Das erfolgreiche Team aus Greiz

Im Januar dieses Jahres standen sich im Finale der deutschen Mannschaftsmeisterschaft im Ringen Burghausen und Heilbronn gegenüber.

GREIZ. Nach Hin- und Rückkampf setzten sich die Bayern mit 26:22 durch. Zwei Monate später wurde der Vizemeister Heilbronn ebenfalls in die Staffel Südost, in der Greiz im Vorjahr als Aufsteiger einen hervorragenden vierten Platz belegt hatte, eingeordnet. Nun Nach dem ersten Rückrundenkampf der neuen Saison liegt der RSV Rotation Greiz in dieser Superstaffel, die nach der Einordnung des starken Aufsteigers und Ex-Meisters Schorndorf weiter an Qualität gewonnen hat, auf einem hervorragenden dritten Tabellenplatz. In keiner der zwei anderen Erstliga-Staffeln ist der Punktabstand zu den beiden führenden Teams so gering wie zwischen Greiz sowie Burghausen und Heilbronn. Die beiden Ersten der drei Staffeln qualifizieren sich für das Viertelfinale der Endrunde. Die beiden punktbesten Drittplatzierten sollten die Viertelfinalteilnehmer ergänzen. Nach diesem Modus und dem jetzigen Tabellenstand, wäre Greiz in der Endrunde. Da aber wie im Vorjahr ein Bundesligaverein seine Mannschaft vor Beginn der Serie zurückgezogen hat, die Mannschaften also eine unterschiedliche Zahl von Kämpfen hat, werden die beiden Endrundenteilnehmer unter den drei Drittplatzierten ausgelost. Im Vorjahr war Nürnberg als Vertreter des Südostens beim Losverfahren auf der Strecke geblieben.
Doch bis zur Bundesligaendrunde ist noch ein langer, steiniger Weg. Sechs Vorrundenkämpfe muss der Greizer Ringerverein noch bestreiten, davon drei in eigener Halle. Bereits am Sonnabend ab 19:30 Uhr stellt sich einer der ganz Großen in Greiz vor, der deutsche Vizemeister Red Devils Heilbronn. Die Heilbronner, wie auch ihr Vorgängerverein SV Neckargartach, treten das erste mal in Greiz an. Obwohl vom Vizemeisterteam zwanzig Sportler in der Mannschaft blieben, wurden sie mit 12 Neuzugängen verstärkt. Fast alle gehören zur internationalen Spitzenklasse. Die Heilbronner werden auch vom Burghausener Meistertrainer Eugen Ponomartschuk trotz des deutlichen Vorrundensieges seiner Mannschaft als sehr stark eingeschätzt: „Heilbronn hat um den dreimaligen Weltmeister Frank Stäbler herum eine hervorragende, sehr breit aufgestellte Mannschaft, die in der Endrunde fast jeden Ausfall kompensieren kann.“
Zwei gegnerische Sportler kennen die Greizer aber auf jeden Fall, den amtierenden Meister Christopher Kraemer (66 kg/g), der im Vorjahr noch für Westendorf kämpfte, und vor allem den Greizer Publikumsliebling der Saison 2013 Patryk Dublinowski (86 kg/f), der damals noch in der Jahnturnhalle, die Greizer Zuschauer mit seinem offensiven Kampfstil begeisterte.
Ob der deutsche Superringer Frank Stäbler in Greiz antreten wird, oder erst am Ende der Vorrunde einige Auftaktkämpfe für die Endrunde bestreiten wird, ist nicht gewiss. Erwarten kann man aber mit Saba Bolaghi (71 kg/f) einen sehr interessanten Sportler. Deutschlands Ringer des Jahres von 2011 und EM-Dritter des gleichen Jahres wechselte 2013 die Sportart um als MMA (Mixed Martial Arts)-Kämpfer von Erfolg zu Erfolg zu eilen. Als nun 30-Jähriger möchte der gebürtige Frankfurter noch einmal Erfolge im Ringkampf feiern. Zur Rückrundenaufstellung der Gäste gehören weiterhin namhafte Ringer: der Serben Sebastian Kolompar (57 kg/g/Siebter der U23-EM 2019), der Moldawier mit rumänischen Pass Anatolii Buruian (61 kg/f), Christian Fetzer (75 kg/g), der auch schon Vizeeuropameister war, der amtierende deutsche Meister und Europameister von 2016 Pascal Eisele (80 kg/g), der amtierende deutsche Vizemeister Jan Zirn (98 kg/g) sowie der sechsmalige deutsche Meister Stefan Kehrer (130 kg/f).
Im Vorkampf, der um 17:30 Uhr angepfiffen wird, trifft die zweite Greizer Mannschaft auf den AC 1990 Taucha.

Erhard Schmelzer