RSV Rotation Greiz gegen KSC Germania Hösbach

RSV Rotation Greiz gegen KSC Germania Hösbach endet 15:17

Greiz. Der RSV Rotation Greiz ist im Abstiegskampf nicht vom Glück begünstigt. Wie schon gegen Schorndorf fehlte auch gegen den Tabellendritten KSC Germania Hösbach sehr sehr wenig zu einer Überraschung. Vor der wieder einmal deutschlandweiten Rekordkulisse von mehr als 600 Zuschauern unterlagen die Greizer mit 15:17. Nun hängt noch mehr vom sonntäglichen Kampf gegen Markneukirchen ab.
Im Vorkampf hatten die Greizer auswärts mit 6:18 verloren.

Denis Mihai (57 kg/g) traf auf den Ex-Thalheimer Peter Haase, der bald 0:2 zurück lag. Mit einem Ausheber baute der Rumäne seinen Vorsprung auf 5:0 aus. Die Entscheidung fiel als der Greizer im Bodenkampf als Untermann punktete. Das 9:1 am Ende brachte drei Mannschaftspunkte.

Für Sebastian Wendel (130 kg/f) wurde es der erwartet schwere Gang gegen den Neuungarn Vladislav Baitsaev, der nicht wie ich in der Vorschau irrtümlich schrieb aus Dagestan, sondern aus der nordossetischen Hauptstadt Wladikawkas kommt. Gegen die Beinangriffe des Vizeeuropameisters und WM-Fünften fand das Greizer Eigengewächs keine Gegenwehr und hatte Mitte der zweiten Hälfte 0:15 verloren. (3:4)

Auch für Ibrahim Galamatov (61 kg/f) bestand keine Möglichkeit sich gegen den Dritten der Asienmeisterschaften, den Kasachen Daulet Temrzhanov, über die Zeit zu retten. Am Boden gebunden gab es keine Gegenwehr gegen die Serie von Beinschrauben. 0:15 schon nach einer Minute. (3:8)

Gästetrainer Mario Wohlfahrt nannte in seiner nachträglichen Auswertung den vierten Kampf als siegbringend für sein Team. Im Vorjahr hatte Alex Szöke (98 kg/g) den DM-Dritten von 2019 Ilja Klasner, schon nach gut zwei Minuten mit 15:0 bezwungen. Diesmal siegte der frischgebackene U23-Weltmeister nur 6:0. Gelangen im Vorjahr drei Ausheber, davon zwei mit der selten vergebenen Wertung „Fünf“, blieb es diesmal bei einer erfolgreichen Bodenaktion. Der Ausheber ist die hohe Schule im Bodenkampf, den nur wenige so beherrschen wie der sympathische Ungar. Eine Aktion reicht bei internationalen Meisterschaften oft zum Sieg. In Mannschaftskämpfen geht es aber um die Punktdifferenz von möglichst 15 Zählern. Da ist im Bodenkampf eine Rollen- oder Aufreißerserie meist effektiver. (5:8)

Dawid Karecinski (66 kg/g) traf auf den Schweden Niklas Oehlen, der in den letzten beiden Jahren Silber- und Bronzemedaillen bei den U23-Europameisterschaften gewonnen hatten. Die Entscheidung fiel bereits in der ersten Minute, als der Schwede, der sich mehrmals schnell eindrehte, mit einem Schulterschwung vier Punkte erkämpfte. Am Ende kam der kampfstarke Greizer immer mehr auf, musste sich aber mit einem 3:5 begnügen. Mit 5:9 ging es in die Pause.

Martin Obst (86 kg/f) musste sich mit dem eigentlich die anders Stilart bevorzugenden Niklas Schäfer auseinandersetzen, der aber sehr gut im Freistil mithielt. Der Greizer ging 3:0 in Führung, wurde dann aber bei einem Beinangriff gekontert und lag plötzlich 3:4 im Hintertreffen. Der sechsmalige deutsche Meister kam aber jetzt erst recht in Schwung, sammelte durch Beinangriffe Punkt um Punkt um dann durch vier Aufreißer den Kampf mit 19:4 zu beenden. (9:9)

Nikolay Grahmez (71 kg/f) traf auf Vizemeister Niklas Dorn, führte zwar zur Halbzeit 6:0, kam dann aber nicht mehr zum Zuge und musste den Hösbacher sogar noch auf 2:6 herankommen lassen. (11:9)

Maximilian Besser (80 kg/g) lieferte gegen den Olympiateilnehmer und amtierenden EM-Dritten Aik Mnatsakanian wieder eine solide Leistung ab, musste aber gegen den Bulgaren mit armenischen Wurzeln in der letzten Minute eine 0:16 Niederlage hinnehmen. (11:13)

Schon nach 14 Sekunden war der Kampf von Christian Fetzer (75 kg/g) gegen den Ex-Pausaer Nils Buschner entschieden, da der Greizer mit einem Armdrehschwung zum Schultersieg kam. (15:13)

Im Abschlusskampf zwischen Lucas Kahnt (75 kg/f) und dem aus Nürnberg zu seinem Heimatverein zurückgekehrten Ausnahmeringer musste nun die Entscheidung fallen. Leider war der Kampf zu Ungunsten des RSV nach einer Minute schon entschieden. Der deutsche Meister von 2019 konnte am Boden einen Arm des Greizers einschließen und dann gibt es gegen einen Spitzenmann keine Rettung mehr. Nach sieben Rollen am Stück stand es 16:0 und Hösbach hatte in Greiz mit 17:15 gewonnen. Wieder einmal fehlte nicht viel.
Die Spannung auf den Sonntagskampf in Markneukirchen ist nun noch weiter gestiegen.

Erhard Schmelzer

Einzelergebnisse:

StilartGewichtIstNameIstNamePunkteWertungZeit
Gr.-röm.5756,8Denis-Florin Mihai EU (7)56,9Peter Haase (2)3:0PS 9:106:00
Freistil6156,6Ibrahim Galamatov N4 (-2)60,9Daulet Temrzhanov N0:4TÜ 0:1600:59
Gr.-röm.6665,5Dawid Karecinski EU (5)65,7Niklas Öhlen EU (7)0:1PS 3:506:00
Freistil7170,7Nikolay Grahmez EU (7)70Niklas Dorn (-2)2:0PS 6:206:00
Gr.-röm.75A73,8Christian Fetzer (2)73,2Nils Buschner (1)4:0SS 4:000:14
Freistil75B74,8Lucas Kahnt (-2)74,7Tim Müller (-2)0:4TÜ 0:1601:01
Gr.-röm.8079,7Maximilian Besser (1)79,9Aik Mnatsakanian EU (8)0:4TÜ 0:1605:09
Freistil8683,9Martin Obst (1)85,9Niklas Schäfer J (-2)4:0TÜ 19:404:40
Gr.-röm.9897,7Alex Szöke EU (7)97,8Ilja Klasner (2)2:0PS 6:006:00
Freistil13095,2Sebastian Wendel (-2)102,8Vladislav Baitsaev EU (8)0:4TÜ 0:1503:44

Aktuelle Tabelle:

PlatzMannschaftAnz.K.Plus:MinusDifferenz +:?
1SV Wacker Burghausen10203:65138 20:0 
2ASV Schorndorf10154:11737 16:4 
3KSC Germania Hösbach10174:11064 14:6 
4SC Kleinostheim10153:12627 12:8 
5AC Lichtenfels1097:160-63 6:14 
6RSV Rotation Greiz997:138-41 4:14 
7AV Germania Markneukirchen999:150-51 4:14 
8SV Johannis Nürnberg1091:202-111 2:18