Richard Schröder

Mit Bronze bei der Junioren-EM feierte Richard Schröder seinen ersten internationalen Erfolg. Nach Greiz kommt er um zu lernen und zu siegen

Richard Schröder kommt aus einer Ringerfamilie. Also lag es nahe, dass auch er auf die Matte ging. Der Verein: SV Luftfahrt Berlin. Trainer Norbert Klein, später Olaf Bock. „Mich musste keiner überreden. Ringen ist meine Sportart“, sagt der 20-Jährige. Warum? Das könne er gar nicht beschreiben, dieses Gefühl auf die Matte zu gehen, zu kämpfen, und „dann den Sieg auszukosten“. Dazu hatte der Freistilringer schon reichlich Gelegenheit, holte sich in den Nachwuchsklassen einen deutschen Meistertitel nach dem anderen. Was lag da nahe, von Berlin nach Luckenwalde zu wechseln. Richard Schröder stellte sich den höheren Trainingsanforderungen, machte Abitur, beginnt im Oktober in Potsdam ein Pädagogik-Studium. Auch bei den Junioren setzte sich der Freistiler durch und qualifizierte sich für die Junioren-EM. Im Juni nun gelang ihm der große Wurf. „Die EM war in Dortmund, das war schön“, sagt er, aber eben ohne Zuschauer, das sei schon komisch gewesen, keine Unterstützung von den Rängen, die Familie, die Freunde, keiner durfte in die Halle.

Umso schöner der Überraschungsempfang in Luckenwalde. Alle waren da und feierten ihn. Vor dem EM-Turnier in Dortmund waren die Junioren-Auswahlringer zur Sportschule Hennef gefahren, Feinschliff, die letzten Gramm abnehmen bis zum Gewichtslimit von 79 Kilogramm. In die EM startete er mit einer Niederlage gegen Georgios Kougioumtsidis, gab gleich eine Vierer-Wertung ab, rannte dem Rückstand hinterher, wurde gekontert, verlor 4:13. „Zum Glück kam der Grieche ins Finale und ich konnte in der Hoffnungsrunde weiter ringen und mich für das kleine Finale qualifizieren“, sagt Rickard Schröder. Beim 2:1 gegen den Ukrainer Viktor Kupa zeigte er eine reife Leistung, hielt den Gegner auf Abstand, unterband gegnerische Aktionen, ließ seiner Freude über den ersten internationalen Medaillengewinn freien Lauf.

Die Titelverteidigung bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften am Wochenende war ein Zwischenstopp auf den Weg nach Russland, in Ufa findet die Junioren-WM statt. Spätestens am 11. September möchte er zur Greizer Bundesligamannschaft stoßen. Leicht sei ihm der Wechsel zum RSV Rotation nicht gefallen, er wird weiter in Luckenwalde bei Michael Kleinschmidt und Andreas Zabel trainieren, doch die Aussicht in der Bundesliga gegen deutsche und internationale Gegner zu kämpfen, das zog. In Brandenburg kämpft kein Verein erstklassig. „Ich möchte mich weiterentwickeln und mit Greiz Bundesligasiege feiern“, sagt der 20-Jährige, der erst am Anfang seines ringerischen Weges steht.

Andreas Rabel
Ostthüringer Zeitung
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