Ringen: Da waren’s nur noch acht

Wir bedanken uns bei den Sponsoren des RSV Rotation Greiz e.V.

Martin Obst
Martin Obst

Zehn Jahre nach dem größten sportlichen Erfolg zieht der 1.Luckenwalder Sportclub seine Mannschaft aus der 1.Bundesliga der Ringer zurück

GREIZ/LUCKENWALDE. Zehn Jahre nach dem größten sportlichen Erfolg zieht der 1.Luckenwalder Sportclub seine Mannschaft aus der 1.Bundesliga der Ringer zurück. Im März 2006 erkämpften die Brandenburger als bisher einzige Mannschaft Ostdeutschlands die deutsche Mannschaftsmeisterschaft. In der letzten Saison lief es noch einigermaßen gut für den 1897 gegründeten Verein, der in den letzten 15 Jahren vor der Wende den Ringkampfsport in der DDR dominierte. Allerdings wurde in diesem Jahr der Einzug ins Halbfinale der Mannschaftsmeisterschaft verpasst. In den letzten Jahren haben sich im Ringen neue Leistungszentren gebildet. Dominierten jahrzehntelang traditionelle Vereine wie Schifferstadt, Aalen oder Witten, sind nun mit Nendingen, Weingarten und dem letztjährigen Aufsteiger Ispringen neue Teams an der Spitze der Bundesliga aufgetaucht, die mit vorher nicht gekannten hohen finanziellen Aufwendungen den Wettbewerb zerstört haben.
Bereits im Januar hatte die RWG Mömbris-Königshofen ihren Rückzug nach drei Jahrzehnten aus der Eliteliga damit begründet, das Wettrüsten nicht mehr mitmachen zu wollen. Unter diesen Bedingungen war es kein Wunder, dass die drei Staffelsieger der zweiten Ligen, Greiz, Witten und Burghausen auf den Aufstieg verzichteten. Nach dem Luckenwalder Abschied kämpfen nur noch acht Mannschaften in der Bundesliga. Erstmals nach der Wende ist kein Verein aus Ostdeutschland in der obersten deutschen Leistungsklasse vertreten.

Als Hauptgrund für den Rückzug der Brandenburger wurde angegeben, dass für die neue eingleisige Liga keine leistungsstarke Mannschaft verpflichtet werden konnte. Vor allen an deutschen Leistungsträgern mangelte es. Schon lange wurde Auswahlringer Nick Matuhin mit Ispringen in Verbindung gebracht. Der Siegringer Erik Weiß, der wie Damian Hartmann in seiner Jugend für Greiz kämpfte, schafft das 66 kg-Limit nicht mehr und wird mit Regionalligist Frankfurt/Oder in Verbindung gebracht. Fliegengewichtler Emanuel Krause könnte in der leichtesten Gewichtsklasse in Aue eine Lücke füllen, während Schwergewichtler Christian John für Erstligist Adelhausen kämpfen dürfte. Bis zuletzt hielten Lennard Wickel, Martin Obst und Damian Hartmann zu ihrem Verein.

Es spricht für den Luckenwalder Präsidenten Christian Buddeweg, dass er auch vereinsinterne Fehler im Management für die 1.Bundesliga für den Rückzug verantwortlich machte. Der Sturz der Luckenwalder Ringer dürfte ein tiefer werden. Die Regeln der Bundesligen verhindern einen Start in der zweiten Liga, auch die drittklassige Regionalliga Mitteldeutschland ist voll besetzt. Einzige in Frage kommende Möglichkeit für einen regelmäßigen Ligabetrieb dürfte die Landesliga Sachsen-Anhalt sein, in der auch Vereine aus Niedersachsen, Brandenburg und Mecklenburg kämpfen. Übrigens liebäugelt auch die thüringische KG Apolda/Sömmerda mit einem Start in Sachsen-Anhalt.

Erhard Schmelzer @04.02.2016

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