Es ist alles eine Frage der Organisation falls man den richtigen Zeitpunkt für ein sportliches Trainingslager gefunden hat und die benötigte gewaltige Helferschar aktivieren konnte.
Schon am nächsten Wochenende starten die ostdeutschen Ringervereine in die Mannschaftskampfsaison 2026. Für die zweite Mannschaft des RSV Rotation Greiz beginnen die Kämpfe eine Woche später beim vorjährigen Oberligameister KFC Leipzig. Am 5.September dann zwei ganz wichtige Termine: Der mit Spannung erwartete Bundesligaauftakt im südbadischen Urloffen während die „Zweite“ nach Taucha reist. Eine Woche später dann der erste Heimkampf in der deutschen Eliteliga seit drei Jahren in Greiz. Gegner ist der alte Rivale vom Bodensee, die KG Baienfurt/Ravensburg. Im ringkampfverrückten Greiz wird auf Grund der namhaften Verstärkungen mit Bundesliga-Zuschauer-Rekordbesuch gerechnet.
Zum elften Mal veranstaltete der Greizer Ringerverein zur Vorbereitung der Saison ein nun schon deutschlandweit bekanntes dreitägiges Trainingslager für Ringer aller Stilarten. Die Idee des langjährigen Greizer Bundesligatrainers Tino Hempel wurde von Trainern und Sportlern aus nah und fern gut angenommen. Namhafte Trainer wie z. B. Swen Lieberam (Potsdam), Anton Nuding (Aalen), Rainer Oehme (Mömbris-Königshofen), Kevin Drehmann (Pausa) oder Danny Frankenberger (Albrechts) und Asif Safari (Zella-Mehlis) sorgten dafür, dass Sportler aus sieben Bundesländern anreisten. Ein für alle günstiger Termin ist in der Ferienzeit schwierig festzulegen in einem Land mit 16 separaten Ferienzeiten. Auch vom Greizer Team konnten nicht alle Sportler anwesend sein. Trainingslager mit dem deutschen Auswahlteam (Lukas Kahnt), Dienst im Krankenhaus (Medizinstudent Karamjeet Holstein), die Teilnahme am Großen Preis von Deutschland im griechisch-römischen Stil oder der Schulbeginn in mehreren Bundesländern hinterließen doch einige Lücken. Trotzdem kämpften sowohl am Freitag als auch am Sonnabend jeweils 64 Sportler auf den drei Matten. Das Teilnehmerfeld hatte damit die Aufnahmekapazität der Halle erreicht. Trainer und Sportler zogen auch diesmal wieder ein positives Resümee: Gute Veranstaltung, kostengünstige Unterbringung in der Halle, schmackhafte Verpflegung vom deutschlandweit durch die Wettkämpfe bekannten Küchenteam, zahlreiche Trainingspartner und qualifizierte Anleitung. Eine in diesem Umfang in Deutschland fast einmalige Angelegenheit. Der Greizer Neuzugang Serdar Durmus war zum ersten Mal dabei. Der in Berlin geborene Bauingenieur mit türkischen Wurzeln, der schon für Witten, Lichtenfels und Markneukirchen in den obersten Ligen kämpfte, meinte: „Greiz kannte ich bisher nur als gegnerischer Sportler. Das Fluidum in der Greizer Halle ist überall bekannt. Ich freue mich auf meine ersten Kämpfe für Greiz in dieser Halle.“
Bei den hohen Temperaturen am Wochenende floss der Schweiß in Strömen. Allerdings nicht nur bei den Ringern. Der Verein hatte sich etwas Neues einfallen lassen und seine Mitglieder zu einem Arbeitseinsatz eingeladen. Nicht nur die Sportstätten wurden einer Grundreinigung unterzogen, sondern auch die Außenanlagen gesäubert, Unkraut beseitigt und alle Fenster innen und außen geputzt. Besonderes Augenmerk wurde auf die Geräte im Kraftraum gelegt. RSV-Präsident Thomas Fähndrich bedankte sich bei allen Helfern und hofft beim nächsten Mal auf noch mehr Mitwirkende. Vielleicht beteiligen sich dann auch Personen, die mit dem Verein verbunden sind aber nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen.
Eine weitere Neuerung war die Mitwirkung der Physiotherapeutin Arlett Böttcher, die das Stretching als Profilaxe gegen Verletzungen im Bewegungsapparat und zur Verhinderung von Muskelverkürzungen leitete. „Gerade im Schulterbereich habe ich bei den Ringern ein paar andere Probleme gesehen als bei meinem üblichen Kundenkreis“, lautete ihr Kredo nach einer interessanten Einheit.
In 20 Tagen wird der erste Bundesligakampf angepfiffen.
Erhard Schmelzer



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