Frohe Weihnachten

Leider stand unser Ringkampfsport in diesem gerade zu Ende gehendem Jahr im Zeichen der Corona-Pandemie. Das Wettkampfjahr begann sehr erfolgreich. Bei den Thüringer Meisterschaften in allen Altersklassen und beiden Stilarten in Greiz, Apolda und Albrechts schnitten unsere Vertreter erfolgreich wie noch nie ab, was auch auf den Einsatz der gut vorbereiteten Altersringer zurückzuführen war. Bei den einzigen durchgeführten mitteldeutschen Meisterschaften (bei den Junioren und der B-Jugend in Jena) landeten die Greizer unter 53 ostdeutschen Teams auf Rang 8. Doch nach den Thüringer Meisterschaften im freien Stil der Jugend D und E sowie der weiblichen Jugend und der weiblichen Schüler am 7. März in Albrechts schlug die Corona-Pandemie zu. Seit dem 13. März musste der Trainings- und Wettkampfbetrieb in Deutschland ruhen. Das stark besetzte Traditionsturnier im bayerischen Aichach, bei dem der RSV Rotation Greiz seit Jahren regelmäßig teilnahm, sowie die mitteldeutschen Meisterschaften der A-Jugend, die beide am 14. März stattfinden sollten, konnten schon nicht mehr durchgeführt werden. Im gesamten Jahr 2020 fanden keine weiteren mitteldeutschen Meisterschaften statt, die gewöhnlich in den einzelnen Altersklassen im ersten Halbjahr zur Austragung kommen. Auch alle deutschen Meisterschaften des Jahres 2020 mussten vom Deutschen Ringer-Bund abgesagt werden.
Nun lagen die Hoffnungen der Ringkampffreunde auf den Mannschaftskämpfen. Im Juli konnte zwar – noch mit großen Auflagen belastet – beim RSV Rotation Greiz das Training wieder beginnen. Der ursprünglich für den 19. September vorgesehene Bundesligastart wurde aber abgesagt und auf den 3. Oktober neu terminiert. Allerdings haben in der Zwischenzeit 9 der ehemals 26 Bundesligisten in dieser Saison auf einen Start in der obersten deutschen Liga verzichtet. Zu den neun Teams, die ein Jahr aussetzen wollten, gehört auch einer von den drei ostdeutschen Startern, der einzige Vertreter Thüringens, der RSV Rotation Greiz. Die im Sommer vom Greizer Verein getroffene Entscheidung erwies sich in jeder Hinsicht als richtig. Die dann mit 16 Mannschaften am 3. Oktober startende Bundesligasaison war nach mehreren Coronafällen, rigorosen Zuschauerbeschränkungen in den Ringerhallen und steigenden Positiv-Test in Deutschland bereits am 25. Oktober Geschichte. Außer Spesen – wenig gewesen.

Anders sah es mit dem Start der zweiten Mannschaft und dem des Jugendligateams aus. Hier sah der Greizer Verein eine Möglichkeit etwas für den Ringkampfsport zu tun. Nachdem die Chefs der Staatskanzleien der einzelnen Bundesländer am 15. September ihre Absicht formuliert hatten, bei den Fußballprofivereinen auch bei den Hallensportarten wie Basketball, Eishockey, Handball, Volleyball und auch Ringen Zuschauer auf 20 Prozent der Sitzplätze zuzulassen, freuten sich die Greizer Ringkampfanhänger ab dem 3. Oktober auf die Kämpfe der zweite Mannschaft in der Landesliga Sachsen und die der Jugendligamannschaft. Starteten im Jahre 2019 noch 65 Ringerligen unter der Regie des Deutschen Ringer-Bundes bzw. der Landesverbände, so waren es in diesem Jahr nur noch zehn Ligen, die den Versuch wagten Ringkampfsport in Deutschland zu bieten. Besonders stark vertreten war dabei Ostdeutschland, denn neben den Staffeln mit Greizer Beteiligung ging auch die Regionalliga Mitteldeutschland an den Start.
Doch nach drei Wettkampftagen war auch hier bei den trotz der vielen Auflagen mit großem Enthusiasmus und entsprechenden Mühen gestarteten Vereinen Schluss. Der Anstieg der Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen pro 100 000 Einwohner im Erzgebirgskreis (am 23. Oktober: 139,4) und im sächsischen Vogtlandkreis (38,1) machten – mögen sie im Vergleich zu den heutigen Zahlen auch sehr moderat erscheinen – den Ambitionen der Ringer, die weiterkämpfen wollten, einen Strich durch die Rechnung. Besonders die Greizer Nachwuchssportler hatten sich auf den Beginn der Wettkampfsaison im Herbst gefreut. Aber nach dem Aufeinandertreffen der Mädchen mit Werdau – wahrscheinlich dem einzigen Wettkampf in diesem Bereich in Deutschland seit März – und dem hohen 20:10 Sieg der Jugendligamannschaft gegen den alten Rivalen aus Pausa musste die Saison schon wieder beendet werden. Die zweite Mannschaft konnte drei Kämpfe austragen und blieb jeweils siegreich. Im einzigen Heimkampf kamen gegen Außenseiter Weißwasser mehr als 200 Zuschauer. Bei einem weiteren Saisonverlauf hätte man trotz der weiträumigen Halle sicher Probleme mit der erlaubten Zuschauerkapazität bekommen. Übrigens war Greiz der einzige Thüringer Ringerverein der einen Start bei den Mannschaftskämpfen wagte.

Nach der Wiedereröffnung des Trainingsbetriebes in Thüringen für Sportler unter 18 Jahren waren die Greizer Jugendlichen ab 11. November sofort wieder vollzählig auf der Matte, wurden aber schon einen Monat später wieder durch Corona ausgebremst. Die letzte Trainingseinheit konnte am 11. Dezember absolviert werden. Wie alle Sportenthusiasten hoffen wir im neuen Jahr auf eine Besserung der Situation. Sportler, Trainer, Betreuer, Eltern und Funktionäre stehen in den Startlöchern.

Diese kurze Wettkampfsaison wird allen Beteiligten – hoffentlich als Ausnahmesaison – sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Von den Funktionären des Ringkampfsportes, den Vereinen und den kommunalen Gesundheitsämtern wurde alles getan, um eine Mannschaftskampfsaison während der Corona-Pandemie auszurichten und nach den gegebenen gesetzlichen Vorgaben abzusichern. Dafür waren riesige Aufwendungen und viel Vorbereitungszeit notwendig. Ein seit Jahren im Organisationsstab der Wettkämpfe in Greiz tätiger Ringkampfanhänger meinte: „Einen Wettkampf unter Corona – Bedingungen mit 200 Zuschauern in der Landesliga abzusichern, macht mehr Aufwand, als eine Veranstaltung mit 1000 Zuschauern in der Bundesliga zu organisieren.“

Der Vorstand des RSV Rotation Greiz möchte sich an dieser Stelle bei allen Freunden des Ringkampfsportes für die Unterstützung auf den vielen relevanten Ebenen bedanken. Bei den Vereinsmitgliedern, die selbst auf der Matte stehen oder anderweitig in vielen Funktionen den Verein unterstützen, den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, die in dieser Saison zusätzlich ganz neue Aufgaben bewältigen mussten und deren Beitrag leider oft ein bisschen untergeht, den Trainern, Kampfrichtern und Betreuern, die immer zur Stelle waren wenn es etwas zu organisieren und abzusichern galt, den Eltern und Großeltern, die regelmäßig die Kinder zum Training brachten, wieder abholten und die Wettkämpfe absicherten, den Greizer Ringkampfanhängern, die unsere Mannschaften auch in Coronazeiten zu Auswärtskämpfen begleiteten. Nicht vergessen möchten wir unsere Sponsoren, die uns den Wettbewerb mit Vereinen aus finanzstärkeren Gegenden Deutschlands ermöglichen. Die Unternehmerschaft von Kleinbetrieben bis zum Mittelstand bildet das wahre Rückgrat dieses Landes. Auch für unsere Sponsoren war es ein hartes Jahr, gerade in unserer Region, die wahrlich nicht zu den Boomregionen gehört. trotzdem haben uns alle unterstützt und haben ihre Hilfe auch schon für das nächste Jahr angekündigt.

Frohe Weihnachten
und ein gesundes neues Jahr