31. Mai 2020

Greizer Ringer mit Super Halbzeit-Bilanz

RSV-Pr├Ąsident Thomas F├Ąhndrich und Trainer Tino Hempel

Vier Greizer Ringer ohne Niederlage

GREIZ. Die zwei Wochen Pause bei den K├Ąmpfen der Ringer-Bundesliga sind fast vorbei. In dieser Zeit fanden in Budapest die Weltmeisterschaften statt. Neben Martin Obst aus Greiz und Eric Thiele, der
f├╝r den deutschen Meister SV Wacker Burghausen k├Ąmpft, waren auch zahlreiche ausl├Ąndische Sportler am Start, die f├╝r Mannschaften der Staffel S├╝dost, in der Greiz k├Ąmpft, auf die Matte gingen. Nat├╝rlich schnitten nicht alle so erfolgreich ab wie der Burghausener Mikheil Kajaia, der am Abschlusstag im griechisch-r├Âmischen Stil in der Gewichtsklasse 97 kg die Bronzemedaille f├╝r Serbien errang oder der f├╝r Pausa k├Ąmpfende Neu- Pole Gevorg Sahakyan, dem gleiches in der 67 kg-Klasse gelang. Den Vogel schoss allerdings der Ungar Peter Bacsi ab, der in Aue angemeldet ist, in dieser Saison aber noch nicht eingesetzt wurde. Er errang den WM-Titel in der 82 kg-Klasse.
├ťberstrahlt wurden die Weltmeisterschaften aus deutscher Sicht vom Abschneiden des jetzt dreimaligen Weltmeisters Frank St├Ąbler, der bei Mannschaftsk├Ąmpfen f├╝r die Red Devils Heilbronn
startet. Mit unglaublicher Willenskraft bezwang er, obwohl er in jedem einzelnen Kampf anf├Ąnglich in R├╝ckstand geriet, alle seine Gegner. Nach seinem dritten Weltmeistertitel wurde er, der sich selbst als Mentalmonster bezeichnet, erstmals ins ZDF-Sportstudio eingeladen. Bereits vor zwei Jahren hatte St├Ąbler viel f├╝r die Popularit├Ąt des Ringens getan, als er – teilweise daf├╝r heftig kritisiert ÔÇô in der Fernsehshow ÔÇ×Big BrotherÔÇť mitwirkte. Auf die Welttitelk├Ąmpfe hatte er sich gezielt vorbereitet und deshalb f├╝r seinen in der Staffel Nordwest k├Ąmpfenden Verein bisher nur einen Kampf bestritten. In der R├╝ckrunde d├╝rfte sich das bei ihm und den vielen ausl├Ąndischen Sportlern deutlich ├Ąndern, was einen weiteren Leistungssprung f├╝r die Bundesliga bedeuten wird.
Der Bundesligaaufsteiger RSV Rotation Greiz kann in der R├╝ckrunde auf eine hervorragend absolvierte Vorrunde aufbauen. ÔÇ×Wir haben als Aufsteiger als Saisonziel den f├╝nfter Platz ausgegeben und mit dem vierten Platz gelieb├Ąugelt. Zur Halbzeit liegen wir jetzt auf Platz drei. Das ist ein gro├čartiges ErgebnisÔÇť, fasst Trainer Tino Hempel sein Eindr├╝cke aus den ersten sechs K├Ąmpfen zusammen. Vier mal konnten dabei die RSV-Fans jubeln. Zwei Ausw├Ąrtsk├Ąmpfe gingen verloren, beim deutschen Mannschaftsmeister Burghausen und beim SV Hallbergmoos. Beide Mannschaften liegen in der Tabelle vor den Greizern. Bezwungen wurden in mitrei├čenden K├Ąmpfen vor gro├čer Kulisse der TSV Westendorf, der FC Erzgebirge Aue und die WKG Pausa/Plauen sowie der SV Johannis N├╝rnberg. Die N├╝rnberger hatten bei der letztj├Ąhrigen Endrunde Lospech und schieden gleich gegen den sp├Ąteren Meister aus. Wenn sie ihr Saisonziel, Teilnahme an der Endrunde, erreichen wollen, m├╝ssen sie Hallbergmoos und Greiz in der Tabelle hinter sich lassen.
Aber auch bei den auf den Papier deutlichen Niederlagen in Hallbergmoos und Burghausen entt├Ąuschte die zu Beginn der Saison neu zusammengestellte Greizer Mannschaft nicht. Im Gegenteil sprachen bayerische Ringkampfkenner nach dem Greizer Auftritt in Hallbergmoos vom besten Mannschaftskampf seit Jahren und Burghausens Ringerchef J├╝rgen L├Âblein lie├č sich mit der Aussage zitieren: ÔÇ×Das hohe Ergebnis t├Ąuscht ├╝ber den wirklichen Kampfverlauf hinweg.ÔÇť Eine besondere Macht stellten die Greizer Ringer aber in der eigenen Halle dar. Die drei Heimsiege waren nie gef├Ąhrdet. Mit den Aktiven freute sich die gro├če Helferschar ├╝ber den Zuschauerboom.
Im Vogtlandderby gegen Pausa/Plauen wurde sogar die magische Zuschauergrenze von 1000 Besuchern ├╝berboten. Mit durchschnittlich 870 Zuschauern kann der Greizer Ringerverein bisher auf die meisten Besucher aller 23 Bundesligisten verweisen.
In den Vorrundenk├Ąmpfen setzte der Greizer Trainer 14 Sportler ein. Vier Greizer Ringer blieben ohne Niederlage. Der rum├Ąnische Neuzugang im Schwergewicht Alin Alexuc-Ciurariu erwies sich als Volltreffer, von 24 m├Âglichen Punkten f├╝r die Mannschaft erk├Ąmpfte er 21 und war damit hinter dem Pausaer Fliegengewichtler Said Gazimagomedov (23 Punkte) zweiterfolgreichster Ringer der Staffel. Bei der WM hatte der Bukarester Polizist Pech, er unterlag dem sp├Ąteren Bronzemedaillengewinner Kim aus S├╝dkorea mit 2:3. Der Pole Dawid Kerecinski (17 Punkte), der vom Ligakonkurrenten Pausa/Plauen kam, blieb genauso ohne Niederlage.Vizeeuropameister Martin Obst fehlte einmal wegen der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften. Mit seinem 13.Platz, mit dem er auf keinen Fall zufrieden war, war er in Budapest, wie schon bei der EM, wiederum erfolgreichster deutscher Freistilringer. In der Liga gewann er alle K├Ąmpfe und holte 14 Punkte. Der nur einmal eingesetzte Russe German Doev blieben ebenfalls ohne Niederlage. Leider verletzte sich mit Vladimir Gotisan ein Greizer Siegringer in Hallbergmoos und fiel danach zweimal aus. Ein positives Punktekonto haben auch der Neuzugang aus Thalheim, Alexander Grebensikov, und die mit viel Jubel in der Greizer Sporthalle begr├╝├čten R├╝ckkehrer aus Pausa Vladimir Codreanu und Daniel Sartakov sowie der altbew├Ąhrte Thomas Leffler. Die Greizer Ringer werden die R├╝ckrunde voll konzentriert in Angriff nehmen. Das gute Abschneiden in der Vorrunde soll best├Ątigt werden. Die Greizer Zuschauer k├Ânnen sich schon jetzt auf drei stimmungsvolle Heimk├Ąmpfe freuen. Los geht es aber am 3.November in Westendorf.

Erhard Schmelzer @30.10.2018

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