20. September 2019

RSV Rotation Greiz: Saisonabschluss mit klarem Erfolg gegen Leipzig

2.Bundesliga Nord: RSV Rotation Greiz gegen KFC Leipzig endet 21:6
Der Greizer Ringer Sebastian Wendel (rotes Trikot) bezwingt den Leipziger Jan Richtsteig mit 8:0 Punkten.

RSV Rotation Greiz gewinnt gegen den KFC Leipzig mit 21 : 6

GREIZ. Schon oft spielten die Leipziger Ringer eine wichtige Rolle in der Geschichte des Ringens in Greiz. Zur ersten Ringkampfveranstaltung in Ostdeutschland nach dem zweiten Weltkrieg reiste das Leipziger Team an. Im Vorjahr gelang dem RSV Rotation Greiz nach zwei Heimniederlagen der erste Heimsieg in der neuen Sporthalle an der Eisbahn gegen die Leipziger. Am Ende der damaligen Saison stand der – wegen der Auer Niederlage am Abend – praktisch in der „Nachspielzeit“ erkĂ€mpfte Staffelsieg 2015.

In diesem Jahr fehlte die letzte Spannung, denn der Staffelsieg der Greizer stand schon seit zwei Wochen fest. Trotzdem sahen die 300 Zuschauer noch einmal einen interessanten Wettkampf, der mit acht Greizer Erfolgen und einem 21:6 Sieg endete.
Vor Beginn bedankte sich der RSV- Weihnachtsmann Klaus Bender bei den Sportlern, den vielen Zuschauern, FunktionĂ€ren, Helfern aller Art und Sponsoren, die wieder fĂŒr ein Jahr Ringkampf auf hohem Niveau in Greiz möglich gemacht haben.

Dustin NĂŒrnberger (57 kg/g) hatte mit dem moldawischen Auswahlringer Ion Lefter, der frĂŒher fĂŒr Werdau aktiv war, den wohl stĂ€rksten Leipziger an diesem Tag erwischt. Im Bodenkampf zeigte der Moldawier seine StĂ€rken und kam schon in der Anfangsphase des Kampfes zum Sieg mit technischer Überlegenheit.(Mannschaftsstand: 0:4)

GewichtsmĂ€ĂŸig nahmen sich Sebastian Wendel (130 kg/f) und Jan Richtsteig nichts, ringerisch war der Greizer besser. Wie im Vorkampf – damals eine Gewichtsklasse tiefer – erwischte der Greizer den Fuß des Gegners zum Beinangriff. Als ihm noch ein schöner Konter aus der SĂ€gebockstellung gelang, stand sein 8:0 Sieg fest. (3:4)

Einen beherzten Kampf lieferte der Leipziger Nachwuchsringer Maximilian Buch dem hohen Favoriten Vladimir Codreanu (61 kg/f) Der GĂ€steringer griff ohne Scheu meist das rechte Bein an und brachte so den Moldawier, der bei seinen Aktionen die letzte Konsequenz vermissen ließ, doch etwas aus dem Konzept. Trotzdem war der Überlegenheitssieg, der nach 3:38 min feststand, nur eine Frage der Zeit. (7:4)

Lukasz Konera (98 kg/g) und der Tscheche Vojtech Kukla lieferten sich einen verbissenen Kampf auf Augenhöhe, der lange völlig offen war. Beide konnten im Bodenkampf nicht punkten. Die Entscheidung fiel durch einen Runterreißer, mit dem der Pole sich ein nachtrĂ€gliches Hochzeitsgeschenk bereitete. (9:4)

Wie im Vorjahr traf Brian Tewes (66 kg/g) auf Routinier Arne Brömme. Der Greizer gewann im Verlaufe des Kampfes immer mehr die Oberhand. Der ehemalige Luckenwalder bewies Humor, als er sich in der letzten Kampfphase, als seine 2:12 Niederlage schon fast feststand, nach einer Aktion am Mattenrand kurz zur Erholung auf den Schoß des Greizer Trainers Swen Lieberamm setzte. (12:4)

Die Halbzeitpause dauerte diesmal etwas lĂ€nger. Hallensprecher Frank Böttger verlas eine Stellungnahme des Greizer Vorstandes zur derzeitigen Situation im deutschen Ringkampfsport, die bis zum 20.Dezember eine Mannschaftsmeldung fĂŒr die kommende Mannschaftskampfsaison nötig macht. Zur selben Problematik war einen Tag spĂ€ter ein Zusammentreffen aller Vereine der 2.Bundesliga Nord geplant.

Der Kampf des eine Klasse aufgerĂŒckten Daniel Sartakov (86 kg/f) gegen Alexander Hast war von besonderer Brisanz, zĂ€hlte doch der aus Schaafheim stammende Ringer zu den Kandidaten fĂŒr die U23-Europameisterschaft. Auf der Matte bestimmte aber nur einer das Geschehen und das war der von den Zuschauern angefeuerte Vertreter der Gastgeber, der auch bei der EM startenkönnte. StĂ€ndig im Angriff liegend ließ er den Leipziger nicht zur Entfaltung kommen und siegte, obwohl er nicht alle Beinangriffe bis zur Wertung auskĂ€mpfen konnte, eindeutig mit 10:1. (15:4)

Der zum fĂŒnften Mal in der ersten Mannschaft eingesetzte Joel Wrensch (66 kg/f) zeigte gegen die ehemalige Nummer eins der Polen in der leichtesten Gewichtsklasse, Adam Bienkowski, einen guten Kampf. Die Erfahrung brachte am Ende einen 12:6 Erfolg des GĂ€steringers. Ein Kampf, der dem Greizer sicher Selbstvertrauen gebracht hat. (15:6)

Der in der gesamten Saison noch ungeschlagene deutsche Meister Martin Obst (86 kg) wurde diesmal im ungewohnten griechisch-römischen Stil aufgeboten, wo er auf den fast einen Kopf grĂ¶ĂŸeren Spezialisten Tom Zymara traf. Der Leipziger ging bereits in der ersten Minute nach einem Wurfversuch 2:0 in FĂŒhrung. Die Greizer Zuschauer waren hier allerdings anderer Meinung wie die ansonsten sicher agierende bayerische Kampfrichterin Katharina Grasruck. Mit Einsatz und gewohnter Kampfkraft drehte der Greizer das Ergebnis auch in dieser Stilart zu einem 6:4 Erfolg, obwohl zu erkennen war, dass die Hand gerne mal zum Bein gefasst hĂ€tte. (16:6)

MannschaftskapitĂ€n Toni Stade (75 kg/g) und Max Stuhr egalisierten ihre Aktionen sowohl im Stand- als auch im Bodenkampf. Die Wertungen resultierten ausschließlich aus Verwarnungen. Hier hatte der Greizer die Nase vorn und gewann mit 2:1 (17:6)

Nachdem der Ringernachwuchs am Vormittag beim Turnier in Albrechts gut abschnitt, die zweite Vertretung gegen Auerbach siegte, war es Vladimir Gotisan (75 kg/f) ĂŒberlassen, die Greizer Ringkampfsaison zu beenden. Er traf auf den 18-jĂ€hrigen Darius Wedekind, der ebenfalls eine Gewichtsklasse nach oben gerĂŒckt war und sogar noch weniger wog. Der ehemalige Vize-Europameister der Junioren und EM-FĂŒnfte, der zusammen mit Martin Obst in der gesamten Saison ohne Niederlage blieb, ging die Sache ruhig an, wohl mit dem Ziel mit einigen spektakulĂ€ren Aktionen die Saison ausklingen zu lassen. Was ihm auch trotz entschiedener Gegenwehr mit zwei technischen KabinettstĂŒckchen gelang.
Schon vor der Pause stand sein 16:0 Erfolg fest.
Obwohl die Spannung schon zwei Wochen raus war, endete die Saison mit dem verdienten Beifall fĂŒr die Staffelsieger, die ihren Erfolg aus dem Vorjahr verteidigen konnten. Im Anschluss an den Wettkampf wurde noch lange gefeiert.

Der RSV Rotation und die vielen RingkampfanhĂ€nger der Region hoffen natĂŒrlich trotz der Querelen im deutschen Ringkampfsport, dass es auch im nĂ€chsten Jahr wieder ein qualitativ hochwertiges Aufeinandertreffen mit der Leipziger Mannschaft – wie auch mit allen anderen Mannschaften der jetzigen Staffel – geben wird. Wie die Liga dann auch immer heißen mag.

Stimmen zum Kampf:

Swen Lieberamm (Trainer RSV): „Meine vierte Saison in Greiz ist gerade zu Ende gegangen. Wir haben dreimal den Staffelsieg geholt und ich habe das ringkampfverrĂŒckte Greizer Publikum schĂ€tzen gelernt. Zur Mannschaft muss ich sagen, selbst wenn wir nicht Meister geworden wĂ€ren, wĂ€ren wir das beste Team gewesen. Mit solchen Leuten zu arbeiten macht Spaß und motiviert.“

Wolfgang Moosdorf, der mit KFC- VizeprĂ€sident Richard Zechendorf den KFC betreute: „Beide Mannschaften haben zum Saisonschluss zwei Nachwuchsringer eingesetzt. Greiz hat den Staffelsieg verdient errungen. Wir hoffen, nĂ€chstes Jahr wieder in einer Liga mit Greiz zu sein.“

Erhard Schmelzer @18.12.2016

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