RSV Rotation: Spannendstes Finale seit Jahrzehnten

Besser hatte die Saison für die Ringer des RSV Rotation Greiz nicht laufen können


GREIZ. Besser konnte die Saison für die Ringer des RSV Rotation Greiz nicht laufen. Nach den Querelen am Ende des Jahres 2016, als zwar der Staffelsieg in der 2.Bundesliga Nord errungen werden konnte, der Deutsche Ringer-Bund aber die zweithöchste deutsche Leistungsklasse in die Eliteliga integrierte, war nicht nur in Greiz guter Rat teuer.

Am Ende verzichteten die Greizer – wie bundesweit fast 20 andere Vereine auch – auf eine Teilnahme an der 1. Bundesliga und entschlossen sich für einen Start in der nun zweithöchsten Regionalliga Mitteldeutschland.
Nach einem Jahr kann nun ein äußerst positives Fazit gezogen werden. Die durch den Zweckverband Mitteldeutschland, in dem bis auf Mecklenburg-Vorpommern alle ostdeutschen Ringerverbände vertreten sind, organisierte zweigleisige Liga ohne Aufstiegspflicht erfüllte alle Erwartungen.

Während im Osten in vollen Hallen bei spannenden Kämpfen um den Sieg gerungen wurde, hieß das Motto in den eigentlich leistungsstärkeren vor Jahresfrist noch drittklassigen süd- und westdeutschen Ringerligen: „Wie können wir den Aufstieg vermeiden?“ Oftmals wurde alle taktischen Möglichkeiten genutzt um nicht zu gewinnen. Dem Ringkampfsport hat das auf gar keinen Fall genützt.

Zum Glück sah es im Osten besser aus. Durch die zweigleisige Liga kam es erstmals wieder zu spannenden Halbfinal- und Finalkämpfen.
Am Ende einer langen Saison standen sich nach 14 Kämpfen zwei vogtländische Vertretungen im Finale gegenüber.

In Greiz bezwang der RSV vor der Rekordzuschauerkulisse von 850 Besuchern in einem hochklassigen dramatischen bis zur letzten Sekunde spannenden Kampf die Gäste vom AV Germania Markneukirchen mit 16:13.
Würde dieser knappe Vorsprung eine Woche später in Markneukirchen reichen? Wie erwartet wurde das Greizer Team durch zahlreiche ihrer treuen Anhänger begleitet.
Wieder waren Spannung und Dramatik nicht zu überbieten. Erst im allerletzten Kampf der Saison fiel die Entscheidung, als der für Greiz kämpfende Moldawier Vladimir Gotisan den deutschen Juniorenauswahlringer Johann Steinforth mit 7:4 bezwang.
Nach zwanzig Kämpfen lagen die Greizer in der Gesamtwertung mit 29:27 Punkten vorn.
Zum vierten Mal in fünf Jahren sicherte sich der RSV Rotation Greiz somit in der zweithöchsten Liga die Meisterschaft.

Die Greizer Trainern Tino Hempel und Swen Lieberamm, die nun schon ein halbes Jahrzehnt erfolgreich zusammen arbeiten, hatten bei den Aufstellungen des Teams ein gutes Händchen.
Sie setzten nicht nur auf die erfahrenen Akteure sondern schenkten auch sich anbietenden Nachwuchssportler ihr Vertrauen.
Insgesamt gingen 21 Ringer mit dem Trikot des RSV auf die Matten. Als einziger war der viermalige deutsche Meister Martin Obst bei allen 16 Kämpfen dabei. Nur zweimal fehlten Sven Cammin und Mannschaftskapitän Toni Stade.
Dreizehn Mal kämpften Vladimir Gotisan, Brian Tewes und Abdul Galamatov.
Der Chef auf der Matte war wieder einmal mit 62:0 erkämpften Mannschaftspunkten der Berliner Fuhrunternehmer Martin Obst. Nur einmal verpasste er die maximal möglichen vier Punkte.

Vladimir Gotisan (48:0), Sven Cammin (46:3), mit seiner ersten Niederlage im letzten Kampf und Brian Tewes (24:3) standen ihm kaum nach.
Auch die polnischen Auswahlringer Zbigniew Baranowski (5 Kämpfe/18:0 Punkte) und Lukasz Konera (6/15:0) sowie der Nachwuchsringer Joel Wrensch (4/7:0) blieben ohne Niederlage.
Einer der erfolgreichsten Ringer der letzten Jahre fehlte in den entscheidenden Kämpfen am Ende der Saison. Während im letzten Jahr Sven Cammin ersetzt werden musste, fiel diesmal Tom Linke wegen einer Trainingsverletzung aus. Nach sechs Siegen mit 16:0 Punkten konnte er nicht mehr auf der Mannschaftsaufstellung erscheinen. Es spricht für die taktische Leistung der Trainer und die Qualität der Mannschaft, dass solch ein Ausfall kompensiert werden konnte.
Der in beiden Stilarten einsetzbare Thomas Leffler (9/15:6) und der Kapitän der zweiten Mannschaft Martin Zeuner (4/7:1) sprangen hier erfolgreich in die Bresche.
In der schwer zu besetzenden Schwergewichtsklasse stand Martin Hopf seinen Mann. Von den Nachwuchssportlern, die in Greiz das Ringen erlernt haben, wussten neben Sebastian Wendel (8/14:10) vor allem die Brüder Galamatov zu überzeugen. Während Abdul (13/27:10), der Ältere, zur Stammkraft avancierte, konnte der erst 15-jährige Rasul (12:26 Punkte) mit zehn Einsätzen – unter anderem in den Finalkämpfen – auf sich aufmerksam machen.
Neben dem bereits in der Vorsaison eingesetzten Dustin Nürnberger, kamen von den jüngeren Sportlern auch Lucas Kahnt, Ron Watzek und Norman Heisig zum Einsatz.
Auch Konstantin Sommer und Felix Schmotz waren zur Stelle, wenn sie gebraucht wurden.

Viel Zeit zum Feiern der Erfolge blieb auch am Ende des Jahres 2017 nicht. Wieder steht der Greizer Ringerverein vor einer wegweisenden Entscheidung. Aufstieg in die Eliteliga oder Verbleib in der Regionalliga, heißen auch diesmal wieder die möglichen Varianten.

Der Deutsche Ringer-Bund erwartet bis zum 15. Januar 2018 den Antrag auf Erteilung einer Vereinslizenz vom RSV und winkt sogar mit einer einmaligen straffreien Abstiegsoption am Ende der Saison 2018. „Mitaufstiegskandidat Markneukirchen hat bereits seinen Verbleib in der Regionalliga bekanntgegeben, wir werden alle Möglichkeiten in den ersten beiden Wochen des neuen Jahres ausloten“, teilte uns RSV-Präsident Thomas Fähndrich mit.
Entscheidend für den Verein werden die finanziellen und personellen Möglichkeiten sein.

Der RSV Rotation Greiz möchte allen Sponsoren, Förderern und Helfern für die Unterstützung und Hilfe im letzten Jahr danken und allen ein frohes und erfolgreiches Neues Jahr wünschen.

Erhard Schmelzer @04.01.2017

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