Trainer Tino Hempel

Der Bundesligatrainer des RSV Rotation Greiz strebt im dritten Auswärtskampf der Saison den zweiten Sieg an. „Wenn wir auf Kurs Play-off-Runde bleiben wollen, dann müssen wir gewinnen“, sagt er und rechnet mit einem knappen Ausgang. So wie beim 13:14-Auftakt in Kleinostheim oder beim 15:12-Sieg in Aue. Wie im nahen Kleinostheim wird Tino Hempel am Samstag auch in Hösbach alte Bekannte treffen. Nach der Wende war der Greco-Spezialist in den Spessart gegangen, in der Bundesliga gekämpft. Warum Hösbach? Im Dezember 1989 hatte sich der 82-kg-Athlet in Frankfurt/Oder den letzten DDR-Meistertitel erkämpft, den EM-Dritten Olaf Koschnitzke besiegt. EM und WM waren in Griffweite, doch beim letzten Länderkampf DDR gegen BRD verletzte er sich schwer am Ellbogen. Zurück in Zella-Mehlis sah er, wie alles auseinanderlief. „Treu erzogen wie wir waren, wollten wir trainieren, uns auf internationale Aufgaben vorbereiten.“ Doch die Sportklubs standen vor dem Aus. Hösbach bot sich für einen Freundschaftskampf an, im Zuge dessen ging nicht nur Tino Hempel zum Bundesligisten. Da er von einem zum anderen Landesverband wechselte, musste er eine einjährige Sperre absitzen. Das tat nicht weh, „ich konnte meine Verletzung auskurieren.“ Bereut hat er es nicht. Und noch immer muss er schmunzeln, wenn er an seinen Kampf gegen den 86er-Weltmeister Bogdan Daras zurückdenkt. Mit 2:3-Verwarnungspunkten, es fiel nicht eine technische Wertung, verlor er gegen den Weltklasse-Mann. „Dann kam einer der Fans und meinte: Du willst DDR-Meister sein.“ Tino Hempel lacht, „eine wilde Zeit“. Hösbach zog sich zwar dann aus der Bundesliga zurück, doch als Ringer und Trainer im benachbarten Schaafheim schaffte er den Aufstieg in die Bundesliga. Kadertraining war damals in Aschaffenburg, da tummelten sich Alexander Leipold, Gerhard Himmel und Rifat Yildiz auf der Matte. Mittendrin Tino Hempel. „Das war Weltklasse“, sagt er. 1997 zog es ihn wieder in die Heimat, unterschrieb beim RSV Rotation. Unvergessen als die Greizer 2001 mit einem Sieg gegen den SV Siegfried Hallbergmoos ins Bundesliga-Halbfinale einzogen. 20 Jahre später greifen die Greizer wieder an in der Bundesliga, mindestens Platz vier in der Gruppe Ost muss herausspringen, um die Play-off-Kämpfe zu erreichen. Schöne Zeit im Spessart hin oder her, alte Kampfgefährten treffen, ja. „Wir brauchen einen Sieg“, sagt er und zeigt mehrere Varianten, wie es funktionieren kann.

Bericht: Andreas Rabel / OTZ