Greizer Bundesligaringer haben Endrundenteilnahme nun selbst in der Hand

Joel Wrensch
Joel Wrensch

SV Wacker Burghausen gegen RSV Rotation Greiz endet 22 : 6

Der zweifache deutsche Mannschaftsmeister im Ringen SV Wacker Burghausen ist seit 30 Kämpfen ohne Niederlage und auf dem direkten Weg zum Hattrick. Im letzten Heimkampf der Hauptrunde konnte erwartungsgemäß auch der RSV Rotation Greiz den Bock nicht umstoßen. Die Mannschaft aus dem thüringischen Vogtland unterlag vor 300 Zuschauern mit 6:22, konnte aber immerhin drei der zehn Kämpfe für sich entscheiden. Im Vorjahr wurden die Greizer an gleicher Stelle mit 4:23 geschlagen.
Nach dem vorletzten Kampf der Hauptrunde liegt der Greizer Ringerverein immer noch auf den dritten Tabellenplatz der Staffel Südost. Nach der 10:23 Niederlage des Mitkonkurrenten Schorndorf in Heilbronn kommt es nun am Sonnabend, den 21.Dezember, in Greiz zum mit Spannung erwarteten direkten Duell um den dritten Tabellenplatz mit dem SV Johannis Nürnberg. Bei einem Erfolg der Greizer winkt die erste Endrundenteilnahme für den RSV seit 2002. Damals drangen die Greizer bis ins Halbfinale vor. Trainer Tino Hempel hatte die Greizer Mannschaft wiederum umgestellt und diesmal nur zwei EU-Sportler mit auf die Reise an die österreichische Grenze genommen.

Sven Cammin (57 kg/g) musste den zu den georgischen Landesmeisterschaften nach Batumi gereisten Zurab Matcharashvili ersetzen. Er traf erwartungsgemäß auf den deutschen Meister und amtierenden EM-Dritten Fabian Schmitt. Der Favorit startete mit einer Viererwertung und kam mit Rollen und Aushebern Mitte der zweiten Hälfte zum 16:1 Sieg. (Mannschaftsstand aus Greizer Sicht: 0:4)

Sebastian Wendel (130 kg/f), der gewichtsmäßig sogar die 98 kg-Klasse nicht voll ausfüllt, hat es in der schwersten Gewichtsklasse schwer. Zum Glück war der zweifachen deutschen Meister Eric Thiele in der 97 kg-Klasse auch eine Klasse aufgerückt, wog allerdings doch sieben Kilogramm mehr. Der deutsche Auswahlringer dominierte und kam mit Beinangriffen, Durchschlüpfern und Rollen in der letzten Minute zum 15:0 Sieg. (0:8)

Rasul Galamatov (61 kg/f), hatte diesmal geschickter Gewicht gemacht als in der Vorwoche. Sein Gegner war der amtierenden EM-Dritten Vladimir Egorov. Der Russe kämpft seit zwei Jahren für Nordmazedonien und wird wie der Greizer Magomedgadji Nurov für das südosteuropäische Land an den Olympischen Spielen in Tokio teilnehmen. Mit besserer konditioneller Vorbereitung gelang es dem Greizer die sechs Minuten zu überstehen und keine vier Punkte abzugeben. Am Ende fehlte dem Burghausener allerdings beim 14:0 nur ein Punkt. Der Greizer scheiterte mit einigen Beinangriffen nur knapp. (0:11)

Der wieder eine Klasse höher startende Thomas Löffler (98 kg/g) hatte es gegen den deutschen Auswahlringer Ramsin Azizsir schwer. Der Hofer vertrat Deutschland in den letzten drei Jahren bei den Europameisterschaften und belegte dabei die Plätze drei, fünf und acht. Trotz seines Kampfgeistes konnte der Greizer der Physis und der Kondition seines Gegners nichts entgegensetzen und unterlag in der letzten Minute 0:15. (0:15)

Abdul Galamatov (66 kg/g) traf auf den zehn Jahre älteren Routinier Andreas Maier, der drei Medaillen bei deutschen Meisterschaften gewinnen konnte. Beide Sportler wurden im eigenen Verein ausgebildet und so bei der Aufstellung mit minus zwei Punkten bewertet. Der Greizer geriet im griechisch-römischen Stil mit 2:14 Punkten in Rückstand, hatte diesmal aber das bessere Ende für sich und konnte im Endspurt noch auf 8:14 verkürzen.
(0:17)

Die Burghausener ließen den alten Rivalen von Martin Obst (86 kg/f), den Meister der beiden Vorjahre Benjamin Sezgin, draußen und brachten den dreifache Europameister Söner Demirtas, Der Türke hinterließ den stärksten Eindruck auf Seiten der Gastgeber. Er bezwang den Greizer mit blitzschnellen Beinangriffen und Beinschrauben in der vierten Minute mit technischer Überlegenheit 16:1. (0:21)

Routinier Vladimir Gotisan (71 kg/f) gelang der einzige Greizer Sieg. Er bezwang den jungen Mansour Dakiev mit technischer Überlegenheit 16:0 schon in der zweiten Minute. (4:21)

Beim Kampf von Igor Besleaga, der diesmal in der 80 kg-Klasse kämpfte, gegen den amtierenden Vizeeuropameister Roland Schwarz ging es sehr knapp zu. Der Greizer brachte seinen Widersacher zweimal in den angeordneten Bodenkampf, konnte dort aber nicht punkten. Eine Zweierwertung des ehemaligen Bindlachers brachte ein Remis von 2:2, bei dem der Siegpunkt an die Gastgeber ging. (4:22)

Der deutsche Vizemeister der Junioren Joel Wrensch (75 kg) bezwang im ungewohnten griechisch-römischen Stil den ein Jahr älteren Dominik Ratz mit 5:3 und konnte so seinen zweiten Bundesligasieg feiern. (5:22)

Ihren Höhepunkt hatten sich die Greizer für den letzten Kampf aufgehoben. Bereits im Vorjahr hatte der unberechenbare Daniel Sartakov (75 kg/f) gegen den aus Magdeburg stammenden Johann Steinforth beim 2:2 das bessere Ende für sich. Auch diesmal entwickelte sich am Ende des Mannschaftskampfes ein packender Zweikampf. Der deutsche Vizemeister, der Deutschland in diesem Jahr bei bei EM, WM und Militär-WM vertrat, ging 2:0

in Führung und startete immer wieder Beinangriffe. Der Greizer entzog sich aber geschickt den Attacken und glich noch vor der Pause aus. Kurz vor Schluss sah alles nach einem 4:2 Erfolg von Steinforth aus, der weiter angriff um zwei Mannschaftspunkte zu erringen. Dem Greizer gelang aber ein artistischer Konter, der zwei Sekunden vor Schluss zum wiederum siegbedeutenden 4:4 führte. Die Greizer hatten am Ende noch ein achtbares 6:22 erkämpft.

Den Höhepunkt der Saison werden die Greizer Anhänger am Sonnabend, den 21.Dezember, erleben. Im Kampf gegen Nürnberg kann eine erfolgreiche Saison gekrönt werden. Auch zahlreiche weiter entfernt lebende Ringkampfanhänger haben ihren Besuch bereits angekündigt.

Erhard Schmelzer

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