Dominik Gasser und Emmett Barth siegen in Werdau

Greiz. Es ist schon zu einen schönen Tradition geworden, dass am ersten Oktoberwochenende in Werdau zwei große Nachwuchsturniere im freien Ringkampf stattfinden. Bei den Jungen starten die Altersklassen C, D und E bei den Mädchen die weiblichen Schüler, die weibliche Jugend und sogar Frauenwettkämpfe sind ausgeschrieben. Die Werdauer Organisatoren hatten an zwei Tagen wieder hervorragend organisierte Turniere auf vier bzw. drei Matten auf die Beine gestellt, bei denen alles wie am Schnürchen lief. Das wussten auch die 237 Teilnehmer bei den Jungen und die 112 Teilnehmerinnen beim weiblichen Bereich sowie ihre Trainer, Betreuer und mitgereisten Familienmitglieder zu schätzen, die kompakte Wettkämpfe ohne unnötige Pausen erlebten. Bei den Jungen waren 30 Vereine aus Deutschland, Ungarn, Tschechien und Polen am Start, bei den Mädchen sah es nicht anders aus, hier spielten die Mädchen aus Tschechien traditionell eine sehr starke Rolle.
Der RSV Rotation Greiz war mit neun Jungen und drei Mädchen zum Wettkampf über die nahe sächsische Grenze gefahren. Erfolgreichster Greizer bei der C-Jugend war der Dritte der mitteldeutschen Meisterschaften im griechisch-römischen Stil Dominik Gasser, der in der mit 11 Sportlern besetzten 38 kg-Klasse auch seine Veranlagung im freien Stil unter Beweis stellte. Er schulterte alle seine Kontrahenten aus Dessau, Pausa und Lichtenfels im Pool und zog ins Finale ein. Hier war Richard Fazekas vom Budapester Sportclub der Gegner. Es entwickelte sich ein interessanter abwechslungsreicher Kampf bei dem der Greizer in der letzten Minute zum Schultersieg kam. In der Gewichtsklasse 42 kg wurde Artur Reim unter 15 Startern Sechster.
Bei der Altersklasse D-Jugend gingen sechs Greizer auf die Matte. Für eine positive Überraschung sorgte Emmett Barth (42 kg), der in der mit 11 Ringern besetzten Klasse die Goldmedaille erkämpfen konnte. Auch er musste im Pool dreimal antreten und kam mit drei Schultersiegen gegen Widersacher aus Kladno (Tschechien), Markneukirchen und Henningsdorf ins Finale. Hier revanchierte er sich für die bei den mitteldeutschen Meisterschaften gegen den Dessauer Amir Ustarkhanov erlittene Niederlage und konnte somit die zweite Goldmedaille für Greiz erkämpfen. Eine Gewichtsklasse höher konnte sich Damian Kuczora (46 kg) über die Bronzemedaille freuen. Er gewann drei Kämpfe und unterlag gegen die beiden anderen Medaillengewinner. Walther Reim (31 kg) wurde unter 15 Teilnehmern Vierter. Wie bei seinem Bruder verhinderte eine längere Trainingspause eine bessere Platzierung. Dustin Kalweit, Felix Obenauf (beide 38 kg) und Ferdinand Gruszin (31 kg) sowie der einzige Starter bei der E-Jugend Henry Wiesner (28 kg), die ausnahmslos in stark besetzten Gewichtsklassen antraten, kamen nicht in die Endkämpfe. In der Mannschaftswertung kam Greiz unter 30 Vereinen auf Rang 13. Aus Thüringen waren auch Erfurt, Altenburg und Mühlberg am Start.

Am Sonntag gingen nur drei Mädchen aus Greiz auf die Matte.Eine Woche nach den deutschen Meisterschaften der A- und B-Jugend war das Greizer Aufgebot doch etwas geschrumpft. Schon bei den deutschen Meisterschaften war die als Medaillenkandidatin geltende Fiona Gasser auf Grund einer Trainingsverletzung an der Sportschule Jena ausgefallen. Nun musste auch die bei der DM mit Rang fünf am besten platzierte Greizer Sportlerin Pauline Hessel (58 kg) passen. Von den B-Jugendlichen starteten damit nur Olga Kim, die bei der DM zwar die spätere Vierte geschultert hatte aber nur auf Platz sechs landete, und Josefine Langhof. Langhof hatte bei der DM Platz sieben belegt und hatte dabei den vereinsinternen Vergleich mit Pauline Hessel O:4 verloren.
Olga Kim gewann in Werdau in der 40 kg-Klasse der weiblichen Jugend kampflos. In Vergleichskämpfen gegen schwerere Gegnerinnen siegte sie gegen Matthea Herbst aus Neuwied und unterlag gegen Aliya Leistner aus Thalheim. Josefine Langhof (58 kg) schlug sich sehr gut, obwohl sie nur den vierten Platz belegte. In Werdau starteten bei den Mädchen A- und B-Jugendliche zusammen, so dass die 13-Jährige auf bis zu vier Jahre ältere Gegnerinnen traf. Sie schulterte eine Konkurrentin aus Luckenwalde und bezwang eine Tschechin aus Brno mit 9:6. Die Bronzemedaille vergab sie mit einer 1:4 Punktniederlage gegen eine Teilnehmerin aus Polen. Gegen die A-Jugendliche Anjali Arndt aus Leipzig hielt sie sich trotz der Punktniederlage gut, gegen die Turniersiegerin Petra Mrackova aus Brno war sie chancenlos. Anni Leßmüller (31 kg) belegte bei ihrem ersten großen Turnier bei den weiblichen Schülern den fünften Platz.
Für die weiblichen Ringer des RSV Rotation Greiz steht am 26.November in Chemnitz der nächste große Wettkampf an.

Erhard Schmelzer