14. Juli 2020

ASV Schorndorf kann die Greizer Ringer nicht bezwingen

75Akg Freistil: Daniel Sartakov (1) (rotes Trikot), RSV Rotation Greiz gegen Dawid Wolny (2), ASV Schorndorf 2:0/PS/7:3/06:00
75Akg Freistil: Daniel Sartakov (1) (rotes Trikot), RSV Rotation Greiz gegen Dawid Wolny (2), ASV Schorndorf 2:0/PS/7:3/06:00

ASV Schorndorf gegen RSV Rotation Greiz endet 12:12

GREIZ. Einen großen Schritt nach vorn im Kampf um den dritten Tabellenplatz, der bei Losglück noch zur Teilnahme an der Endrunde zur Ermittlung des deutschen Meisters berechtigen kann, hat der RSV Rotation Greiz am Sonntag in Schorndorf gemacht. Nachdem der deutsche Meister von 1975 bereits im Oktober in Greiz mit 13:15 unterlegen war, erkämpften die Greizer nun vor 500 Zuschauern am Sonntagnachmittag in Württemberg ein 12:12.
Zwei Kampftage vor Schluss der Hauptrunde liegen die Greizer nun mit 16:8 Punkten, was kaum jemand erwartet hatte, auf den dritten Tabellenplatz der starken Staffel Südost. Schorndorf liegt zwar nur einen Punkt zurück, muss sich aber in den beiden ausstehenden Kämpfen noch mit Burghausen und Heilbronn messen. Nürnberg, der Tabellenfünfte liegt bereits vier Punkte zurück, kommt am 21.Dezember nach Greiz.

Der Greizer Trainer Tino Hempel hatte die Mannschaft gegenüber den Kampf am Sonnabend gegen Hallbergmoos in den beiden Freistil-Gewichtsklassen 61 kg und 71 kg umgestellt. Für Rasul Galamatov und Joel Wrensch kämpften diesmal Sven Cammin und Abdul Galamatov.

Zurab Matcharashvili (57 kg/g) traf auf den türkischen Freistilringer Engin Cetin, der in Greiz Sven Cammin weggerollt hatte. Für den Georgier war der 1:0 in Führung gehende Junioren-EM-Fünfte von 2017 die bisher schwerste Prüfung nach seinem verletzungsbedingten Ausscheiden gegen den deutschen Meister Fabian Schmitt aus Burghausen. In der zweiten Runde konnte er sich aber durchsetzen, obwohl er im Bodenkampf nicht punkten konnte. Dafür gelangen ihm sechs Zähler im Standkampf, die für den 8:1 Sieg sorgten. (Mannschaftsstand aus Greizer Sicht 2:0)

Magomedgadji Nurov (130 kg/f) traf auf den türkischen Militärangehörigen Fatih Yasarli. Technische Aktionen blieben Mangelware zwischen zwei fast gleich schweren Athleten. Beide konnten bei einer 30-Sekunden-Strafe nicht punkten. Ein Drängen von der Matte brachte den Bronzemedaillengewinner der Militär-WM den 2:1 Sieg. (2:1)

Sven Cammin (61 kg/f) lag bereits zur Halbzeit gegen den Rumänen Marin Filip 2:12 zurück. Nach vier Minuten hatte sich der Rumäne mit 17:2 durchgesetzt. (2:5)

Wieder einmal stellte sich Thomas Leffler (98 kg/g) in den Dienst der Mannschaft und trat eine Gewichtsklasse höher an. Er traf auf den Dritten der DM Ilja Klasner aus Stuttgart. Bei zwei angeordneten Bodenkämpfen gab der Greizer nur jeweils zwei Punkte ab. Am Ende gab er so beim 0:7 nur zwei Mannschaftspunkte ab. (2:7)

Dawid Karecinski (66 kg/g) sorgte für eine Resultatsverbesserung für die in Rückstand geratenen Greizer. Sein Gegner aus dem Iran Abdolmohammad Papi hatte im Vorjahr den Großen Preis von Deutschland in Dortmund gewonnen. Der Greizer ging sofort 2:0 in Führung und baute diesen Vorsprung bis zur Pause auf 5:0 aus. In der zweiten Hälfte kam der Iraner auf, konnte aber im Bodenkampf nicht punkten. Am Ende hieß es 5:2 für den Greizer. (4:7)

Nach der Pause traf Martin Obst (86 kg/f) wie im Vorkampf eine Gewichtsklasse tiefer auf Zalik Sultanov. Hieß es damals 17:0, musste sich der Greizer diesmal mit einen 8:0 Erfolg begnügen. (7:7)

Abdul Galamatov (71 kg/f) stand gegen den zweimaligen DM-Dritten Dawid Wolny auf verlorenen Posten, der bereits in der zweiten Minute zum 18:2 Sieg kam. (7:11)

Ganz spannend ging es zwischen Mateusz Wolny (80 kg/g) und dem Pausaer Maximilian Schwabe zu. Schwabe erwischte den besseren Start, der Greizer glich zum 1:1 aus. Am Ende siegte Schwabe mit 2:1 (7:12)

Mit fünf Punkten Rückstand ging Igor Besleaga (75 kg/g) ins Rennen. Nur zwei Siege in den beiden letzten Gewichtsklassen konnten eine Greizer Niederlage verhindern. Er traf auf den Tschetschenen Idris Ibaev, der im Vorkampf in der 71 kg-Klasse Abdul Galamatov mit 15:0 bezwungen hatte. Der Greizer hatte die erwartete Mühe mit dem sich geschickt verteidigenden Gegner, der wenig zuließ. Am Ende stand ein verdienter 6:1 Sieg des Greizers.

Als Daniel Sartakov (75 kg/f) zum letzten Kampf aufgerufen wurde, führten die Gastgeber mit 12:9. Nur ein hoher Sieg konnte die Greizer Niederlage noch verhindern. Eine unglaubliche nervliche Belastung für Daniel Sartakov, der aber schon öfter bewiesen hat, das er mit einem solchen Ballast umgehen kann. Bereits zur Halbzeit führte er 5:0. Am Ende hieß es 10:0. Greiz hatte nach Mannschaftspunkten ausgeglichen und konnte sich doch noch über ein 12:12 Unentschieden freuen.

Trainer Tino Hempel war hoch erfreut: „Wir haben haben das beste Ergebnis erzielt. Wir haben in Schorndorf nicht verloren und können stolz auf unsere Mannschaft und das ganze Umfeld sein. Wir haben einen tollen und spannenden fairen Kampf erlebt. Unsere Mannschaft hat mit Leistung überzeugt.“

Die Abfahrt zur Rückreise verzögerte sich allerdings noch etwas. Martin Obst („die letzte Kontrolle war vor 14 Tagen“) musste noch zur Dopingkontrolle.

Erhard Schmelzer

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