30. September 2020

Merlin Sewina ist Mitteldeutscher Meister

Mitteldeutschen Meisterschaften der Kadetten im Ringen
Sieger Merlin Sewina,RSV Rotation Greiz Foto: RSV Rotation Greiz

Maximilian Kahnt verpasst Bronze im anhaltinischen Sangerhausen

SANGERHAUSEN. Bei den Mitteldeutschen Meisterschaften der Kadetten im Ringen, die in beiden Stilarten im anhaltinischen Sangerhausen ausgetragen wurden, dominierten die Sportler aus Sachsen. Die Medaillengewinner und Platzierten, die in ihrer Mehrheit an den Sportschulen in Leipzig und Chemnitz trainieren, zeigten sie technisch und k√∂rperlich in einer sehr guten Verfassung und d√ľrften bei den deutschen Meisterschaften ein W√∂rtchen mitreden. Die Th√ľringer Ringer belegten zwar hinter Brandenburg von sieben teilnehmenden Landesverb√§nden den dritten Rang, konnten aber in ihrer Gesamtheit kaum Fortschritte nachweisen. Einige verloren sogar gegen Sportler, die sie fr√ľher regelm√§√üig bezwungen hatten. In diesem Zusammenhang war es sicher nicht hilfreich, dass der verantwortliche Trainer an der Sportschule Jena, Hartmut Reich, zur gleichen Zeit mit einer Frauenauswahl des Landes bei einem internationalen Turnier in √Ėsterreich weilte und so seine Sch√ľtzlinge nicht in Augenschein nehmen konnte.

Der RSV Rotation Greiz startete mit f√ľnf Aktiven im freien Stil, die mit Ausnahme von Dennis N√ľrnberger in Jena trainieren. Erfolgreichster Sportler war Merlin Sewina (54 kg), der im letzten Jahr bereits Bundesligaluft schnuppern durfte. In Sangerhausen traf er auf Justin M√ľller (Markneukirchen), den er 6:3 und 1:0 besiegte. Mit dem zweiten Erfolg gegen Deward Stier (Luftfahrt Berlin), den er 6:1 und 6:0 bezwang, erreichte er den Finalkampf gegen Alexander R√∂ll (Luckenwalde). In einem ausgeglichenen Kampf musste zweimal in der Verl√§ngerung der Clinch entscheiden. Das Los entschied, wer zu erst fassen durfte. Sowohl beim Vorteil f√ľr seinen Gegner, als auch beim eigenen Fassen, setzte sich der Greizer mit 1:0 durch und holte den einzigen Klassensieg f√ľr Th√ľringen. Hoffnungsvoll startete Leon J√§schke (42 kg) ins Turnier. Im leichtesten Limit hatte er nur zwei Gegner. Gegen den Tauchaer Fabian Halbing gewann er die erste Runde 2:0. In der zweiten Runde unterlag er allerdings auf Schultern. Im zweiten Kampf hatte man gegen Niklas Kaltenborn (Luftfahrt Berlin) mit einem Sieg gerechnet, doch der Greizer hielt sich nicht an die von seinen Betreuern erhaltenen taktischen Weisungen und unterlag nach einer unn√∂tigen v√∂llig missgl√ľckten Aktion auf Schultern. In der Gewichtsklasse 63 kg traten mit Dennis N√ľrnberger und Maximilian Kahnt zwei Greizer Sportler an. Diese mit elf Sportlern besetzte Klasse war die wohl leistungsst√§rkste bei diesen Meisterschaften. Mit dem Thalheimer Benjamin Opitz, dem Erfurter Wladimir Arutunjan, der in Greiz die Jugendligamannschaft verst√§rkte und seit einem Monat einen deutschen Pa√ü besitzt, und dem Wilhelmshavener Levon Sargsjan, der in Luckenwalde trainiert, starteten Sportler, die durchaus bei den deutschen Meisterschaften in die Medaillenr√§nge kommen k√∂nnen. Dennis N√ľrnberger unterlag nach engagiertem Kampf dem ein Jahr √§lteren S√∂mmerdaer Lukas Gie√üler 1:4 und 1:5. Das Los wollte es so, dass er dann auf den sp√§teren Turniersieger Opitz traf, der schon deutscher Meister war. Trotz allen Bem√ľhens war gegen die Beinschrauben des bei Sven Tiele in Leipzig trainierenden Thalheimers, der 7:0 und 6:0 gewann, kein Kraut gewachsen.

Der Greizer wurde Achter. Maximilian Kahnt, der zu den J√ľngsten im Starterfeld geh√∂rte, bezwang zum Auftakt seinen alten Kontrahenten Iwan Sereda (PSV Erfurt) nach hartem Kampf 3:2 und 3:1. Gegen Sargsjan, der sich durch das Training beim ehemaligen deutschen Spitzenringer Olaf Bock zu einem hoffnungsvollen Athleten entwickelt hat, konnte er noch nicht mithalten und unterlag zweimal 0:6. Mit einem Sieg √ľber den Arterner Pascal G√∂bel konnte noch der zweite Platz im Pool erreicht werden. Der Greizer f√ľhrte zu Beginn 1:0, musste die erste Runde nach einem Beinangriff aber noch mit 1:3 abgeben. Doch k√§mpferisch √ľberlegen gewann er durch doppelte Beinangriffe und verkehrter Einsteiger den zweiten Durchgang 6:0 um schlie√ülich die entscheidende dritte Runde mit 4:2 siegreich zu gestalten. Im Kampf um Bronze war Arutunjan der Gegner, der im Poolfinale den interessantesten Kampf des Tages gegen Opitz lieferte. Dabei hatte er die erste Runde 10:1 gewonnen um dann 0:1 und 0:6 zu verlieren. Maximilian Kahnt lie√ü sich von der Anfangsoffensive des Erfurters √ľberraschen und unterlag auf Schultern. Er bewies aber, dass er seine langwierige Verletzung √ľberwunden hat und wieder angreifen kann, muss aber seine Kampfesf√ľhrung gegen vermeintlich st√§rkere Gegner noch verbessern. Florian Sieg (58 kg) hatte neun Konkurrenten.

Er gewann die erste Runde gegen den seit einiger Zeit in Luckenwalde trainierenden Matthias N√ľrnberger aus Werdau mit 3:1. Die beiden folgenden Runden gingen jeweils mit 0:1 verloren. Auch der Niedersachse Eckard Hochhalter (Nienburg) war zu bezwingen. Leider gingen beide Runden auf Grund technischer Schw√§chen mit 0:2 und 0:3 verloren, so dass in der Endabrechnung nur ein entt√§uschender achter Platz blieb.

Die Deutschen Meisterschaften stehen bereits in vier Wochen auf dem Programm. Wenn dort positiv abgeschnitten werden soll, m√ľssen die Kandidaten sowohl technische M√§ngel abstellen, in ihrer Mehrheit aber vor allem das k√§mpferische Niveau im Training qualitativ sp√ľrbar verbessern.

Erhard Schmelzer @12.02.2012

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