Das neue Wettkampfjahr der Ringer, in dem der RSV Rotation Greiz nach nur zwei jähriger Unterbrechung wieder in die 1. Bundesliga zurückkehren wird, begann für den Verein sehr erfolgreich. Nachdem Mitte der Monats Januar bereits die Thüringer Meisterschaften im griechisch-römischen Stil gewonnen werden konnte, frohlockten am letzten Tag des Monats die Ostthüringer nun auch bei den Landestitelkämpfen im freien Stil, die sie in eigener Halle für sich entschieden. Im Vorjahr noch vom KSC Motor Jena bezwungen, konnte in diesem Jahr bei den wieder offen ausgetragenen Wettkämpfen die Vereinswertung mit 25 Startern und 86 Punkten vor dem KFC Leipzig gewonnen werden. Die Leipziger starteten mit 21 Aktiven und kamen auf 74 Punkte. Dritter wurde wie im Vorjahr der KSC Apolda, er mit der Rekordzahl von 26 Ringern an den Start ging und 67 Punkte erkämpfe. Auf den folgenden Plätzen folgten der KSC Motor Jena, der Türkische Ringerverein Berlin und Halle-Neustadt. Insgesamt starteten 169 Sportler aus 25 Vereinen.
Zur Vereinswertung sind einige Erklärungen angebracht. Bei den Greizer Bundesligaringern Karamjeet Holstein (KFC Leipzig/Meister 61 kg), Alexander Bahn (Geiseltal/Zweiter 86 kg) und dem Urgreizer Lucas Kahnt (Aue/Meister 86 kg) wurden drei Medaillen und die dazugehörigen Punkte bei anderen Vereinen summiert. Gründe dafür sind bestimmte Regularien des Deutschen Ringer-Bundes aber auch die nur für wahre Insider durchschaubaren verwirrenten Regeln der deutschen Sportförderung, die im Übrigen viel zu niedrig ist und alle damit befassten Personen vor kaum lösbare Probleme stellt.
Sechzehn Medaillen gingen an die „echten“ Greizer. Bei den Männern gewannen der unverwüstliche Routinier Johannes Wrensch (57 kg), der U20-Athlet Paul Müller (92 kg) sowie der langjährige Bundesligaringer Sebastian Wendel (97 kg). Bronzemedaillen gingen an Iunus Gaisuev (79 kg) und Maximilian Böttger (86 kg), der durch seine Bundesligaeinsätze sehr an Selbstvertrauen gewonnenen hat. In den stark besetzten mittleren Gewichtsklassen kamen Pascal Hessel (70 kg), Joel Wrensch (74 kg) und Ibrahim Galamatov (65 kg) auf die Plätze vier, fünf und sechs. Weiter starteten bei den Männern: Hasan Hamdoush (70 kg), Akhmed Chasaev, Richard Brand und Niklas Wendel (alle 74 kg) sowie der seinen ersten Kampf bestreitende Tim Trompelt (79 kg).
Die nur drei startenden U17- Sportler holten sich einen ganzen Medaillensatz. Der erstmals eingesetzte Igor Kanalos (51 kg) konnte sich in einer allerdings schwach besetzten Klasse durchsetzen. Silas Warmuth (60 kg) siegte gegen vier Gegner im Pool durch, führte auch im Finale, musste dann aber wegen einer Verletzung den Kampf aufgeben. Ibrahim Abdrachmanov (48 kg) gewann Bronze.
Die neun U 14- Sportler (Jugend B), die vollständig in Greiz trainieren, erkämpften 39 Punkte und wurden nur von den Jugendlichen des KFC Leipzig bezwungen, die mit zehn Sportlern – darunter einige Sportschüler – nur auf einen Zähler mehr kamen. Es muss aber auch mitgeteilt werden, dass die Teilnehmerfelder hier – wie auch bei der U17 – sehr überschaubar waren. Greiz machte in dieser Altersklasse landesweit eine positive Ausnahme. Für drei Sportler davon war es ein besonderes Erlebnis, denn sie standen zum ersten Mal auf der Matte und konnten sich sogar über erste Siege freuen. Goodwin Sedlbauer (35 kg) erkämpfte Silber, sein Bruder Karl (68 kg) Bronze und Jonas Schürer (48 kg) wurde Vierter. Einen Greizer Doppelsieg gab es in der schwersten Gewichtsklasse (80 kg) durch Anatoli Horvat vor Niklas Leistner. Auch Noe Göpfert (57 kg) und Amsad Meshidov (52 kg) kämpften um Gold, mussten aber im Finale jeweils Niederlagen einstecken. Emmett Barth (62 kg) wurde Dritter. Magomed Vakhidov (52 kg) bestätigte seine Trainingsleistungen und blieb sieglos.
Zusammenfassend kann man von einer gelungenen Jahresauftaktveranstaltung in Greiz berichten. Ungefähr 14 Stunden waren mehr als 50 Helfer mit der Vorbereitung, Durchführung und Abwicklung der Meisterschaften beschäftigt. Allerdings dürfen auch Undiszipliniertheiten einiger Gastmannschaften nicht unerwähnt bleiben. Nachdem die Ringerverbände Verstöße gegen Regeln auf der Matte nun strenger sanktionieren, scheinen sich die Problemzonen mehrheitlich in die Nebenräume zu verlagern. Der Greizer Ringerverein wird die erforderlichen Maßnahmen treffen.

Erhard Schmelzer