18. Juli 2019

RSV Rotation: Fünf Medaillen beim Ringkampfmarathon in Aichach

Wittelsbacher- Land- Turnier der Ringer im bayerischen Aichach
Rasul Galamatow vom RSV Rotation feierte Sieg in der 54-Kg-Gewichtsklasse der Jugend A

Rasul Galamatow vom RSV Rotation feierte Sieg in der 54-Kg-Gewichtsklasse der Jugend A – Insgesamt gab es fünf Greizer Medaillen in Aichach

AICHACH/GREIZ. Das Wittelsbacher- Land- Turnier der Ringer im bayerischen Aichach gehört zu den größten in Deutschland. Mit 423 Teilnehmern aus 53 Vereinen konnte in diesem Jahr ein neuer Teilnahmerekord erzielt werden. Die Sportler waren nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Österreich, der Schweiz, Tschechien, Ungarn, Italien und Belgien angereist.

Dazu kam noch eine große Anzahl sich in Deutschland aufhaltender Migranten, die nicht bei deutschen Meisterschaften startberechtigt sind.
Die Wettkämpfe auf sechs Matten waren aus diesem Grunde erst am frühen Abend beendet.
Beim letzten Abpfiff um 19:30 Uhr stand der größte Erfolg des RSV Rotation Greiz fest.
Schon Sekunden vor dem Ende lag der DM-Dritte des Vorjahres und amtierende bayerische Meister Adrian Barnowski (SC Nürnberg 04) 3:8 geschlagen und enttäuscht bäuchlings auf der Matte, während Rasul Galamatov dahinterkniend mit erhobener Faust seinen Sieg in der 54 kg-Klasse der Jugend A feierte.
In den Poolkämpfen hatte er in der stärkeren Gruppe kämpfend den schnellen Schweizer Vizemeister Jan Faller (RS Sense) in knapp zwei Minuten mit technischer Überlegenheit bezwungen und den Nürnberger Islam Kerimov sowie den Österreicher Roman Fiedler (Mäder) geschultert. Blitzschnell agierend konnte der Greizer technische Fortschritte demonstrieren.
Zum Zungeschnalzen war seine Egalisierung eines fast schon gelungenen doppelten Beinangriffes seines Finalgegners.
Diese Aktion war von der Qualität her mit dem Konter von Daniel Sartakov von der ersten Mannschaft im Oktober gegen den deutschen Vizemeister Lennard Wickel aus Lübtheen zu vergleichen.

Eine Gewichtsklasse höher erreichte auch Boualem Derradji (A/58 kg) den Finalkampf in einer Klasse mit zehn Teilnehmern. Nachdem er nach fast einjähriger Verletzungspause vor 14 Tagen mit einem siebenten Platz bei den mitteldeutschen Meisterschaften weit unter Wert platziert war, kämpfte er sich nun auf Rang zwei. Nach einem Schultersieg über den Mainzer Wladimir Winter bezwang er die für den tschechischen AK Aussig bzw. den österreichischen Verein Olympic Salzburg kämpfenden Tschetschenen Ismael Tolegenov und Ibrahim Isaev. Im Finale unterlag er Ashot Schahbazyan (ASV Mainz 88).

Sehr konzentriert rang mit Norman Heisig (69 kg/13 Starter) auch der dritte A-Jugendliche, der sich mit dem nicht im Aufgebot befindlichen Lucas Kahnt auf die deutschen Meisterschaften Anfang April vorbereitet. Nach einem Überlegenheitssieg gegen den Trostberger Kubilay Ersayin hatte er ständig im Angriffsmodus liegend zwar einige Schwierigkeiten beim 3:0 Erfolg über den sehr kampfstarken bayerischen Vizemeister Luca Zeiser (Traunstein). Der nächste Kampf war nicht zu gewinnen, hieß der Gegner doch Schamil Gadhziev. Der für den nordbadischen ASV Ladenburg kämpfende Dagestaner ist seit Jahren in Deutschland in seiner Altersklasse unbezwungen. Der Greizer schlug sich wacker, setzte zu Beginn der zweiten Runde noch einmal alles auf eine Karte, musste sich aber mit technischer Überlegenheit geschlagen geben. Im Kampf um Bronze zwang er Bilal Lorsanov (ASV Mainz 88) schon nach wenigen Sekunden.

Bei den B-Jugendlichen musste Ibrahim Galamatov (34 kg) im nordischen Turnier gegen fünf Kontrahenten antreten. Seine Gegner aus Augsburg, Neuaubing und Vigaun (Österreich) bezwang er ohne Probleme. Gegen den zum SV Hallbergmoos gewechselten Danial Matcovschi wurde es ein ganz harter Fight. Der Moldawier hatte den Greizer nach einer Niederlage beim Foeldeak-Pokal beim Spitzenturnier in Kleinostheim mit 2:1 bezwungen. Diesmal fielen mehr Punkte, doch der Hallbergmooser hatte am Ende beim 9:8 Erfolg die Nase vorn.
Besser lief es gegen den ungarischen Vizemeister Dominik Weber (Bocsa), den er in der Endphase des Kampfes nach einem doppelten Beinangriff schultern konnte, was ihm die Silbermedaille einbrachte.

Der frischgebackene deutsche Vizemeister Lucas Hanke (38 kg) startete diesmal eine Gewichtsklasse höher. Er bezwang seine Gegner aus Trostberg, Weißenburg und Hallbergmoos eindeutig, unterlag aber im Kampf um den Finaleinzug dem Salzburger Muhamed Bektemirov nach einem spannenden Kampf 12:13. Mit einem klaren Erfolg über den Schweizer Melvin Feyer (Sense) sicherte er sich die Silbermedaille.

Sheyh Juschaev (42 kg) bezwang Benedikt Gattinger (Bamberg) und Degi Saychanov (Salzburg), musste aber Niederlagen gegen den späteren Sieger Musa Chupanov aus Belgien (Sultan Lüttich) und den späteren Bronzegewinner, den Italiener Danny Lubrano (Livorno), einstecken. Trotz technischer Fortschritte gelang im Kampf um den fünften Platz gegen den Westendorfer Max Schmucker kein Sieg.

Die anstrengende Reise ins südliche Bayern brachte nicht nur Vergleiche mit einem hohen Anteil deutscher und internatonaler Spitzenringer sondern auch wertvolle Wettkampfpraxis und Selbstvertrauen.
Seit einigen Jahren nutzt der Greizer Ringerverein verstärkt Wettkampfmöglichkeiten in den leistungsstarken südlichen deutschen Regionen. Die RSV-Ringer haben sich dort mit ihrer Leistungsstärke viel Respekt erworben, wie durch viele Gespräche bestätigt wurde.
Die A-Jugendlichen haben ihren Stammplatz in der zweiten Mannschaft in der am 19. August beginnenden Mannschaftskampfsaison sicher.

Besonderer Dank gebührt dem gastgebenden TSV Aichach für die Unterkunft in der Halle und dem ASV Mainz 88 für die Einladung zum Frühstück.

Erhard Schmelzer @27.03.2017

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