Greizer Ringer dominieren in drei von fünf Altersklassen

Die Thüringer Einzelmeisterschaften der Ringer im griechisch-römischen Stil wurden zu einem großartigen Erfolg für die Gastgeber des RSV Rotation Greiz. Die Greizer stellten in eigener Halle in Greiz-Aubachtal nicht nur mit 38 Startern die weitaus meisten Teilnehmer, sie gewannen auch mit 25 Medaillen das meiste Edelmetall.
Die Thüringer Einzelmeisterschaften der Ringer im griechisch-römischen Stil wurden zu einem großartigen Erfolg für die Gastgeber des RSV Rotation Greiz. Die Greizer stellten in eigener Halle in Greiz-Aubachtal nicht nur mit 38 Startern die weitaus meisten Teilnehmer, sie gewannen auch mit 25 Medaillen das meiste Edelmetall.

25 Medaillengewinne in eigener Halle

Die Thüringer Einzelmeisterschaften der Ringer im griechisch-römischen Stil wurden zu einem großartigen Erfolg für die Gastgeber des RSV Rotation Greiz. Die Greizer stellten in eigener Halle in Greiz-Aubachtal nicht nur mit 38 Startern die weitaus meisten Teilnehmer, sie gewannen auch mit 25 Medaillen das meiste Edelmetall.
Freuen konnten sich aber auch die Funktionäre des Thüringer Ringer-Verbandes. Mit 170 Aktiven aus 22 Vereinen wurden 33 Sportler mehr gezählt als im Vorjahr. Seit 2005 wurden nicht so viele Teilnehmer bei Landestitelkämpfen in dieser Stilart verzeichnet. Das traf auch für die Altersklasse der Männer zu, bei der ebenfalls die meisten Teilnehmer seit 2005 gezählt wurden. Bei den Altersklassen der Jugend B und C bot sich ein Vergleich mit dem am gleichen Tag durchgeführten Sachsenmeisterschaften in Weißwasser an. Bei der B-Jugend lag Thüringen mit 38:44 Teilnehmern und bei der C-Jugend mit 32:35 zwar im Hintertreffen, doch hat der sächsische Verband deutlich mehr Vereine und Mitglieder. Einen objektiven Überblick über die sportliche Leistungsfähigkeit werden aber erst die in den nächsten Monaten stattfindenden mitteldeutschen Meisterschaften erbringen. Der neugewählte thüringische Ringerpräsident Bela Olah konnte trotzdem erfreut von einem „Superauftakt für das Wettkampfjahr 2020“ sprechen. „Der Greizer Verein hat die Veranstaltung hervorragend organisiert. Einrichtung und Ausgestaltung der Halle und die Verpflegung waren tipptopp.“
Die Vereinswertung wurde mit großem Vorsprung von den Gastgebern gewonnen. Der alte Rivale aus dem Thüringer Wald, der AV Jugendkraft/Concordia Zella-Mehlis, der im Vorjahr noch mit großem Vorsprung vor Greiz, Apolda und Jena siegte, wurde auf den dritten Rang verwiesen. Greiz siegte bei 38 Teilnehmern mit 159 Punkten, vor dem KSC Apolda (22 Starter/98 Punkte), Zella-Mehlis (20/88), Artern (9/43), dem KSC Motor Jena (9/42) sowie der ZSG Waltershausen (6/35). Der 1.SV Pößneck, der auf Grund von Verletzungen diesmal nur mit drei Sportlern am Start war, kam auf Rang 15. Insgesamt waren 22 Vereine am Start.

18 Greizer Teilnehmer bei den Männern gewinnen 7 Goldmedaillen

Bei den Männern wird in zehn Gewichtsklassen gekämpft. Die Greizer brachten hier das Kunststück fertig mit 18 Startern anzutreten. Nur Apolda mit 22 und Zella-Mehlis mit 20, brachten insgesamt in allen Altersklassen mehr Aktive auf die Matten. Der RSV konnte acht Gewichtsklassen besetzen und dabei sieben Goldmedaillen gewinnen. Ein Kuriosum gab es in der Gewichtsklasse 67 kg, in der allein sieben Greizer Sportler antraten. Am Ende gab es einen Doppelsieg der Galamatov-Brüder Abdul vor Rasul. Dritter wurde der Zella-Mehliser Dustin Richter vor den Greizern Dustin Nürnberger, Kilian Schinnerling, Ronny Gruschwitz, Jonas Dietsch und Magomed Elzhuev. Auch in der 77 kg-Klasse gab es einen Doppelsieg durch Altmeister Falk Schlehahn vor Ron Watzek. Außerdem siegten von Greizer Seite Joel Wrensch (72 kg), Maximilian Kahnt (82 kg), Josua Greschok (87 kg), Thomas Leffler (97 kg) und der wieder aktivierte Ronny Rüger (130 kg), der 1995 bei den Weltmeisterschaft der Kadetten den sechsten Rang erkämpfte. Der aus Afghanistan stammende Rafar Abdul Ahmadi (60 kg) errang die Silbermedaille. Pech hatte Tom Seidel im Schwergewicht, der zwar den späteren Dritten aus Jena Michel Braun mit 2:0 bezwang, aber vom späteren Zweiten Andreas Spatschke (jetzt Bayeuth, früher Pausa) nach eigener 8:1 Führung geschultert wurde und so nur auf Rang vier landete. In der Gewichtsklasse 82 kg kamen Jörg Bobek und Jens Schinnerling auf die Plätze vier und sieben. Die große Starterzahl bei den Greizer Männern beruht im wesentlichen auf der Reaktivierung von älteren Sportlern, die sich unter Anleitung von Falk Schlehahn gezielt auf die deutschen Altersmeisterschaften vorbereiten. Im Vorjahr starteten dort 13 Greizer Sportler, die in der Mannschaftswertung unter 84 deutschen Vereinen den zweiten Platz erkämpften.
Die sieben A-Jugendlichen errangen vier Medaillen. Ibrahim Galamatov (51 kg) und Finn Zipfel (65 kg) kamen zu Gold. Lucas Hanke (60 kg) schulterte zwar den deutschen B-Jugendmeister Sid Wetzel (Pausa), unterlag im Kampf um Gold allerdings dem Apoldaer Malte Guthmann. Maximilian Böttger (71 kg) gewann Bronze. Niklas Wiedemann (51 kg) wurde Vierter, Sheyh Juschaev (60 kg) und Niklas Wendel (71 kg) wurden Fünfte.
Auch bei der B-Jugend waren 7 Greizer am Start. Gold gewann nach langer Wettkampfpause Shaid Juschaev (48 kg). Silber erkämpften Tobias Jung (38 kg), Pascal Hessel (41 kg) und in der 52 kg-Klasse Isa Elzuhev vor seinen Vereinskollegen Paul Müller und Philipp Schöndorfer. Ein vierter Platz ging auch an Schahrudi Juschaev in der 41 kg-Klasse.
Bei den C- und D-Jugendlichen brachte der Greizer Verein jeweils nur drei Sportler über die Waage. Die C-Jugendlichen gewann durch Silas Warmuth (27 kg) die Gold- und in der 38 kg-Klasse durch Leon Weller und Turpal Elzhuev die Silber und Bronzemedaille. Die Greizer D-Jugendlichen wurden von keinem Ringer aus einem anderen Verein bezwungen. Arthur Reim (31 kg) musste allerdings mit der Silbermedaille vorliebnehmen, da er im Finale von seinem Vereinskollegen Bruno Rüger bezwungen wurde, der vier Siege vorweisen konnte und wie Vater Ronny Thüringer Meister wurde. Dominik Gasser (29 kg) kam mit drei Schultersiegen zu Gold.
Vor allem bei den jüngeren Altersklassen haben die Greizer Ringer zu wenig Aktive. Aktivitäten diesen Mangel zu beheben wurden aber bereits eingeleitet. Da traf es sich gut, dass einige Kinder der von Matthias Podschuck geleiteten Schnupperkurse in den Kindergärten „Juri Gagarin“ und „Freundschaft“ die Einladung des RSV annahmen zusammen mit ihren Eltern einmal eine Ringkampfveranstaltung zu erleben.

Die Kampfrichter, bei denen als einziger Ostthüringer der Greizer Stefan Hetzheim dabei war, machten ihre Sache trotz einiger Hänger insgesamt ganz gut. Besonders gelobt als Nachwuchstalent wurde der erst 14-jährige Niclas Hoppe aus Sömmerda. Zahlreiche Ringkampfanhänger aus Greiz versäumten nicht der bis fast 17 Uhr laufenden Veranstaltung beizuwohnen. Greiz hat mit der Durchführung und den Ergebnissen dieser Meisterschaft seinem Ruf als die Ringerhochburg Thüringens einen weiteren Baustein hinzugefügt.

Erhard Schmelzer

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