Leon Weller

Erfolgreiche Mädchen – Nachholbedarf bei den Jungen

Traditionell finden am ersten Oktoberwochenende in Werdau an zwei Tagen Nachwuchsturniere im Ringen für Mädchen und Jungen im freien Stil statt. Nach dem coronabedingten Ausfall im Vorjahr trafen sich am Sonnabend 172 C-, D- und E-Jugendliche aus 29 Vereinen. Das Groß der Teilnehmer kam zwar aus Ostdeutschland, aber starke Vereine waren auch aus dem Norden (Achim in Niedersachsen), dem Westen (Wolfhagen in Hessen) oder dem Süden Deutschlands (Amberg und Hallbergmoos in Bayern) angereist. Die Werdauer Organisatoren konnten sich am Ende freuen; sie hatten das größte Ringerturnier seit 19 Monaten in Deutschland zur Zufriedenheit aller ausgerichtet.
Zu den nicht so Zufriedenen gehörten die Greizer Trainer. Maik Gasser meinte: „Ich glaubte, wir wären weiter. Es hat es sich aber gezeigt, dass vieles im Wettkampf, wenn es darauf ankommt, noch nicht abrufbar ist. Auch Nicolai, dem Vater der Reim Brüder, ist zuzustimmen, wenn er ergänzte: „Einige Sportler haben hier hervorragenden Ringkampfsport geboten. Unsere Ringer waren leider meist nicht dabei.“ Die Greizer Jungen gewannen nur 8 ihrer 22 Kämpfe. Die Latte sollte im Training doch etwas höher gelegt werden.
Greiz startete bei der C-Jugendlichen mit 5 Sportlern. Erfolgreichster Greizer war Leon Weller, der mit drei Siegen ins Finale vordrang, dort aber mit der unorthodoxen Kampfesweise des Hallbergmoosers Daniel Meyer nicht zurechtkam. Hassan Bersanukaev (31 kg) und Silas Warmuth (34 kg) belegten vierte Plätze, wobei bei Silas entschieden mehr möglich war. Artur Reim (38 kg) und Bruno Rüger (42 kg) landeten im geschlagenem Feld. Auch der C-Jugendliche Walter Reim (29 kg) hätte mehr als den vierten Platz erreichen können. Freuen konnte sich hingegen der erstmals startende E-Jugendliche Emmett Barth (38 kg), der einen kleinen Pokal für seinen dritten Platz erhielt. In der Vereinswertung blieb für die Greizer Jungen nur der elfte Platz.

Vier Turniersiege bei den Mädchen

Am Sonntag bei den Mädchen strahlte dann aber die Sonne. Die jeweils drei Starterinnen bei den Schülerinnen und der weiblichen Jugend erkämpften vier Turniersiege und belegten in der Mannschaftswertung mit 31 Punkten hinter dem mit zehn Mädchen startenden Gastgeberverein Werdau (35 Punkte) punktgleich mit dem tschechischen Spitzenverein Hellas Brno den zweiten Rang. Das Turnier war mit 72 Starterinnen wie erwartet schwächer besetzt, wurde aber durch starke Vereine aus Tschechien und der Slowakei aufgewertet. Bei den Mädchen sah die Kampfbilanz völlig anders aus. Von ihren 21 Kämpfen verloren sie nur sechs, davon allerdings fünf – meist in freundschaftlichen Vergleichskämpfen – gegen ausländische Auswahlringerinnen. Nur ein Kampf gegen eine deutsche Kontrahentin wurde verloren. Daria Reim (Schülerinnen), in der mit 14 Sportlerinnen am stärksten besetzten 38 kg-Klasse startend, unterlag äußerst unglücklich gegen Levke Peter (Luftfahrt Berlin) nachdem sie bis eine Sekunde vor Schluss geführt hatte. Wie bei ihren Start in Ungarn oder den mitteldeutschen Meisterschaften kam sie so wiederum auf Platz 4. Erste wurde jeweils, wie auch in Werdau, die ungarische Ausnahmekönnerin Kata Pusztai, die mit Vater und Mutter aus Györ angereist war. Turniersiegerinnen bei den Schülerinnen wurden Chiara Weber (50 kg), die sich dabei für ihre Niederlage bei der „Mitteldeutschen“ gegen Felia Wagner (Tegel) revanchierte und Josefine Langhof (54 kg). Bei der weiblichen Jugend gewannen Olga Kim (38 kg) und Fiona Gasser (43 kg) während Pauline Hessel (60 kg) hinter zwei starken tschechischen Mädchen Bronze erkämpfte. Das Kampfgericht zeichnete Pauline Hessel außerdem noch als „Beste Kämpferin“ aus.

Erhard Schmelzer