Spannende, dramatische Kämpfe - deutlicher Rückstand - phänomenaler Endspurt Spannende, dramatische Kämpfe - deutlicher Rückstand - phänomenaler Endspurt

RSV Rotation Greiz II vs. RV Thalheim II 22-14
RSV Rotation Greiz II vs. KFC Leipzig 21-12

Die 141 Besucher, die die beiden Kämpfe der Greizer zweiten Ringermannschaft in der dritthöchsten deutschen Liga besuchten, brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Sie sahen interessante Kämpfe, gegen die „Zweite“ des Regionalligisten Thalheim musste ein deutlicher Rückstand aufgeholt werden.
Nach der Niederlage in Weißwasser wunderten sich die Insider unter den Besuchern über die Greizer Aufstellung. Obwohl die erste Mannschaft wiederum pausierte, standen auch deren startberechtigte Sportler nicht auf der Wiegeliste. Das Gleiche traf auf zahlreiche Ringer der zweiten Mannschaft zu, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht vor Ort waren, gesundheitlich aber hätten starten können.
Dass beim Bericht nicht getitelt wurde: „Pleiten, Pech und Pannen“, lag an den eingesetzten Ringern, die mit enormer Kampfkraft über sich hinauswuchsen und am Ende doch noch zwei klare Mannschaftssiege erkämpften. So sah das auch der neugewählte Vizepräsident des sächsischen Ringerverbandes Sven Betschke, der in Doppelfunktion als Trainer und Wettkämpfer in Greiz weilte: „Die Greizer haben es einfach mehr gewollt. Der eine oder andere Kampf hätte auch anders ausgehen können. Unsere Gegner haben es aber nicht zugelassen.“
Der Kampf gegen die mit zwei tschechischen Auswahlringern antretenden Thalheimer begann dramatisch und unglücklich für die Gastgeber.
Nach dem kampflosen Sieg von Hassan Bersanukaev (57 kg/f) kämpfte Maximilian Böttger im schwersten Limit (130 kg/g) gegen den Tschechen Marek Vrba, der im Vorjahr noch für unser Nachbarland bei EM und WM startete. Der Greizer Jugendtrainer hielt im Standkampf gut mit, verletzte sich aber am Boden und musste den Kampf aufgeben.
Auch Silas Warmuth (61 kg/g) unterlag dem zweiten Tschechen entscheidend, während Pascal Hessel (66 kg/g) einen Schultersieg beisteuerte.
Maximilian Kahnt (98 kg/f) rang gegen den deutlich schweren aus Polen stammenden Radoslaw Dublinowski zu statisch um mehr als drei Punkte zu erkämpfen.
Nach Niederlagen von Luca Bauer (86 kg/g – 0:5 Punkte) und Dustin Nürnberger (71 kg/g – auf Schulter) führten die Gäste mit 10:14.
Doch jetzt kamen die stärksten Gewichtsklassen der Greizer. Fabian Wächter (80 kg/f), Joey Wrensch (75 kg/f) und Joel Wrensch (75 kg/g) benötigten zusammen nur etwas mehr als acht Minuten um ihre Gegner zu schultern, bzw. mit technischer Überlegenheit zu bezwingen.
Der am Ende klare 22:14 Sieg des verspätet ausgetragenen Hinrundenkampfes – der RSV bedankt sich für das Entgegenkommen bei Thalheim – war der verdiente Lohn.
Gegen den KFC Leipzig mussten nun die Stilarten getauscht werden. Die Gastgeber brachten deshalb und auf Grund der Verletzung von Maximilian Böttger mit Richard Brand (80 kg/g – der trotz seiner 4:20 Niederlage gegen den Ukrainer Ivan Benda einen couragierten Kampf lieferte) und Tim Trompelt (98 kg/g – der vom 16 kg schwereren Routinier Sven Betschke geschultert wurde, zwei neue Kämpfer auf die Matte.
Diesmal gelang aber ein besserer Start. Hassan Bersanukaev (57 kg/g) steuerte drei Mannschaftspunkte bei, Maximilian Kahnt (130 kg/f) gelang ein schneller Schultersieg und auch Silas Warmuth (61 kg/f) sorgte für vier Punkte.
Pascal Hessel (66 kg/g) bezwang Anton Preuss 7:1, während Luca Bauer (86 kg/f) eine Niederlage mit technischer Unterlegenheit hinnehmen musste.
Die Leipziger brachten bei den letzten Gefechten zwar erfahrene junge Leistungssportler, doch die Gastgeber waren wiederum nicht zu bezwingen. Joey Wrensch (71 kg/f) besiegte durch Beinangriffe und geschickte Konter Tove Sell 10:2. Bruder Joel (75 kg/g), der sich immer besser im griechisch-römischen Stil zurechtfindet, bezwang in einem sehr spannenden Kampf den U 20-Vizemeister des Vorjahres Marcel Grünwald 9:6.
Der Schlusspunkt setzte Fabian Wächter (75 kg/f), der wie immer offensiv kämpfend Lauan Bach 16:2 besiegte und den 21:12 Erfolg sicherstellte.
In der Tabelle haben die Greizer sich mit diesen beiden Erfolgen den zweiten Tabellenplatz hinter Lugau und den punktgleichen Weißwasseranern zurückerkämpft. In der nächsten Woche reist die Bundesligamannschaft nach Stuttgart-Weilimdorf, die zweite Vertretung empfängt Taucha.

Bericht: Erhard Schmelzer
Fotos: Konstanze Warmuth