Im Saarland glückte dritter Greizer SiegIm Saarland glückte dritter Greizer Sieg

AC Heusweiler – RSV Rotation Greiz 4:28

Der Greizer Ringerverein sorgt in der 1.Bundesliga weiter für Furore. Erstmals in diesem Bundesland antretend gelang ein überzeugender 28:4 Erfolg beim Zweitligameister von 2025 AC Heusweiler. Die Greizer entschieden in der mit 250 Zuschauern besetzten Ausweichhalle acht der zehn Kämpfe für sich, davon sechs vorzeitig. Nach drei Runden stehen vier Mannschaften punktgleich an der Tabellenspitze der 1.Bundesliga. Greiz liegt auf dem dritten Platz. Allerdings hat man noch nicht gegen Spitzenmannschaften gekämpft. Am Sonnabend kommt mit dem ASV Schorndorf der erste Hochkaräter in die Greizer Halle. Auch die Württemberger haben alle Kämpfe gewonnen, sie liegen auf dem vierten Tabellenplatz.
61 kg/f: Karamjeet Holstein traf auf wiedergenesenen Nico Altmeyer, der seinen ersten Saisonkampf bestritt. Der Greizer führte gegen den Vizemeister des Vorjahres nach vier Minuten 5:1. Im Bestreben seinen Vorsprung auszubauen wurde er mehrmals gekontert und unterlag noch – durchaus überraschend – 5:10.

130 kg /g: Ilja Klasners saarländischer Gegner Sebastin Janowski kämpft schon 15 Jahre für Heusweiler, von 2016 bis 2019 erkämpfte er vier Bronzemedaillen bei deutschen Meisterschaften. Die Entscheidung fiel zeitig, schon nach 15 Sekunden wurde der Saarländer zu Boden gebracht. Der Greizer dominierte auch die restliche Kampfzeit, ohne allerdings zu weiteren zählbaren Aktionen zu kommen. Vier Punkte brachten den 2:2 Mannschaftsausgleich.
66 kg/g: Gegen Murad Mammadov zu bestehen ist ein sehr schweres Unterfangen. Der routinierte ehemalige deutsche Meister Wladimir Berenhardt, der 42-Jährige erlebte die großen Kämpfe von Schifferstadt noch auf der Matte mit. Gegen den Aserbaidschaner war aber auch er in allen Belangen überfordert. Mit attraktiven Würfen- auch aus dem Standkampf- erfolgte nach vier Minuten der Schultersieg.

98 kg/f: Lucas Kahnt traf in dieser Saison erstmals auf einen etwa gleich schweren Gegner. Moytaba Ziaei hatte 2024 bei der DM in der 92 kg-Klasse immerhin Bronze gewonnen. Als Lucas aber den Motor anwarf, musste er feststellen, dass dieser physisch, konditionell und auch technisch überlegen war. Der Greizer sammelte Punkt um Punkt während es für seinen Gegner nur Verwarnungen gab. Nach fünf Minuten kam beim Stande von 14:0 die Disqualifikation.
71 kg/f: Moritz Langer brauchte nicht einmal zweieinhalb Minuten um Louis Hoffmann mit technischer Überlegenheit 16:0 zu bezwingen. Der Sportstudent kam sowohl mit Beinangriffen als auch Bodentechniken zum Erfolg.
86 kg/g: Auch Tunjay Vazirzade wurde seiner Favoritenrolle gegen Steven Teumer gerecht. Schnell zu Boden gebracht lag der Vertreter des Gastgebers bereits nach 29 Sekunden auf beiden Schultern. Der Greizer Trainer Tino Hempel nimmt an, dass der Aserbaidschaner noch ein entscheidender Faktor bei wichtigen Kämpfen werden kann.

75 kg/g: In dieser Gewichtsklasse trafen zwei gelernte Freistilringer aufeinander. Joel Wrensch ging in der ersten Runde 1:0 in Führung. In der zweiten Hälfte musste der Greizer zu Boden und wurde vom 42-jährigen Halef Cakmak gerollt. Der Heusweiler siegte 5:1. Die Greizer Delegation hatte bei diesem Kampf eine etwas andere Wertung erwartet.

80 kg/f: Die Überraschung des Tages gab es in dieser Gewichtsklasse. Man hatte einen Spitzenkampf zwischen dem Türken Ramazan Sari und dem mehrmaligen georgischen EM-Bronzemedaillengewinner Giorgi Sulava erwartet. Doch der ehemalige U23-Europameister vom Greizer Verein machte kurzen Prozess. Schon nach 20 Sekunden zu Boden gebracht fand sich der Georgier nach 46 Sekunden auf den Schultern liegend wieder.
75 kg/f: Trotzdem war für Tino Hempel klar: „Man of the match war für mich Nikolaj Grahmez.“ Dieser traf auf Zelimkhan Tohuzov, dessen tschetschenische Familie eine interessante Geschichte hat. Vater Vladimir Togusov, trainierte in Kiew, war mehrmals sowjetischer Meister und 1988 Olympiadritter. Sein Trainer in Kiew war damals Boris Sawlochow, dessen beide im Verband tätigen Brüder unter ungeklärten Umständen ums Leben kamen. Auch bei den Olympischen Spielen 1992 und 1996 war Vladimir Togusov dabei, damals kämpfte er schon in der Bundesliga für Köllerbach. Sein Sohn Zelimkhan wuchs im Saarland auf, besuchte dort die Schule. Der Junior kämpfte zweimal bei Weltmeisterschaften der Männer für die Ukraine. In der Bundesliga startet er nun mit der ukrainischen Schreibweise seines Namens als Zelimkhan Tohusov.

Gegen Nikolaj Grahmez entwickelte sich ein echter Spitzenkampf. Der Saarländer ging 2:0 in Führung, der Greizer hielt bis zur Pause mit einer Viererwertung dagegen. In einem auf sehr hohem technisch Niveau stehenden Vergleich siegte am Ende Grahmez 9:4.
80 kg/g: Der erblondete Aleksa Illic hatte wenig Schwierigkeiten den jungen Leander Bode in vier Minuten 15:0 zu bezwingen.
Die Greizer Mannschaft übernachtete im Saarland. „Diese Abende bringen uns viel für das Zusammenfinden der Mannschaft,“ resümierte Tino Hempel.

Bericht: Erhard Schmelzer
Fotos: Anna Theurich

Einzelergebnisse:

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