RSV Rotation Greiz: Ringkampf mit Hindernissen

RLMD Staffel A: RSV Rotation Greiz gegen WKG Pausa/Plauen II endet 40 – 0
71kg Gr.-röm.: Brian Tewes (rotes Trikot), RSV Rotation Greiz gegen Julian Jahn, WKG Pausa/Plauen II - 4:0/TÜ/16:0/02:22

RSV Rotation Greiz besiegt die WKG Pausa/Plauen II mit 28 : 7

GREIZ. Den Zuschauern in der Greizer Sporthalle an der Eisbahn erging es am Samstag wie dem ehemaligen Fußballer von Bayern München: Zuerst hatten sie kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu.
Dabei blieb die Greizer Ringermannschaft unbezwungen und konnte sogar einen 40:0 Sieg auf ihr Konto verbuchen.
Doch der Reihe nach.
Am Dienstagabend musste der FC Erzgebirge Aue den Start seiner zweiten Mannschaft in Greiz absagen. Mehrere Aktive aus dem Erzgebirge waren aus gesundheitlichen Gründen nicht einsatzbereit.
Der Kampf soll nachgeholt werden. Als Termin würde sich der Beginn der Endrunde anbieten.

Zum Hauptkampf reiste die gegnerische Mannschaft, die zweite Vertretung der WKG Pausa/Plauen zwar pünktlich an, allerdings nur mit sieben Aktiven. Drei Gewichtsklassen blieben unbesetzt, so dass die Freistilringer Vladimir Gotisan (75 kg), Martin Obst (80 kg) und Sebastian Wendel (98 kg) ohne Gegner blieben und der Greizer 40:0 Sieg bereits auf der Waage feststand.
Die 345 Zuschauer, die trotz des Brauereifestes des Hauptsponsors Vereinsbrauerei Greiz gekommen waren, zeigten sich enttäuscht.

Die Pfiffe beim Einmarsch der Gäste wären wohl noch lauter gewesen, wenn zu diesem Zeitpunkt ihre Wiegeliste schon allgemein bekannt gewesen wäre. Natürlich hatten sich die Aufstellungsprobleme der Gäste in Sachsen herumgesprochen, so dass trotz Derbycharakter die Gästefans an einer Hand abgezählt werden konnten. (Zur Aufstellungsproblematik siehe nebenstehenden Bericht)

Die Greizer Trainer hatten gegenüber dem Kampf in Markneukirchen die Mannschaft auf vier Positionen verändert und ließen Tom Linke zwei Gewichtsklassen höher starten. Sven Cammin (57 kg/f) rückte wieder ins Team.
Der sich noch immer in starker Form befindliche vierzigjährige Greco-Spezialist Pierre Vierling, der aus dem thüringischen Meiningen stammt und vor genau 20 Jahren Juniorenmeister war, wurde vom deutschen Vizemeister vor allem durch Beinangriffe immer wieder vor unlösbare Probleme gestellt. Schon nach zwei Minuten stand der 16:0 Sieg des Greizers fest.
Tom Linke (130 kg/g) startete diesmal in der schwersten Gewichtsklasse und traf auf den mehr als 15 kg schwereren Kevin Drehmann, der sich zwei Wochen früher bereits in der dritten Mannschaft in Greiz vorgestellt hatte. Der aus Stralsund angereiste Vertreter des RSV stellte sein ganzes Können in den Dienst der Mannschaft und erkämpfte gegen den jüngsten Spross einer Pausaer Ringerfamilie, von der drei Generationen Medaillen bei nationalen Meisterschaften gewannen, einen 9:0 Sieg.

Dustin Nürnberger (61 kg/g) traf auf den drei Jahre jüngeren Leon Lange, der sich geschickt verteidigte, zur Halbzeit aber nach Durchschlüpfer und Rolle 0:4 zurücklag. In der zweiten Hälfte kam der Plauener auf, schnürte den Greizer mehrmals am Kopf, konnte aber nur auf 1:4 verkürzen.

Lucas Kahnt (66 kg/f), gesundheitlich wohl nicht ganz auf der Höhe, hatte im Vorjahr zweimal klar gegen den routinierteren Jonas Valtin verloren. Das war wohl die Ursache für seine viel zu verhaltene Kampfesweise zu Beginn, aus der ein 0:6 Halbzeitstand resultierte. Mit mehr Schwung kam er auf 4:6 heran, wurde dann aber gekontert, konnte sich aber aus der Zangenfassung befreien, unterlag aber 5:14.

Zum ersten Mal kämpfte der ehemalige Zella-Mehliser Martin Zeuner (86 kg/g) in der ersten Mannschaft. Er wurde voll gefordert, zwang aber dem erfahrenen Pausaer Florian Heß seinen Kampfstil auf und kam durch Armdrehschwung und Bodenaktionen zum 9:0 Sieg.

Routinier Brian Tewes (71 kg/g) beherrschte den zehn Jahre jüngeren Julian Jahn in allen Belangen, brachte ihn zu Boden und punktete durch Rollen. Nach einem Armdrehschwung war noch in der ersten Hälfte der 16.0 Sieg unter Dach und Fach.

Den Schlusskampf bestritt Ron Watzek (75 kg/g), der auf den 31-jährigen Florian Frank traf, der in Pausa und Werdau Bundesligaerfahrung gesammelt hatte. Was diese Erfahrung wert ist, zeigte sich bereits in der Anfangsphase als der Plauener eine eigentlich vielversprechende Aktion des Greizers mit einem Kopf-Hüft-Schwung am Mattenrand konterte. Der Greizer konnte sich trotz großen Einsatzes nicht aus der folgenden Brückenlage befreien und unterlag auf Schultern.

Die Greizer Zuschauer hatten trotz der Abstriche noch interessante Kämpfe gesehen, auch wenn wieder einmal der Abstand zu den etablierten Kräften sichtbar wurde.
In der nächsten Woche hat die erste Mannschaft kampffrei, die zweite tritt in Taucha an. Am 16.September kommen die erste und die zweite Mannschaft aus Gelenau nach Greiz.

Erhard Schmelzer @03.09.2017

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