Meisterschaften effektiv nutzt, könnte es wieder einmal mit einer guten Platzierung klappen. Radoslaw Kisiel musste schon etwas auf die Ernährung achten, um das 65 kg-Limit zu schaffen. Der Werdauer William Stier wurde 10:7 bezwungen. Die zweite Auseinandersetzung gegen den gewichtsklassenmäßig aufgerückten Emanuel Krause ging nach großem Kampf 3:6 verloren. Der Luckenwalder hat in seiner Medaillensammlung jeweils drei goldene Plaketten von den deutschen Meisterschaften bei den Männern und bei den Junioren. Max Seidler aus Aue wurde nach 3:20 Minuten mit 10:0 besiegt. Gegen Mario Koch (Jena) war dann die Luft doch etwas raus, vor allem der sehr intensive Kampf gegen Krause forderte seinen Tribut, und eine hohe Punktniederlage nicht zu vermeiden. Als Pooldritter blieb nach einem Aufgabesieg über den Hamburger Tigran Asatrsan Platz fünf. Die beiden Greizer erkämpften in der Vereinswertung der Freistiler hinter Luckenwalde und Jena Platz drei.

Der für seinen Heimatverein Luftfahrt Berlin startende Daniel Sartakov (74 kg) hat einen großen Leistungssprung gemacht. Gegen den deutschen Exmeister Felix Menzel (Luckenwalde) unterlag er nur 5:7, Tobias Löffler (Thalheim) und der Pausaer Anton Waldeck wurden überlegen 9:0 bezwungen. Wie bei den Thüringer Meisterschaften wurde auch der Jenaer Rüdiger Kabus, diesmal 5:3, besiegt. Mit Platz zwei bei diesem stark besetzten Turnier hat sich Daniel Sartakov für die 74 kg-Klasse für die neue Mannschaftskampfsaison in Greiz mehr als empfohlen.

Auch Toni Stade (71 kg) erkämpfte die Silbermedaille. Er bezwang Felix Dietrich (KFC Leipzig) sicher mit 9:1, musste dann aber gegen den erstligaerfahrenen Frankfurter Marc Wentzke eine 0:8 Niederlage hinnehmen. Im Duell mit seinen Mannschaftskameraden Brian Tewes, der für seinen Heimatverein RC Cottbus kämpfte und Dritter wurde, siegte er schon nach 2:10 Minuten 8:0. In der 85kg-Klasse trafen zwei Sportler aufeinander, die in dieser Mannschaftskampfsaison gemeinsam für Greiz kämpfen werden. Tom Linke, für seinen Heimatverein FSV Stralsund am Start wurde von Thomas Leffler, der seinen letzten Kampf für Jena bestritt, mit 1:0 im Pool bezwungen. Der starke Südbadener David Schulze (AV Sulgen) wurde hier zum Zünglein an der Waage. Er unterlag Linke klar 0:8, besiegte aber Leffler 9:0. Linke erreichte somit das Finale, in dem er gegen den starken Schweden Viktor Karlsson unterlag. Leffler erreichte den Kampf um Platz fünf. Hier besiegte er mit Marius Braun den zweiten Südbadener mit 8:0. Der Greizer Trainer Tino Hempel war von der Qualität der Kämpfe sehr angetan: „Technisch und kämpferisch wurde hier sehr viel geboten. Durch die neuen Gewichtsklassen und die neuen Ringkampfregeln, die den Zuschauern mehr Aktionen bieten, kamen einige überraschende Ergebnisse zustande.“

Erhard Schmelzer @06.04.2014

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