Toni Stade macht es spannend

2.Bundesliga Nord: RV Lübtheen gegen RSV Rotation Greiz
Toni Stade und RSV-Präsident Thomas Fähndrich

Von sieben Startern des RSV Rotation Greiz beim Traditionsturnier der Ringer des SV Warnemünde landeten sechs auf Medaillenplätzen.

WARNEMÜNDE. Die Veranstaltung im traditionsreichen Ostseebad, für Männer in beiden Stilarten und für Jugendliche im freien Stil ausgeschrieben, war im Beisein der beiden Olympiasieger Rudolf Vesper und Lothar Metz hervorragend organisiert. Es nahmen 16 Mannschaften mit 124 Sportlern, die hauptsächlich aus dem Norden Ostdeutschlands kamen teil. Mannschaftssieger wurde mit dem SC Roland Hamburg ein aufstrebender Verein, der auch in der Jugendliga der ostdeutschen Nordlichter starten wird. Da die gemeldeten Sportler aus Frankfurt/Oder kurzfristig absagten, dominierten im griechisch-römischen Stil die Teilnehmer aus Dänemark und Schweden. Bei den 5 ausgeschriebenen Gewichtsklassen blieben nur zwei als Ehrenpreise vergebene Schiffsglocken in Deutschland. Die eine ging an den Rostocker Dennis Langner (60 kg), die andere erkämpfte Toni Stade. Der Greizer startete mit viel Untergewicht in der 74 kg-Klasse.

Erst bei der Universiade in Kasan (Russland) wird er wieder im 66 kg-Limit antreten. In der 74 kg-Klasse hatte er leider nur einen Gegner, doch der hatte es in sich. Der Schwede Hannes Chronvall war physisch sehr stark und nutzte dazu das Reisegewicht von einem Kilogramm voll aus. Doch gegen den Verteidigungskünstler Toni bestand selbst im Bodenkampf keine Chance zum Punkten. Demgegenüber hätte der Greizer fast eine Wertung im Standkampf erzielt. Nach zwei Runden stand es ohne Punktgewinne 1:1. Auch nach dem Standkampf der dritten Runde hieß es 0:0. Clever verteidigte sich der Greizer am Boden. Der Schwede, dem die ablaufende Zeit im Nacken saß, wurde unvorsichtiger, riskierte zu viel und gab den entscheidenden Punkt ab. Toni Stade, der wieder einmal mit taktischer Cleverness überzeugte, wird mit Sebastian Wendel und Merlin Sewina bereits am nächsten Wochenende in Baienfurt beim nächsten Turnier an den Start gehen.

Die Greizer Jugendlichen erkämpften weitere fünf Medaillen. Gold ging an Lucas Kahnt (42 kg) und Eric Jedanowski (100 kg) bei der A/B-Jugend. Kahnt bezwang den Hamburger Sahel Castro in drei Runden und den Neubrandenburger Dschabrail Aslambekov sehr deutlich. Jedanowski musste sich mit zwei Warnemündern auseinandersetzen, die er trotz einiger technischer Unzulänglichkeiten schulterte. Auch bei Norman Heisig (46 kg) lag die Goldmedaille im Bereich des Machbaren, doch mit dem kampfstarken Hamburger Oliver Kock kam er im Auftaktkampf nicht zurecht und unterlag 4:4 und 2:7. Mit Schultersiegen gegen Fabian Schmidt (Lübtheen) und Gilbert Rößler (Luftfahrt Berlin) erkämpfte er Silber. Bei der C/D-Jugend starteten Anton Golle und Johannes Krause im Neunerfeld der +50 kg-Klasse. Golle wurde Poolsieger mit Schultersiegen über die Torgelower Florian Rohde, Tobias Wenzel und Denis Sodmann.

Im Finale war er gegen den technisch und körperlich überlegenen Tim Schröder (Demmin), der bereits Krause bezwungen hatte, ohne Chance. Krause kam im anderen Pool noch der Niederlage gegen Schröder zu Schultersiegen gegen Maik Petrosjan (Lübtheen) und Eric Pankow (Neubrandenburg). Im Kampf um Bronze schulterte er nach 1:3 verlorener erster Runde Denis Sodmann. Nach langem Trainingsausfall kommt Anton Struchalin (38 kg) wieder in Form. Er wurde im 10er Feld nach Siegen über Shawn Wiesatzki (Neuseddin) und Ricardo Klink (Lübtheen) Fünfter. Gegen die in dieser Gewichtsklasse dominierenden Berliner Tobias Bock und Felix Löhnhardt war er noch chancenlos. Mit drei Gold-, zwei Silber- und einer Bronzemedaille schnitten die Greizer gut ab, auch wenn in der Mannschaftswertung auf Grund der geringen Starterzahl nur der siebente Platz belegt wurde. Das Turnier brachte aber auch einige bereits überwunden geglaubte technische Fehler an den Tag. die gleich an Ort und Stelle ausgewertet wurden. Am Sonntagfrüh schloss sich noch eine Trainingseinheit im Ostseesand an, bevor es zurückging in des verregnete Vogtland mit der Vielzahl von Sperrschildern auf den Straßen von Greiz.

Erhard Schmelzer @05.06.2013

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