21. Juli 2019

Greizer Ringer mit Super Halbzeit-Bilanz

RSV-Präsident Thomas Fähndrich und Trainer Tino Hempel

Vier Greizer Ringer ohne Niederlage

GREIZ. Die zwei Wochen Pause bei den Kämpfen der Ringer-Bundesliga sind fast vorbei. In dieser Zeit fanden in Budapest die Weltmeisterschaften statt. Neben Martin Obst aus Greiz und Eric Thiele, der
f√ľr den deutschen Meister SV Wacker Burghausen k√§mpft, waren auch zahlreiche ausl√§ndische Sportler am Start, die f√ľr Mannschaften der Staffel S√ľdost, in der Greiz k√§mpft, auf die Matte gingen. Nat√ľrlich schnitten nicht alle so erfolgreich ab wie der Burghausener Mikheil Kajaia, der am Abschlusstag im griechisch-r√∂mischen Stil in der Gewichtsklasse 97 kg die Bronzemedaille f√ľr Serbien errang oder der f√ľr Pausa k√§mpfende Neu- Pole Gevorg Sahakyan, dem gleiches in der 67 kg-Klasse gelang. Den Vogel schoss allerdings der Ungar Peter Bacsi ab, der in Aue angemeldet ist, in dieser Saison aber noch nicht eingesetzt wurde. Er errang den WM-Titel in der 82 kg-Klasse.
√úberstrahlt wurden die Weltmeisterschaften aus deutscher Sicht vom Abschneiden des jetzt dreimaligen Weltmeisters Frank St√§bler, der bei Mannschaftsk√§mpfen f√ľr die Red Devils Heilbronn
startet. Mit unglaublicher Willenskraft bezwang er, obwohl er in jedem einzelnen Kampf anf√§nglich in R√ľckstand geriet, alle seine Gegner. Nach seinem dritten Weltmeistertitel wurde er, der sich selbst als Mentalmonster bezeichnet, erstmals ins ZDF-Sportstudio eingeladen. Bereits vor zwei Jahren hatte St√§bler viel f√ľr die Popularit√§t des Ringens getan, als er – teilweise daf√ľr heftig kritisiert ‚Äď in der Fernsehshow ‚ÄěBig Brother‚Äú mitwirkte. Auf die Welttitelk√§mpfe hatte er sich gezielt vorbereitet und deshalb f√ľr seinen in der Staffel Nordwest k√§mpfenden Verein bisher nur einen Kampf bestritten. In der R√ľckrunde d√ľrfte sich das bei ihm und den vielen ausl√§ndischen Sportlern deutlich √§ndern, was einen weiteren Leistungssprung f√ľr die Bundesliga bedeuten wird.
Der Bundesligaaufsteiger RSV Rotation Greiz kann in der R√ľckrunde auf eine hervorragend absolvierte Vorrunde aufbauen. ‚ÄěWir haben als Aufsteiger als Saisonziel den f√ľnfter Platz ausgegeben und mit dem vierten Platz gelieb√§ugelt. Zur Halbzeit liegen wir jetzt auf Platz drei. Das ist ein gro√üartiges Ergebnis‚Äú, fasst Trainer Tino Hempel sein Eindr√ľcke aus den ersten sechs K√§mpfen zusammen. Vier mal konnten dabei die RSV-Fans jubeln. Zwei Ausw√§rtsk√§mpfe gingen verloren, beim deutschen Mannschaftsmeister Burghausen und beim SV Hallbergmoos. Beide Mannschaften liegen in der Tabelle vor den Greizern. Bezwungen wurden in mitrei√üenden K√§mpfen vor gro√üer Kulisse der TSV Westendorf, der FC Erzgebirge Aue und die WKG Pausa/Plauen sowie der SV Johannis N√ľrnberg. Die N√ľrnberger hatten bei der letztj√§hrigen Endrunde Lospech und schieden gleich gegen den sp√§teren Meister aus. Wenn sie ihr Saisonziel, Teilnahme an der Endrunde, erreichen wollen, m√ľssen sie Hallbergmoos und Greiz in der Tabelle hinter sich lassen.
Aber auch bei den auf den Papier deutlichen Niederlagen in Hallbergmoos und Burghausen entt√§uschte die zu Beginn der Saison neu zusammengestellte Greizer Mannschaft nicht. Im Gegenteil sprachen bayerische Ringkampfkenner nach dem Greizer Auftritt in Hallbergmoos vom besten Mannschaftskampf seit Jahren und Burghausens Ringerchef J√ľrgen L√∂blein lie√ü sich mit der Aussage zitieren: ‚ÄěDas hohe Ergebnis t√§uscht √ľber den wirklichen Kampfverlauf hinweg.‚Äú Eine besondere Macht stellten die Greizer Ringer aber in der eigenen Halle dar. Die drei Heimsiege waren nie gef√§hrdet. Mit den Aktiven freute sich die gro√üe Helferschar √ľber den Zuschauerboom.
Im Vogtlandderby gegen Pausa/Plauen wurde sogar die magische Zuschauergrenze von 1000 Besuchern √ľberboten. Mit durchschnittlich 870 Zuschauern kann der Greizer Ringerverein bisher auf die meisten Besucher aller 23 Bundesligisten verweisen.
In den Vorrundenk√§mpfen setzte der Greizer Trainer 14 Sportler ein. Vier Greizer Ringer blieben ohne Niederlage. Der rum√§nische Neuzugang im Schwergewicht Alin Alexuc-Ciurariu erwies sich als Volltreffer, von 24 m√∂glichen Punkten f√ľr die Mannschaft erk√§mpfte er 21 und war damit hinter dem Pausaer Fliegengewichtler Said Gazimagomedov (23 Punkte) zweiterfolgreichster Ringer der Staffel. Bei der WM hatte der Bukarester Polizist Pech, er unterlag dem sp√§teren Bronzemedaillengewinner Kim aus S√ľdkorea mit 2:3. Der Pole Dawid Kerecinski (17 Punkte), der vom Ligakonkurrenten Pausa/Plauen kam, blieb genauso ohne Niederlage.Vizeeuropameister Martin Obst fehlte einmal wegen der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften. Mit seinem 13.Platz, mit dem er auf keinen Fall zufrieden war, war er in Budapest, wie schon bei der EM, wiederum erfolgreichster deutscher Freistilringer. In der Liga gewann er alle K√§mpfe und holte 14 Punkte. Der nur einmal eingesetzte Russe German Doev blieben ebenfalls ohne Niederlage. Leider verletzte sich mit Vladimir Gotisan ein Greizer Siegringer in Hallbergmoos und fiel danach zweimal aus. Ein positives Punktekonto haben auch der Neuzugang aus Thalheim, Alexander Grebensikov, und die mit viel Jubel in der Greizer Sporthalle begr√ľ√üten R√ľckkehrer aus Pausa Vladimir Codreanu und Daniel Sartakov sowie der altbew√§hrte Thomas Leffler. Die Greizer Ringer werden die R√ľckrunde voll konzentriert in Angriff nehmen. Das gute Abschneiden in der Vorrunde soll best√§tigt werden. Die Greizer Zuschauer k√∂nnen sich schon jetzt auf drei stimmungsvolle Heimk√§mpfe freuen. Los geht es aber am 3.November in Westendorf.

Erhard Schmelzer @30.10.2018

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