20. April 2021

Zwei deutsche Ringer überraschen bei Olympiaqualifikation

1. DRB Bundesliga Südost: RSV Rotation Greiz gegen WKG Pausa/Plauen
Trainer Tino Hempel, Toni Stade und Alin Alexuc-Ciurariu, RSV Roation Greiz

Bei den Qualifikationswettkämpfen für die Olympischen Spiele in der ungarischen Hauptstadt Budapest konnten zwei Sportler des Deutschen Ringer-Bundes die Fahrkarten nach Tokio buchen. Die beiden Saarländer Gennadij Cudinovic und Etienne Kinsinger brachten das Kunststück fertig im Halbfinale zwei favorisierte Aserbaidschaner zu bezwingen. Der erst im letzten Jahr in die schwerste Gewichtsklasse bis 125 kg gewechselte Freistilringer Cudinovic, der noch nie deutscher Meister bei den Männern werden konnte, bezwang nach Siegen gegen Gegner aus Spanien und Albanien den EM-Dritten Jamaladdin Magomedov überraschend klar. Nach 0:4 Rückstand zeigte der Köllerbacher eine hervorragende kämpferische Leistung und bezwang den stark nachlassenden Widersacher, der knapp zwei Minuten vor Schluss beim Stande von 6:15 wegen passiver Ringweise disqualifiziert wurde. Cudinovic ist der erste deutsche Freistilringer, der sich für Olympia qualifizierte. Noch spannender machte es sein Vereinskollege im griechisch-römischen Stil Kinsinger in der leichtesten Gewichtsklasse bis 60 kg. Im Achtel- und Viertelfinale besiegte er Kontrahenten aus Estland und Kroatien. Im für die Olympiaqualifikation entscheidenden Halbfinalkampf lag er gegen den ehemaligen Junioren Welt- und Europameister aus Aserbaidschan Murad Mammadov bis zehn Sekunden vor Schluss mit 1:3 in Rückstand. Dann gelang es ihm mit einer von Weltmeister uns Ausnahmeringer Frank Stäbler entlehnten spektakulären Aktion eine Viererwertung zu erzielen und sich doch noch das Olympiaticket zu sichern. Der einzige Starter in Budapest, der aus Ostdeutschland kam, der nun für den deutschen Mannschaftsmeister startende Eric Thiele (97 kg/freier Stil) aus Sachsen-Anhalt, dessen jüngerer Bruder Emil im Vorjahr für die zweite Greizer Mannschaft kämpfte, verpasste die Qualifikation mit einer 1:2 Niederlage gegen den türkischen Europameister Süleyman Karadeniz ganz knapp und wurde Dritter. Die deutschen Frauen konnten sich nicht wie erwartet im Vorderfeld platzieren.

Greizer Bundesligaringer vergab vorletzte Olympiachance

Der für Rumänien startende Greizer Bundesligaringer Alin Alexuc-Ciurariu vergab bereits im ersten Kampf die Chance an den Olympischen Spielen teilnehmen zu können. Dabei begannen die Wettkämpfe nach dem Wiegen nach Wunsch, denn auf den favorisierten Russen Sergej Semenov hätte der Rumäne erst im Finale treffen können. Da die ersten beiden Sportler die Fahrkarten für Tokio erhalten, hätte der Finalkampf dann nur statistische Bedeutung gehabt. Der amtierende Europameister musste sich aber bereits im ersten Kampf 1:3 gegen den Kroaten Marco Koscevic geschlagen geben. Die Entscheidung fiel bereits in der zweiten Kampfminute, als der zweimalige Olympiateilnehmer im Bodenkampf gerollt wurde und 0:3 in Rückstand geriet. Zwar konnte der 31-Jährige in der zweiten Kampfhälfte auf 1:3 verkürzen, doch gelang ihm im Bodenkampf keine Wertung. Die letzte Chance auf Olympia besteht nun nur noch Anfang Mai wenn in der bulgarischen Hauptstadt Sofia noch einmal Sportler aus aller Welt aufeinandertreffen.

Erhard Schmelzer

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