23. August 2019

Greizer Ringer Nummer Eins im Osten

Mitteldeutsche Meisterschaft im Ringen der Junioren und B-Jugend in Eisleben
Lucas Hanke (blaues Trikot), hier bei seinen Finalsieg über den Tauchaer Jonas Nientit, wurde in überlegener Manier Mitteldeutscher Meister.

Meisterschaften der neuen Bundesländer wurden von allen führenden Ringerteams zwischen Erzgebirge und Nord- bzw. Ostsee besucht

EISLEBEN/GREIZ. Bei den Mitteldeutschen Meisterschaften im Ringen der Junioren und B-Jugend in Eisleben gab es nur einen Sieger; den RSV Rotation Greiz. Die Titelkämpfe mit dem etwas irreführenden Namen – eigentlich handelt es sich um Meisterschaften der neuen Bundesländer, zu denen regelmäßig die Sportler aus Hamburg und oft auch aus Niedersachsen stoßen – wurden von allen führenden Ringerteams zwischen Erzgebirge und Nord- bzw. Ostsee besucht. Der Greizer Ringerverein brachte zusammen mit Roland Hamburg mit zehn Startern nicht nur das zahlenmäßig größte Team an den Start, sondern siegte mit einem einmalig deutlichen Vorsprung in der Mannschaftswertung unter den 45 teilnehmenden Teams. Mit drei Gold-, je zwei Silber- und Bronzemedaillen, einem vierten, einem sechsten Platz und einem neunten Platz erkämpfte das Team 36 Punkte. Ein Gedränge gab es um die Ränge zwei bis acht, wo die nachfolgenden Vereine nur vier Zähler auseinander lagen. Zweiter wurde der ASV Plauen (7 Teilnehmer/22 Punkte) vor Thalheim (7/22), Artern (6/21), Roland Hamburg (10/21), Luftfahrt Berlin (7/20), Gelenau (7/19) und Chemnitz (5/18).

Der Erfolg der Greizer gewinnt noch an Wert, wenn man berücksichtigt, dass sieben der zehn Aktiven im zahlenmäßig deutlich stärker besetzten freien Stil kämpften. Von den fünf Juniorensportlern gehörten Dustin Nürnberger und Abdul Galamatov noch der A-Jugend an und können bei deren Titelkämpfen im März noch einmal starten. In Eisleben starteten beide in der 60 kg-Klasse, wo sie in unterschiedlichen Pools mit je 5 Sportlern landeten. Abdul Galamatov bezwang sowohl den Eislebener Shamo Osso als auch seinen tschetschenischen Landsmann Said-Emi Wisingiriev (Berlin-Wedding) vorzeitig 12:2. Leider hatte die Wettkampfleitung trotz Computerhilfe etwas die Übersicht verloren und setzte die letzten drei von sechs Runden innerhalb von weniger als 30 Minuten an. Der Greizer traf auf den Jenaer Drin Abdullah, von dem er bei den Thüringer Meisterschaften geschultert wurde. Mit einer großartigen kämpferischen Leistung konnte er diesmal 19:12 gewinnen. Im Poolfinale musste der Berliner Niklas Kaltenborn wegen einer Platzwunde aufgeben. Finalgegner war der ehemalige B-Jugendmeister Florian Pohl aus Hof, der nach drei Jahren in Jena nun an der Sportschule in Leipzig trainiert. Der Greizer unterlag in der Höhe unverdient mit 1:7 und erkämpfte mit einer sehr guten Leistung Silber. Dustin Nürnberger wurde hier mit einem knappen Punktsieg über Max Schöne (Braunsbedra), einer 6:10 Niederlage gegen den Berliner Abu Gedaev sowie einer Schulterniederlage gegen Drin Abdullah Sechster, konnte aber technische Verbesserungen nachweisen. Auch im 75 kg-Limit starteten zwei Greizer. Maximilian Kahnt kommt nach seiner Verletzung wieder in Form, unterlag zwar gegen den Leipziger Muslim Kantaev, zog aber mit technischen Überlegenheitssiegen gegen Steven Schulze (Altenburg) und Fabian Stachowiak (Braunsbedra) in den Kampf um Bronze ein, wo er den Potsdamer Justus Wydmuch mit 12:2 bezwang. Hamsat Juschaev wurde hier Neunter.
Leider konnten nicht alle Kampfrichter die für solche Meisterschaften nötige Qualität nachweisen. Opfer einer Fehlentscheidung wurde auch Ron Watzek (74 kg/greco), der so gegen den Berliner Lucas Fauth 10:12 unterlag. Da der ehemalige Frankfurter Sportschüler dann aber gegen den Mansfelder Sebastian Schmidt unterlag, den der Greizer vorzeitig mit 8:0 bezwang, konnte sich der Greizer doch noch über die Goldmedaille freuen.

Bei den B-Jugendlichen setzten sich Lucas Hanke (34 kg) und Rasul Galamatov (46 kg) durch. Lucas Hanke braucht nicht einmal zwei Minuten, um den Potsdamer Kevin Siegert und den Hamburger Adam Dzabrailov zu schultern. Der Tauchaer Jonas Nientit, der sich sicher im anderen Pool durchgesetzt hatte, war vor Jahren ein gleichwertiger Konkurrent. Diesmal lag er bereits nach 51 Sekunden auf den Schultern. Auch Rasul Galamatov (46 kg) siegte in überlegener Manier. In knapp drei Minuten bezwang er den Potsdamer Leo Guthke 16:0, der Hamburger Evloev, der Dritter wurde, lag bereits nach einer Minute auf den Schultern. Auch der Hamburger Finalgegner Imram Saidov wurde mit 14:0 besiegt. Karl Suttner (50 kg) merkte man an, dass er in letzter Zeit wenig Mattentraining gemacht hat. Nach dem Schultersieg gegen Finn Brandl (Aue) wäre sonst sicher mehr gelungen, als eine 4:5 Niederlage gegen den späteren Turniersieger Felipe Mahmoud (Luftfahrt Berlin). Im Kampf um Bronze schulterte er Julian Stachowiak (Braunsbedra). Auch bei der B-Jugend starteten zwei Greizer Sportler im griechisch-römischen Stil. Moritz Schlehahn (63 kg), der vom Zella-Mehliser Cedric Delit 4.2 bezwungen wurde, landete auf Platz zwei. Vierter wurde Maximilian Böttger (46 kg), der zum Auftakt dem Rostocker Daniel Gielow 5:21 unterlag, dann mit Schultersiegen über Raffael Kaufmann (Werdau) und Dragan Popow (Chemnitz) den Kampf um Bronze erreichte. Hier erwies sich der Lugauer Moritz Frey allerdings als stärker.

Das Ende der Fahnenstange ist mit diesen Erfolgen allerdings noch nicht erreicht. Trotz der sichtbaren Leistungssteigerungen waren auch technisch-taktische Mängel zu beobachten, die nur im harten Wettkampfbetrieb beim Besuch gut besetzter Turniere abgearbeitet werden können. Noch bessere Ergebnisse, als in Eisleben erkämpft, sind durchaus möglich.

Erhard Schmelzer @31.01.2016

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