Paul MüllerPaul Müller

Schon 14 Stunden nach der Heimkehr von den mit dem Mannschaftssieg für die Greizer hervorragend gelaufenen Thüringer Meisterschaften im griechisch-römischen Stil ging es für die Nachwuchsringer des RSV Rotation Greiz wieder zu einem wichtigen Wettkampf. In Plauen standen die sächsischen Meisterschaften der Altersklassen U20, U17 und U 14 im freien Stil auf dem Programm. Die Greizer starten seit Jahrzehnten bei jeder Gelegenheit bei den nahen sächsischen Konkurrenten. Auch diesmal verlief das Turnier in sehr freundlicher Atmosphäre. Besonderer Dank an die hilfsbereiten Damen im Wettkampfbüro.
Die Ostthüringer konnten sich auch bei den Sachsenmeisterschaften hervorragend in Szene setzen. Neben den Greizern starteten 17 Teams aus Sachsen sowie je zwei aus Bayern – darunter Sportler vom Bundesligakonkurrenten Lichtenfels – und Sachsen-Anhalt. Die Vereinswertung ging mit klarem Vorsprung an den KFC Leipzig, der mit 26 Sportlern startete, vor dem FC Erzgebirge Aue (13 Sportler) und dem RSV Rotation Greiz. Leider liegt die genaue Vereinswertung auch am folgenden Donnerstagmorgen noch nicht vor, da der sächsische Verband ein sehr ausgereiftes Wettkampfsystem benutzt, das aber hohe Anforderungen an die Benutzer stellt, so dass es immer wieder zu Ausfällen kommt. Die Vereinsmitglieder des ASV Plauen sind geübt in der Durchführung solcher Veranstaltungen. Das manche Ringer doch bei den Ausführungen ihrer Techniken unberechenbar sind, war nicht einzuplanen. Ein Wettkampfpaar landete mehrmals außerhalb der Mattenfläche. Dabei wurde eine digitale Anzeigetafel wohl irreparabel zerstört. Der Wettkampfbetrieb musste daraufhin auf einer Matte gänzlich eingestellt werden.

Paul Müller und Anatoli Horvat deutlich überlegen

Für die Greizer gingen zehn Sportler auf die Matten, die je zwei Gold-, Silber und Bronzemedaillen erkämpften. Paul Müller (92 kg), der bei der U20 kämpfende zweimalige Bronzemedaillengewinner bei den Deutschen Meisterschaften, bezwang seine Gegner aus Aue, Plauen und Lugau jeweils weit vor Ende der Kampfzeit mit technischer Überlegenheit (zehn Punkte Differenz). Auch Anatoli Horvat (U 14/75 kg) kämpfte im Schwergewicht. Der sächsische Verband hat bei einer speziellen Teilnehmerzahl – anders als in Thüringen – noch einen Überkreuzvergleich der beiden Poolbesten eingeführt. Aber auch diesen Vergleich konnte er, wie alle Kämpfe auch, mit technischer Überlegenheit für sich entscheiden. Silbermedaillen erkämpften bei der U14 Noe Göpfert (57 kg) und Emmet Barth (62 kg), dem zwei Siege mit technischer Überlegenheit gelangen. Wenn er intensiver an seiner Physis arbeitet, ist auch mehr möglich. In der 57 kg-Klasse dominierten Noe Göpfert und der Leipziger Felix Streicher das übrige Feld eindeutig. Im Finale unterlag der Greizer nach Führung 4:6. Die Bronzemedaillen gingen an die Tschetschenen Ibrahim Abdrachmanov (U17/48 kg) und Amsad Mezhidov (U14/52 kg).
Das Training – auch in den Ferien über Weihnachten und Neujahr – und die merklich verbesserte Trainingsintensität beginnen sich auszuzahlen. Hinter Mezhidov wurde Magomed Vakhidov genauso Vierter wie bei der U20 Pascal Hessel (70 kg), der im Kampf um Bronze gegen einen Lichtenfelser unterlag. Hasan Hamdouch kam nach einer 4:4 Niederlage gegen einen Auer auf Rang 7. Richard Brand (U20/74 kg) unterliefen als er schon wie der Sieger aussah in einer sehr stark besetzten Gewichtsklasse einige unglückliche Fehler. Er konnte sich so nicht platzieren.
Die Greizer Bundesligaringer Karamjeet Holstein und Lucas Kahnt absolvieren in dieser Woche ein Trainingslager der Nationalmannschaft in Heidelberg.

Bericht: Erhard Schmelzer
Foto: Konstanze Warmuth