Sechs Titel und zweiter Platz in der Vereinswertung bei Thüringer Meisterschaft

In normalen Zeiten finden die Thüringer Meisterschaften zu Beginn eines jeden Kalenderjahres statt. In den anderen Bundesländern ist es nicht anders. Die Vereine erhalten dadurch einen realistischen Überblick über den Leistungsstand vor allem ihrer Nachwuchssportler, die abhängig vom Geburtsjahr ab 1.Januar in die neuen Altersklassen eingeteilt werden. Während die meisten deutschen Landesverbände ihre Titelkämpfe vollumfänglich in den Monaten nach den Corona – Beschränkungen nachholten, plante der Thüringer Ringerverband nur kurz vor den Sommerferien die Durchführung ihrer Meisterschaften, allerdings nur bei den beiden jüngsten Altersklassen der Jungen sowie der weiblichen Jugend und den weiblichen Schülern.
Bei den in Jena durchgeführten Meisterschaften starteten 83 Aktive aus 13 Thüringer Vereinen. Die Vereinswertung ging an den gastgebenden KSC Motor Jena, der mit 11 Startern auf 56 Punkte kam. Die mit einem Sportler weniger angereisten Greizer kamen auf 50 Punkte und belegten Rang zwei. Überraschend kam der RSC Erfurt (45 Punkte/10 Teilnehmer) auf den dritten Platz. Die Erfurter dominierten bei der E-Jugend, bei der Greiz keinen Starter stellte. Rang vier ging an Altenburg (38/9), vor der ZSG Waltershausen (37/8) und dem KSC Apolda (35/7).
Das Team des RSV Rotation Greiz wurde von Maximilian Böttger und Matthias Podschuk betreut. Bei den D-Jugendlichen starteten fünf Greizer. Am erfolgreichsten war Damian Kuczora (45 kg), der alle seine Gegner schulterte und neben Niklas Leistner (56 kg) die Goldmedaille gewann. Auch Emmett Barth (40 kg) hatte man den Sieg zugetraut, doch er unterlag dem Pößnecker Till Jahn und musste sich mit Silber zufrieden geben. Felix Obenauf (38 kg) schulterte im Kampf um den dritten Platz den Albrechtser Balthasar Lienert und sicherte sich so die Bronzemedaille. Der seinen ersten Wettkampf bestreitende noch sehr unerfahrene Ferdinand Gruszin (30 kg) belegte Platz sechs.
Bei den weiblichen Schülern war Anni Leßmüller (31 kg) die einzige Greizer Starterin. Sie sicherte sich mit einem vorzeitigen 16:0 Sieg gegen Mila Wundersee aus Sömmerda die Bronzemedaille. Bei der weiblichen Jugend waren die vier Greizer Mädchen nicht zu schlagen. Olga Kim (40 kg), Fiona Gasser (49 kg), Josefine Langhof (57 kg) und Pauline Hessel (61 kg) sicherten sich die Goldmedaillen. Für Olga Kim und Fiona Gasser war es ein besonderer Härtetest, denn sie waren erst am Vortag von einer zwanzigstündigen Reise von einem Trainingslager in Süditalien nach Hause gekommen. Die Siegerehrung in Jena konnten sie schon nicht mehr miterleben, da sie zu diesem Zeitpunkt zusammen mit Emmett Barth bereits auf dem Weg nach Werdau zum freundschaftlichen Vergleich aus Anlass des 125-jährigen Vereinsjubiläum des dortigen Ringervereins waren.

Erhard Schmelzer