Wie im Vorjahr, damals in heimischer Umgebung, war der RSV Rotation Greiz auch diesmal wieder der erfolgreichste Thüringer Ringerverein bei den offenen Landesmeisterschaften im griechisch-römischen Stil, die im nahen Pößneck ausgetragen wurden. Ausgeschrieben waren die Titelkämpfe für Ringer der Jugendaltersklassen U10, U12, U14 und U 17 sowie für die Männer. Die Greizer erkämpften sechs Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen und kamen mit 21 Sportlern auf 79 Punkte auf den ersten Platz in der Vereinswertung. Auf den Plätzen folgten Apolda (68 Punkte). Zella-Mehlis (60), gefolgt von den bayerischen Gästen aus Fulda (56), Hof (50) sowie dem ehemaligen hessischen Bundesligisten Elgershausen (47). Die Greizer Ringer trainieren hauptsächlich im freien Stil. Die Ergebnisse im griechisch-römischen Stil sind so nur ein Nebenprodukt, dass aber für die Mannschaftskämpfe – hier wird die Hälfte der Vergleiche in dieser Stilart ausgetragen – von besonderer Bedeutung ist.
Bei den Männern, deren Kämpfe im Mittelpunkt des Interesses standen, gingen 9 RSV-Sportler auf die Matte. Thüringer Meister wurde nach langem Trainingsausfall Joel Wrensch (72 kg) vor seinem jüngeren Bruder Joey, der bei Einzelkämpfen für seinen Heimatverein Pößneck startet. Akhmed Chasaev wurde hier Vierter, der Alterssportler Ronny Gruschwitz kam auf Rang 6. In der 87 kg-Klasse standen zwei Greizer Bundesligaringer ganz oben auf dem Siegerpodest. Der Sieg ging an dem diesmal für Geiseltal startenden Greizer Mannschaftssportler Alexander Bahn, vor Maximilian Böttger. Alexanders Vater, Mario Barth, erkämpfte übrigens die Silbermedaille im Schwergewicht. Erst kürzlich vom internationalen Trainingslager in Ungarn zurückgekehrt, zeigte sich Paul Müller (97 kg) technisch und taktisch deutlich verbessert, gewann im Pool alle Kämpfe vorzeitig, musste sich aber im Finale dem am Stützpunkt in Leipzig trainierenden Spezialisten Quentin Schmalfuß (ASV Plauen ) beugen. Iunus Gaisuev (82 kg) machte es den Greco-Spezialisten sehr schwer, wobei er noch den Nachteil verkraften muss, dass sein Kampfstil in dieser Stilart von den Kampfrichtern nicht goutiert wird. Er unterlag dem oft in Greiz trainierenden Gunnar Frisch (Pößneck), brachte dann im Kampf um Bronze den sehr starken Nachwuchsringer Franz Günther aus Zella-Mehlis an den Rand einer Niederlage. Sein vierter Platz ist wie der von Richard Brand (77 kg) aller Ehren wert. In der mit 11 Sportlern am stärksten besetzten 67 kg-Klasse wurde Pascal Hessel Sechster. Hier wurde Dustin Nürnberger nach seinem Auftaktsieg im zweiten Kampf disqualifiziert.
Beide Starter der U17 gewannen Gold. Silas Warmuth (60 g), nicht gerade ein Freund dieser Stilart, deutete mit seinen drei vorzeitigen Siegen und seinem 6:2 Erfolg gegen einen starken Bayern aus Oberölsbach an, was er in seinem letzten U 17-Jahr erreichen könnte. Bei Ibrahim Abdrachmanov (48 kg) zahlt sich das seit August letzten Jahres verstärkte Trainingspensum nach und nach aus. Er gewann die Goldmedaille.
Auch die sechs Greizer bei der U14 zeigten sich technisch und körperlich verbessert, obwohl das noch nicht aus allen Platzierungen zu entnehmen war. Konnte man den Sieg von Anatoli Horvat (80 kg) erwarten, war hier der zweite Platz von Niklas Leistner Ausdruck einer positiven Entwicklung. In der 57 kg-Klasse waren Noe Göpfert (57 kg) und der ein Jahr ältere – was in diesem Alter schon eine Hypothek für den Jüngeren ist – Jenaer Konstantin Glazkov favorisiert. Der Greizer ging im Poolkampf in Führung, in der Endphase unterliefen ihm allerdings einige tatsche Fehler, so dass er doch noch eine Niederlage einstecken musste. So blieb am Ende mit Bronze nur ein Edelmetall, dass auch Emmett Barth (62 kg) sein Eigen nennen konnte. Dicht am dritten Platz vorbei schrammte auch Amsad Mezhidov (52 kg), der drei Bayern den Vortritt lassen musste, von denen er zwei durchaus hätte besiegen können. Magomed Vakhidov wurde hier Sechster.
Bei der U12 sicherte sich Till Bley (45 kg) unangefochten die Goldmedaille. Willi Schenderlein (55 kg) wurde Vierter, Wilhelm Brand (34 kg) kam auf Rang fünf. Sorgenkind bei den Greizer Ringern bleibt die Altersklasse U 10. Nur ein Starter – Henry Wiesner (49 kg) wurde zwar Goldmedaillengewinner – ist hier einfach zu wenig für eine effektive Nachwuchsarbeit.
Der Pößnecker Verein hatte die Meisterschaften, an denen 190 Sportler aus 25 Vereinen teilnahmen, vorbildlich organisiert und durchgeführt. Am 31.Januat finden die Thüringer Meisterschaften im freien Stil in Greiz statt. Allerdings sind neben den Männern hier nur die Altersklassen U 17 und U 14 startberechtigt. Trotzdem dürften dann einige Greizer Sportler mehr an den Start gehen.
Bericht: Erhard Schmelzer
Fotos: Konstanze Warmuth













































































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