Amtierender Deutscher Meister kämpft jetzt für RSV Rotation Greiz

Martin Obst wird in der kommenden Saison für den RSV Rotation Greiz starten
Martin Obst (rotes Trikot) wird in der kommenden Saison für den RSV Rotation Greiz an den Start gehen. Foto: Uwe Sauer

Martin Obst wird in der kommenden Saison für den RSV Rotation Greiz starten

GREIZ. Kurz vor Weihnachten 2015 endete nicht nur die letzte Saison der 2.Bundesliga im Ringen – mit einem Staffelsieg in allerletzter Minute für den RSV Rotation Greiz – sondern auch die leistungssportliche Karriere von zwei ganz besonderen Ringern. Beim Kampf Greiz gegen Markneukirchen beendeten auf Seiten der Gäste der ehemalige Europameister Andre Backhaus und vom Greizer Team der Pole Adam Sobieraj, der 2010 Dritter der Europameisterschaften wurde und 2012 die Olympiaqualifikation ganz knapp verpasste, ihre sportliche Laufbahn. Nun stand vor den Funktionären der Teams die schwierige Aufgabe, für die neue Saison diese wichtige Lücke zu schließen. Geeignete Kandidaten mit den erforderlichen sportlichen Qualitäten sind sehr dünn gesät. Ein Zufall kam zu Hilfe. Der langjährige Erstligist 1.Luckenwalder SC, seit der Wende ständig in der obersten Liga zu Hause, deutscher Mannschaftsmeister 2005/2006, zog sein Team zurück.

Einige hochkarätige Ringer hatten bereits im Vorfeld ihren Verein verlassen. Sicher auch eine Ursache für den Rückzug. Jetzt ergab es sich aber, dass durch den Rückzug von Luckenwalde und den Abstieg des KAV Mansfelder Land, der in die 2.Bundesliga Ost eingeordnet wurde, einige Spitzenringer auf dem Markt waren. Ein Großteil von ihnen wird nun in der 2.Bundesliga Ost kämpfen, deren sportliche Leistungsfähigkeit dadurch weiter steigen wird. So wird Aue in den beiden unteren Gewichtsklassen mit Emanuel Krause und Philipp Herzog mit zwei deutschen Vizemeistern an den Start gehen. Der Luckenwalder Vizemeister in der 70 kg-Klasse Lennard Wickel wird Ligakonkurrent Lübtheen verstärken, bei dem Greiz am 3.September zum ersten Saisonkampf antreten muss. Bei diesem Wettkampf wird aber auch auf Greizer Seite ein alter Vereinskollege von Wickel im Aufgebot stehen. Kurz vor Ende der Wechselfrist unterschrieb der alte und neue deutsche Meister Martin Obst ((74 kg) eine Wettkampflizenz für den RSV Rotation Greiz.

Martin Obst begann in Berlin mit dem Ringkampf. Zuerst beim SV Preussen später beim SV Luftfahrt Berlin. Obwohl sich größere Erfolge im Nachwuchsbereich nicht einstellten, blieb er immer seiner Sportart treu, trainierte weiter bei seinem Trainer Swen Lieberamm in Berlin und an der Sportschule Luckenwalde. Im Jahr 2005 ließ er mit einem fünften Platz bei den Männern (66 kg) aufhorchen. Im Jahre 2011 stand er erstmals ganz oben auf dem Treppchen: deutscher Meister in der 74 kg-Klasse. In den beiden Folgejahren gewann er jeweils Bronze. Im Vorjahr konnte er zum zweiten Mal den Meistertitel erringen, der nun in Freiburg erfolgreich verteidigt wurde.

Bei seiner Titelverteidigung hatte Martin Obst 15 Gegner und musste vier Kämpfe bestreiten. Den Auftakterfolg gegen den zweimalige Nachwuchsmeister Marius Quinto hatte man erwartet. Den ehemaligen Fünften der Junioreneuropameisterschaften Andreas Walter aus Unterföhring bezwang er mit 9:2. In der Wiederholung seines Finalkampfes vom Vorjahr traf er auf den sechsfachen Meister Andriy Shyyka aus Köllerbach. Wie im Vorjahr blieb der Altmeister ohne Punkterfolg. Mit 4:0 zog Martin Obst ins Finale ein, wo er mit Georg Harth auf einen weiteren Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion traf. Das langjährige Mitglied der Sportfördergruppe der Bundeswehr vertrat Deutschland siebenmal bei Welt- und Europameisterschaften und startete gemeinsam mit Obst – allerdings genauso erfolglos – bei der Olympiaqualifikation. Im Finale bewies der Luckenwalder seine Nervenstärke und verteidigte mit einem 2:1 Sieg seinen Titel erfolgreich.

Der nun dreifache deutsche Meister freute sich über seinen Erfolg, sagte aber auch: „Die letzten Monate mit Europameisterschaft und der Olympiaqualifikation haben schon sehr geschlaucht. Jetzt lasse ich es erst einmal etwas lockerer angehen. Von der Stimmung in der neuen Greizer Ringerhalle habe ich schon einiges gehört und mit Swen Lieberamm habe ich jahrelang trainiert.“
Die Greizer Ringkampfanhänger können sich auf einen großen Kämpfer freuen.

Erhard Schmelzer @12.06.2016

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